Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2001 - 2006

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Drucksachen-Abteilung I (A)                                                          Ausgegeben am 08.10.2002

                                                                                                          Eing. Dat. 30.09.2002

Nr. 393

 

 

RMV-Aufsichtsrat soll Sparmann Tätigkeit als "Eintracht AG-Vorstand"
untersagen
Antrag der Stv.-Fraktion FDP vom 30.09.2002, DS I (A) 393


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Offenbacher Stadtverordnetenversammlung fordert die Vertretung der Stadt im RMV-Aufsichtsrat auf, sich dafür einzusetzen, dass der RMV-Aufsichtsrat dem bisherigen Eintracht-Aufsichtsratsvorsitzenden Volker Sparmann seine sogenannte „ehrenamtliche Nebentätigkeit“ als Vorstandsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG und damit deren operative Führung untersagt.

Begründung:

 

In der Sitzung vom 25.9. hat der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG einstimmig beschlossen, dass Volker Sparmann die Position des Vorstands-Vorsitzenden der AG einnehmen soll. „Das Amt wird Volker Sparmann ehrenamtlich und zeitlich begrenzt wahrnehmen, sofern der Aufsichtsrat des RMV, dessen Geschäftsführer Sparmann ist, die Genehmigung für die ehrenamtliche Nebentätigkeit erteilt.

 

Zusammen mit Dr. Thomas Pröckl wird Volker Sparmann das operative Geschäft der Eintracht Frankfurt Fußball AG führen“, heißt es in einer Erklärung der AG. Nach Auffassung der Liberalen ist operative Führung der „Profi-Abteilung“ der Eintracht ein Full-Time-Job. Sparmanns Vorgänger bei der Fußball-AG, Steve Jedlicki, ist für diesen Job gut bezahlt worden. Jetzt wird offensichtlich der Vorstandsvorsitzende Sparmann vom RMV quersubventioniert. Jeder OFC-Fan, der mit dem RMV zu den Kickers fährt, saniert damit indirekt die Frankfurter Eintracht.

Dabei täte mehr Engagement Sparmanns beim RMV Not. Auch beim RMV könne Sparmann seine Qualitäten als Sanierer beweisen und viele Mängel in der Tarifstruktur abschaffen. So können Zeitkarteninhaber für das Offenbacher Tarifgebiet keinen Anschlussfahrschein für Fahrten in die Region lösen könnten. Auch die Regelung für den Kurzstreckentarif ist zu verbessern: Während die Frankfurter für 1,20 Euro außerhalb der Spitzenzeiten 2 Kilometer zurücklegen könnten, darf man in Offenbach für den gleichen Preis nur 1,5 Kilometer fahren. So erreicht man beispielsweise vom Ostbahnhof mit dem Kurzstreckenticket nicht die nächste S-Bahnstation Marktplatz. Um hier Abhilfe zu schaffen, fehlt Sparmann aber offensichtlich die Kreativität, der Wille oder schlicht die Zeit.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------