Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2001 - 2006

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                              Ausgegeben am 21.03.03

                                                                                               Eing. Dat. 26.08.2002

Nr. 374

 

 

 

Hochwasserschutz
Antrag der Stv.-Fraktion CDU vom 26.08.2002, DS I (A) 374

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Der Magistrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit übergeordneten Stellen zu prüfen und binnen drei Monaten ab Beschlussfassung zu berichten,

1. wie das Stadtgebiet Offenbach  vor Überschwemmungen durch Main, Bieberbach,
    Hainbach und andere Fließ- und Stehgewässer geschützt wird;

2. in welchem Zustand sich die Schutzanlagen befinden;

3. wie hoch der eventuelle Sanierungsbedarf und die damit verbundenen Kosten
    sind;

4. ob sich der Einsatz von mobilen Hochwasserschutzanlagen, z.B. mobile Dämme,
    für  Offenbach und auch zur Öffnung zum Main hin eignet und welche Kosten
    hiermit verbunden sind.

Weiter wird der Magistrat beauftragt, binnen gleicher Frist über die aktuellen Schutzmaßnahmen für die Offenbacher Bürgerinnen und Bürger bei Eintreten einer Hochwasserkatastrophe zu berichten.


Begründung:

 

Die aktuellen Hochwasserereignisse in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten Europas geben Anlass, darüber nachzudenken, in welchem Zustand sich die Offenbacher Hochwasserschutzmaßnahmen befinden.

 

Offenbach hatte zwar noch nie eine Hochwasserkatastrophe, wie es kürzlich beispielsweise die Städte Passau, Dresden, Salzburg oder Traunstein getroffen hat, andererseits wurden aber weite Teile Offenbachs schon mehrfach durch den Main, aber auch durch den Bieberbach und den Hainbach überschwemmt.

Oftmals waren es nur kleine Anlässe, wie etwa die Verstopfung des Bieberbachs, dass ein ganzer Stadtteil unter Wasser stand.

Auch in den Zeiten der Schneeschmelze trat der Main regelmäßig über die Ufer und sorgte dafür, dass zumindest die Uferbereiche in Rumpenheim, Bürgel und an der Carl-Ulrich-Brücke überschwemmt wurden. Aus diesen Gründen wurde in den 30-er Jahren der Maindamm an der Mainstraße aufgebaut.

Daher meint die CDU-Fraktion, dass es jetzt an der Zeit ist, den Zustand der verschiedenen Schutzanlagen zu prüfen, den Sanierungsbedarf und die damit verbunden Kosten festzustellen.

 

Sollte sich hierbei herausstellen, dass der Maindamm entlang der Mainstraße einen erheblichen und kostenintensiven Sanierungsbedarf aufzeigt, könnte dies aber auch eine einmalige Chance für die von vielen Seiten geforderte „Öffnung zum Main“ sein.

Bisherige Planspiele, den Hochwasserdamm für Passanten durchgängiger zu machen, in dem man weitere Durchbrüche schafft und diese besser ausschildert, sowie das Überqueren der Mainstraße durch zusätzliche Ampeln zu erleichtern, sind nicht als ausreichend zu betrachten.

Innovative Ideen sind einzubringen!

Grundsätzlich muss zwar der Damm in seiner Schutzfunktion erhalten bleiben, dies kann aber nach Meinung der CDU-Fraktion auch auf anderem Wege geschehen.

So kann beispielsweise für den Bereich zwischen Carl-Ulrich-Brücke und der Karlstraße im Osten nach Abtragen des Dammes ein transparenter Hochwasserschutz aufgestellt werden, was bedeutet, dass dort anstelle des bisherigen Mauerwerks verglaste Wände errichtet werden. Ebenso erscheint es der CDU-Fraktion interessant, an einigen Stellen zur Verbesserung des Durchgangs Glaswände offen zu lassen und nur bei notwendigem Bedarf mobile Schutzwände aufzustellen. Für diese Ideen stellen etwa die Inseln För in der Nordsee oder auch Kommunen bei Koblenz ein gutes Beispiel dar, dort werden transportabele Wände bei Nichtbedarf gelagert und nur im Falle von Fluten und Hochwasser aufgestellt.

Der Blick auf den Main wäre wieder frei.

Natürlich ist eine entsprechende Umsetzung dieser Anregungen mit erheblichen Kosten verbunden.

Gleiches gilt aber auch für notwendige Sanierungsmaßnahmen, so dass hier in Zusammenarbeit mit den übergeordneten Stellen, wie etwa dem zuständigen Wasserwirtschaftsamt oder dem Regierungspräsidium, die Möglichkeiten der Umsetzung eine eindringliche Prüfung erfahren sollten.

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