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Konzept - Unterirdische Müllbehälter in Offenbach

Magistrat der Stadt Offenbach in Zusammenarbeit mit dem ESO


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1. Einleitung

Betrachtet werden im vorliegenden Kozept gemäß Stadtverordnetenbeschluss l (A) 664 vom 13.05.2004 Unterflurpapierkörbe, die als Ergänzung oder Ersatz zu her­kömmlichen, öffentlichen Papierkörben zu sehen sind. Es handelt sich hierbei um unterirdische Papierkörbe mit einem Fassungsvermögen von 650 Litern (653 Litern), Befüllung über ein Rohr, Entleerung durch Absaugung in eine Kehrmaschine.

Da sich die Volumina speziell beim Verpackungsmüll für Fastfood und Softgetränke erheblich vergrößert haben und noch weiter vergrößern werden, kann auch in Offen­bach festgestellt werden, dass in der Fußgängerzone die Müllbehälter schnell an die Grenzen ihrer Kapazität stoßen. Hier kann das dargestellte Unterflursystem aufgrund eines erhöhten Fassungsvermögens einen Beitrag zur Sauberkeit leisten.

2. Systembeschreibung

Das System wird von der Firma Clean City, Niederkrüchten, angeboten. Die Entlee­rung der Unterflurmüllsammelbehälter findet über den Saugschlauch von handelsülichen Kehrmaschinen, wie sie auch in Offenbach im Einsatz sind, statt. Somit entfällt bei diesem System die Anschaffung zusätzlicher Technik. Der Behälter ist innen bi­tumenbeschichtet, so dass Wasser keinen schädlichen Einfluss im Behälter nehmen kann. Sollte sich Flüssigkeit im Behälter befinden, wird diese durch die Kehrmaschi­ne mit abgesaugt. Empfohlen wird zudem ein ^-jährliches Spülen des Behälters. Der Müllbehälter ist standardmäßig mit einem Aschenbecher ausgestattet. Unter dem Einwurfschlitz dieses Aschenbechers befindet sich ein Prallblech als schiefe Ebene". Auf dieser schiefen Ebene" rutscht die Zigarettenkippe langsam in den un­terirdischen Behälter.

Die unterirdischen Müllbehälter können prinzipiell überall dort eingebaut werden, wo keine Ver- und Entsorgungsleitungen den Einbau verhindern und der Standort mit einer Großkehrmaschine befahrbar ist. Je Behälter wird eine Grundfläche von ca. 1,00 x 0,80 m benötigt. Der Unterflurbehälter wird im Untergrund versenkt, hierzu ist ein Aushub von ca. 1 m3 erforderlich. Der Durchbruch für den Tubus wird in den Plat­tenbelag eingepasst, falls Pflaster verlegt ist, wird ggf. Kleinpflaster passgenau ver­legt.

Im Gegensatz zu den derzeit installierten oberirdischen, konventionellen Behältern von Typ Compactboy mit 43 l Volumen ergibt sich eine ca. 15fach erhöhte Füllmen­ge. Aus diesem Grund ist eine vergleichsweise geringere Entleerungshäufigkeit ge­geben. Gleichzeitig wird aber für die Entleerung eine im Vergleich zum konventionel­len Verfahren teurere Technik (hier: Großkehrmaschine) eingesetzt, so dass ab einer Mindestanzahl von 20 Unterflurmüllsammelbehältern für die Leerung der Unterflur­behälter annähernd die gleichen Kosten wie beim konventionellen System entstehen.

Konzept Unterflurmüllsammelbehälter                                                                                                                    Seite 1 von 3


3. Stadtplanung / Standorte

Die angebotenen Müllbehälter stellen aus gestalterischer Sicht eine Neuerung im Gestaltungskanon dar. Aufgrund des Bautyps kann der Behälter nur als Standbehäter ausgebildet werden; eine Mastaufhängung, wie sie z. Zt. vorherrscht, ist nicht möglich. Der oberirdische Müllbehälter besteht aus Edelstahl und muss den gleichen Kriterien entsprechen, wie ein konventioneller Behälter und sich in das Stadtbild ein­fügen; d.h. folgende Anforderungen müssen erfüllt sein:

a.  optisch befriedigende zurückhaltende Form

b.  mit und ohne Aschenbecher lieferbar

b. vandalismusbeständige starke Metallausführung.

Mögliche Standorte für unterirdische Papierkörbe befinden sich im Innenstadtbereich, wobei folgendes bei der Standortwahl beachtet werden sollte:

a.  hohes Abfallaufkommen

b.  Möglichkeit des vollständigen Ersatzes der derzeitigen konventionellen Papierkö
be durch unterirdische ( kein Parallelbetrieb)

c.  Mindestanzahl von 20 unterirdischen Behälter in einem zusammenhängenden
Gebiet (um eine sinnvolle Tourenplanung zu ermöglichen)

d.  Erreichbarkeit durch Großkehrmaschine

Um Einbaukosten, Verkehrsbelästigung und Umfang der Einbaumaßnahmen unterir­discher Müllbehälter gering zu halten wird empfohlen, unterirdische Müllbehälter in Verknüpfung mit Baumaßnahmen / Neugestaltungen einzubauen

Bei der Platzwahl ist zu berücksichtigen, dass die Einbaumöglichkeit durch Hinder­nisse beeinträchtigt werden kann, wie z.B. Ver- und Entsorgungsleitungen, die sich in ca. 60 - 80 cm Tiefe im Erdreich befinden können.

4. Kosten und Finanzierung

In der nachfolgenden Kostenübersicht und insbesondere im Kostenvergleich mit konventionellen Müllbehältern wird davon augegangen, dass die Anzahl der verbau­ten Müllbehälter für beide Systeme gleich ist, um wie bisher kurze Abstände zwi­schen den Müllbehältern zu gewährleisten. Das größere Fassungsvolumen der un­terirdischen Müllbehälter wirkt sich daher lediglich bei der Betrachtung der Leerungs­häufigkeit auf die Vergleichsrechnug aus.

4.1. Anschaffungs- und Erstellungskosten

Standard Tubus; Edelstahl, komplettes System inkl. Aschenbecher 1.250 Einbauarbeiten ca. (in Abhängigkeit von örtlichen Gegebenheiten)      400

Summe netto                                                                                                  1.650

Summe inkl. MwSt / Stck                                                                              1.914

Gesamtkosten 20 Stück (inkl. MwSt)                                                   38.280

Vergleich: Anschaffung und Montage von 20 kon­
ventionellen Müllsammelbehältern (inkl. MwSt.)                                              6480

Konzept Unterflurmüllsammelbehälter                                                                                                           Seite 2 von 3


4.2. Leerungskosten für 20 Behälter pro Jahr:

Im Einsatz ist die zur Leerung der Behälter notwendige Technik, hier die Groß­kehrmaschine, gegenüber dem derzeitig verwendeten Leerungsfahrzeug teurer und die Entleerungstouren müssen neu geplant werden. Diesen erhöhten Kos­ten steht allerdings eine reduzierte Leerungshäufigkeit gegenüber

Unterflurmüllsammelbehältern durch Großkehrmaschine

bei 14 täglicher Leerung                                                                           4.454

Vergleich: Konventionell bei täglicher Leerung                                       4.672

5. Zusammenfassung:

Der Einbau der unterirdischen Behälter ist in der Innenstadt technisch möglich; der Investitionsaufwand beträgt ca. 2.000 / Stck.

Die Folgeaufwendungen für die Leerung der unterirdischen Behälter entsprechen in etwa denen der derzeitig verwendeten konventionellen Behälter.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der Einsatz der beschriebenen unterirdischen Behälter nicht empfehlenswert, da es keine signifikanten Ersparnisse gibt.

Die oben genannten Anschaffungskosten für 20 Unterflurmüllsammelbehälter sind in der aktuellen Planung nicht enthalten und würden den Gebührenbereich der Entsor­gung entsprechend belasten. Alternativ besteht die Möglichkeit der Finanzierung ü-ber den städtischen Vermögenshaushalt.

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