Quelle: pio.offenbach.de
Abgerufen am 17.09.2019



Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 17.01.2008

                                                                                               Eing. Dat. 17.01.2008

 

Nr. 278

 

Dez.: I (Amt 60)

 

 

 

Modernisierung, Instandsetzung, Umbau und Erweiterung der Leibnizschule (Neubau), Brandsbornstraße 11, Offenbach am Main
hier: Projekt- und Vergabebeschluss
Antrag Magistratsvorlage Nr. 011/08 vom 16.01.2008, DS I (A) 278


Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

1. Der Modernisierung, Instandsetzung, Umbau und Erweiterung der Leibnizschule
    (Neubau), 1. BA, Brandsbornstrasse 11
, in Offenbach am Main, nach der von der EEG
    in Zusammenarbeit mit Dritten
erstellten und vom Revisionsamt geprüften
    detaillierten Kostenberechnung, abschließend mit 9.000.000
Fehler! Textmarke nicht definiert.,00 € einschließlich
    Planungskosten, wird zugestimmt.

2. Die erforderlichen Mittel werden bewilligt und bei der HH -Stelle
23020.94020
    “Leibnizschule, Brandsbornstr., San. u. Erweiterung – SP“ (Sachkonto 09510000 –
    Hochbau, Projektnummer 401030000002) wie folgt bereitgestellt:

    Haushaltsplan 2007                                  1.210.000
,00 €
    Haushaltsplan 2008                                  4.080.000,00 €
    Investitionsplan 2009                                3.320.000,00 €
    Investitionsplan 2010                                   390.000,00 €
    Gesamt:                                                     9.000.000,00 €

    Zur Beauftragung steht in 2008 eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe
    von 3.710.000,00 € zur Verfügung.

3. Die Abwicklung der Maßnahme wird der EEG ab Leistungsstufe III gemäß
    Rahmenvertrag vom 21.12.2005 treuhänderisch übertragen.

4. Die Finanzierung erfolgt aus Kreditmarktmitteln im Rahmen der Gesamtdeckung
    des Finanzhaushaltes.


Begründung:

Durch Grundsatzbeschluss vom 22.03.2007 DS I (A) 131 hat die Stadtverordnetenversammlung dem Projekt „Grundsanierung, Modernisierung sowie Erweiterungen und Neubauten an Offenbacher Schulen für einen zeitgemäßen, ganztägigen Betrieb unter Berücksichtigung ökologischer Standards“ mit einem Kostenaufwand von rund 250 Millionen Euro auf Basis des 10 -Jahres-Programms zugestimmt.

 

Die für die Modernisierung, Instandsetzung, Umbau und Erweiterung der Leibnizschule (Neubau), Brandsbornstraße 11 von der EEG GmbH als Projektplaner in Zusammenarbeit mit Dritten erstellten und vom Revisionsamt geprüften Planungs- und Kostendatenunterlagen zur Herbeiführung des Projektbeschlusses 1. BA, schließen mit 9.000.000,00 € ab.

 

 

Der Neubau der Leibnizschule (Neubau) Brandsbornstraße wurde ab 1968 als Stahlbetonskelettkonstruktion mit vorgehängten Beton-Fertigteilelementen und dort eingesetzten Fensterelementen konzipiert und 1972 fertig gestellt. Er nimmt, als Erweiterungsbau des Altbaus in der Parkstraße, die Jahrgangsstufen 8-13 auf. Der stark gegliederte, betongraue Baukörper besteht aus zwei zweigeschossigen Punktbauten (Bauteil A – B), einem zweigeschossigen Punktbau mit Atrium (Bauteil C), einem zweigeschossigen Rechteckbau (Bauteil D) und einer eingeschossigen Pausenhalle mit Atrium als zentrale Erschließung (Bauteil E). Im Süd-Westen ist eine Sporthalle angesiedelt, die im Westen des Hauptbaukörpers durch eine Sportanlage ergänzt wird. Gemäß dem vom Stadtschulamt mit der Schule abgestimmten Raumprogramm im Rahmen der G8-Reform entsteht ein zusätzlicher Flächenbedarf.

 

Folgende Räume werden durch Neu- und Anbauten geschaffen:

- Cafeteria                                                  275 m²
- Küche / Nebenräume                                 60 m²
- Begegnungs- und Freizeitbereich         150 m²
- Bibliothek / Mediothek                            200 m²
- 3 Hausaufgabenräume                              90 m²
- 10 Differenzierungsräume                      200 m²
- Sonstige Verwaltungsräume                     60 m²

                                                            1.035

Energieeffizienzbetrachtung:

 

Für die Modernisierungs-, Instandsetzungs-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an der Leibnizschule (Neubau) wurde ein Gutachten erstellt, in dem zur Untersuchung hinsichtlich einer energetischen Optimierung aller Bauteile, wobei die Investitionskosten, der jeweilige Energieverbrauch und dessen Kosten sowie die mögliche CO2-Einsparung berechnet wurde. Aus den Rechenergebnissen konnte für jeden Gebäudebereich derjenige Niedrigenergiehausstandard bzw. EnEv - Standard mit seinen Einzelmaßnahmen abgeleitet werden, bei dem die Investitions- und Betriebskosten im Hinblick auf die Energie- und Schadstoffeinsparungen am wirtschaftlichsten sind. Nach Abschluss der Neubau-, Erweiterungs-, Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen und unter Berücksichtigung der energetischen Optimierung aller Bauteile werden bei der Leibnizschule Brandsbornstraße ca. 565.000 kWh/a an Primärenergie eingespart. Damit reduzieren sich die CO2-Emissionen um annähernd 129.000 kg/a.

 

 

 

Energetische Maßnahmen bzw. energetische Ausbaustandards:

  • Anbau Verwaltung nach EnEv 2007

             Optimierte Beleuchtungstechnik, Fenster mit U-Wert von 1.7, Fassaden- und 

             Dachdämmung, Sonnenschutz ohne Lichtlenkung

 

  • Cafeteria/Begegnungsbereich im Niedrigenergiehausstandard 2007

      Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Erdwärmekollektor für
      Lüftungsanlage, Solarkollektor für Warmwasserbereitung, Optimierte
      Beleuchtungstechnik Tageslichtregelung der Beleuchtung, Elektrische
      Einzelmaßnahmen, Fenster mit U-Wert von 1,3, allseitige Dämmung,
     Sonnenschutz mit Lichtlenkung

 

  • Turnhalle

       Optimierungsmaßnahmen, Bauteilbezogen nach EnEv 2007
       Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung / Optimierung der Lüftungsanlage,
       Fenster mit U-Wert von 1,7, Fassadendämmung

 

Bauliche Maßnahmen:

 

An den südlichen Verwaltungsbereich im Bestand (Bauteil D) wird ein kleines, zweigeschossiges Gebäude, aus bautechnischen und wirtschaftlichen Gründen nach EnEv -Standard (gem. Energieeinsparverordnung EnEv) 2007 angebaut. Im EG werden die schon seit langem erforderlichen zusätzlichen Räume der Verwaltung und im OG die Hausaufgabenräume untergebracht. Der Anbau erhält eine vorgehängte Fassade, die dann mit der im 2. BA ab 2013 zu erneuernden, vorgehängten Fassade des Bestandes eine Einheit bilden wird. Die Dachfläche des Anbaus wird an die Dachflächen des Bestandes angepasst und erhält ein Foliendach mit mechanischer Befestigung. Auf ein Dach mit extensiver Dachbegrünung sowie die Errichtung einer Photovoltaikanlage wurde verzichtet, da die Dachfläche im Verhältnis zur unbegrünten und nicht bekiesten Dachfläche des Bestandes sehr klein ist und problematische Anschlüsse entstehen würden. Der Anbau wird aus bautechnischen und wirtschaftlichen Gründen nur im EnEv-Standard realisiert, da für das geringe Volumen des Anbaues der erforderliche hohe Technikanteil zur Realisierung des Niedrigenergiehausstandards unwirtschaftlich ist. Die aufgewendete Heizenergie für den Anbau soll gemäß Energiestudie100 KWh/m²/a (Mittelwert) nicht übersteigen. Der Anbau schließt direkt an den Bestand der Schule an. Das Bestandsgebäude wird im 2. BA ab 2013 energetisch saniert, so dass hier ebenfalls dann der EnEv-

Standard erreicht wird.

Die Cafeteria mit Küche (Ausgabenküche), Nebenräumen, die erforderlichen WC-Anlagen und der Aufzug im EG, sowie der Begegnungsbereich im OG, werden in einem zweigeschossigen Kopfbau an der nördlichen Stirnseite der bestehenden Sporthalle im Niedrigenergiehausstandard 2007 errichtet, d. h. die aufgewendete Heizenergie für den Anbau soll 60 KWh/ m²/a (Mittelwert) nicht übersteigen. Durch die räumliche Verbindung von Sporthalle und Cafeteria ist eine Mehrfachnutzung der Räumlichkeiten möglich. Die Sporthalle wird gemäß der Versammlungsstätten-verordnung (mit einer Personenbeschränkung auf 500 Besucher) als Veranstaltungsraum ertüchtigt. Ein sonst zusätzlich nachzuweisender Multifunktionsraum von 150 m² kann somit entfallen. Durch die Planung eines Personenaufzuges, der den Cafeteriabereich und den Begegnungsbereich verbindet, wird das Gebäude rollstuhlgerecht. Ein bereits vorhandener Aufzug im Bestandsgebäude der Schule (Bauteil C) bietet eine rollstuhlgerechte Erschließung des Hauptgebäudes.

 

Die Küche der Cafeteria ist in Abstimmung mit dem Stadtschulamt und Vertretern der Schule als Ausgabeküche konzipiert worden, in der nicht gekocht wird, sondern angeliefertes Essen warm bzw. kalt gehalten und ausgegeben wird. Die Küche besteht aus einem Anlieferungsbereich, einem Vorratsbereich, einer Spülküche und dem Ausgabebereich; notwendige Sozialräume sind ebenfalls vorgesehen. Die Ausstattung im Ausgabebereich besteht im Wesentlichen aus einer Theke mit Warmhaltebecken und Kühlvitrine, einem Kühlschrank für Getränke, 2 Wärmeschränken und einem Herd mit Backofen. Die Spülküche ist mit einer Durchschubspülmaschine mit separatem Abzug, Spülbecken mit Brause, Geschirrwagen und -schränken ausgestattet.

 

Der Cafeteria / Begegnungsbereich erhält ein Foliendach mit extensiver Begrünung. Das Aufbringen einer Photovoltaikanlage wurde im Rahmen der Energiestudie geprüft und als unwirtschaftlich bewertet, da die verbleibende Dachfläche aufgrund der Errichtung einer Solarthermieanlage sowie der erforderlichen Lüftungsgeräte zu gering ist. Der Anbau an die Sporthalle wird im Niedrigenergiehausstandard realisiert, d.h. die aufgewendete Heizenergie für den Anbau soll 60 kWh/m²/a (Mittelwert) nicht übersteigen.

 

Durch räumliche Optimierungen im Bestand konnten in der Planung große Teile des Raumprogramms, z.B. die Mediothek / Bibliothek im nördlichen Teil der Pausenhalle, angrenzend an Bauteil A-B, und alle Differenzierungsräume im Bauteil A und E, ohne Erweiterungsbauten im Bestand untergebracht werden. Die Fläche der Pausenhalle verkleinert sich hierdurch in einem von allen Beteiligten als vertretbar angesehenem Maß. Die Umbaumaßnahmen beschränken sich auf kleinere Abbruchmaßnahmen und auf das Stellen von Trennwänden mit Anpassung der Gebäudetechnik auf neue Grundrisssituationen. Für die Mediothek sind sechs neue Lichtkuppeln geplant, um die erforderliche Beleuchtungsstärke für Arbeitsplätze zu erreichen. Die Bestandsdächer der Leibnizschule wurden durch die „AG Voltaikanlagen“ hinsichtlich der Eignung für Voltaikanlagen geprüft. Hierbei wurden diese Dächer im ersten Schritt als geeignet eingestuft. Das Aufbringen von Voltaikanlagen an Offenbacher Schulen wird zukünftig durch die „AG Voltaikanlagen“ weiter verfolgt.

 

Die Instandsetzungsmaßnahmen werden in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Im ersten Bauabschnitt (2008 - 2010) sollen im zeitlichen Anschluss an die Neubaumaßnahmen alle Instandsetzungsarbeiten im Bestand durchgeführt werden, die für die Sicherheit des Schulbetriebes erforderlich sind (z.B. Brandschutz,  sicherheitsrelevante elektrische Anlagen) und die Arbeits- / Lernbedingungen verbessern (z.B. Raumakustik). Zusätzlich werden die Folgearbeiten (Akustikdecken, Haustechnik im Deckenzwischenraum) aus der in den Herbstferien 2007 begonnen „Sofortmaßnahme Schadstoffsanierung“ fertig gestellt. Im zweiten Bauabschnitt ab 2013 werden die restlichen Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, die mittelfristig erforderlich sind.

 

 

 

 

 

Haustechnik Heizung / Lüftung / Sanitär / Elektro:

 

Alle Gebäudeteile sind an das Fernwärmenetz angeschlossen. Dies wird so beibehalten, da hier gemäß der Studie zur energetischen Optimierung ein sehr günstiges Verhältnis von Ökologie und Ökonomie erreicht ist.

Im Einzelnen sind folgende Standards vorgesehen:

  • Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung,
  • Erdwärmekollektor für Lüftungsanlage,
  • Solarkollektoren für Warmwasserbereitung,
  • Optimierte Beleuchtungstechnik,
  • Tageslichtregelung der Beleuchtung,
  • Lichtregelung in Klassen- und Aufenthalträumen über Präsenzmelder,
  • Trennung der Stromversorgung in zwei Systeme, das Stromnetz zur Stromversorgung mit 230 V Wechselspannung und Steuerungsnetz (Bus-System) mit max. 30 V Gleichspannung in allen Bauteilen,
  • neue Brandmeldezentrale für alle Bauteile,
  • Erweiterung der ELA - Anlage (Elektrische Lautsprecheranlage),
  • neue EMA – Anlage (Einbruchmeldeanlage),
  • neue RWA – Anlage (Rauch-Wärme-Abzug) in der Sporthalle,
  • Erneuerung der Sicherheitsbeleuchtung,
  • Erneuerung des gesamten Wasserversorgungsnetz inkl. aller Abwasserleitungen,
  • Waschbecken mit zeitgesteuerten Selbstschlussarmaturen,
  • Erneuerung der Heizungsinstallation ab Heizungsübergabestation,

 

 

Voraussichtliche Bauzeiten:

1. Bauabschnitt

2008/2009

- Neubau der Cafeteria und Begegnungsbereich an der Sporthalle

- Instandsetzung der Sporthalle

- Instandsetzung der in 2007 demontierten Decken und der Haustechnik im 

  Deckenzwischenraum

 

2009/2010

- nach Fertigstellung des Verwaltungsanbaus erfolgen die Umbaumaßnahmen im

  Bestand. Parallel  werden die vom Umbau betroffenen Bereiche instand gesetzt.

 

2. Bauabschnitt

2013 erfolgt die restliche Sanierung des Bestandsgebäudes nach noch fest
     zulegendem Bauzeitenplan.

 

Die Planung wurde schrittweise mit dem Schulamt und der Schulleitung abgestimmt.

Auch die Baumaßnahmen werden in enger Abstimmung mit der Schulleitung während des laufenden Schulbetriebs durchgeführt.

 

Die für die Modernisierung, Instandsetzung, Umbau und Erweiterung der Leibnizschule (Neubau) Brandsbornstraße 11 von der EEG GmbH als Projektplaner in Zusammenarbeit mit Dritten erstellten und vom Revisionsamt geprüften Planungs- und Kostendaten zur Herbeiführung des Projektbeschlusses (1. BA) schließen mit 9.000.000,00 € ab.

 

Mit der Durchführung der erforderlichen Arbeiten soll sofort nach Bereitstellung der Haushaltsmittel begonnen werden.

 

Gemäß Rahmenvertrag vom 21.12.2005 (Magistratsbeschluss Nr. 393/05 vom 19.10.2005 und Stadtverordnetenbeschluss DS I (A) 108 vom 17.11.2005) übernimmt die EEG ab 01.01.2006 treuhänderisch die Auftragsvergabe und Zahlungsabwicklung während der Ausführung des Projektes (Leistungsstufe III) mittels eines ihr zur Verfügung gestellten projektspezifischen Treuhandkontos.

 

Die Beauftragung an die EEG GmbH erfolgt nach Projektbeschluss und der entsprechenden Mittelfreigaben. Die Haushaltsmittelbereitstellung sowie die Finanzierung der Maßnahme erfolgen entsprechend dem Antragstenor. Eine Folgekostenberechnung entfällt (übliche Darlehenszinsen und -tilgungen).

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegen die Planungsunterlagen sowie eine detaillierte Kostenberechnung zur Einsichtnahme aus.

 

Dieser Text wurde mit dem "Politischen Informationssystem Offenbach" erstellt. Er dient nur der Information und ist nicht rechtsverbindlich. Etwaige Abweichungen des Layouts gegenüber dem Original sind technisch bedingt und können nicht verhindert werden.