Quelle: pio.offenbach.de
Abgerufen am 18.11.2019



Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2006 – 2011
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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 16.06.2010
                                                                                               Eing. Dat. 14.06.2010

Nr. 596



Förderung der sportlichen Aktivität von Migrantinnen „Mama macht Sport“
Antrag Frau Stv. Silvestro vom 14.06.2010, DS I (A) 596


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Sportbüro der Stadt Offenbach soll das Angebot an Sportkursen in den Abendstunden an Schulen der verschiedenen Stadtteile auf die Bedürfnisse von Migrantinnen erweitern und z.B. mehr reine Frauenkurse anbieten.

Es soll eine Ausbildung von Sportlotsinnen / Übungsleiterinnen mit Migrationshintergrund angestrebt werden (z.B. Frauen die arbeitslos sind und sich hierdurch qualifizieren können) damit sie an Schulen und Stadtteilbüros, interessierte Frauen immer beraten können.


Begründung:

In Offenbach leben viele Frauen mit Migrationshintergrund jeden Alters.

Regionale Statistiken über die prozentuale Teilnahme an Bewegungsaktivitäten jeglicher Art liegen noch nicht vor. Bundesweit sind nur ca. 5 bis 10% Migrantinnen sportlich aktiv, sodass in Offenbach eine sehr geringe Beteiligung zu vermuten ist. Vielseitig werden Initiativen und Vereine in anderen Bundesländern gefördert, zum Teil auch vom  Bundesgesundheitsministerium. Der Deutsche Olympische Sportbund z. B. in Mainz und in Frankfurt hat verschiedene Initiativen und Netzwerkprojekte ins Leben gerufen, die sich an Migrantinnen (im speziellen auch muslimische Frauen) richten. Auch in der Nachbarstadt Hanau wird dieser Aspekt der Integration und Prävention sehr ernst genommen. 

Viele  Frauen aus Migrantenfamilien wollen  eine  sportlich-passive Rolle nicht weiter hinnehmen und suchen aus gesundheitlichen und präventiven Gründen sportliche Aktivitäten und Angebote in den Stadtteilen. Migrantinnen trauen sich selten einem Verein beizutreten und ziehen vor, Bewegungsangebote von Frauen für Frauen vor Ort anzunehmen.
Die Stadt Offenbach sollte sich mit Ideen, Kreativität und gegebenenfalls mit einer Förderung einbringen um diesem Bedarf entgegen zu kommen.
Ein innovatives Beispiel in Offenbach ist ein Fahrradkurs für muslimische Frauen, von der Polizeikommissarin Michaela Kins-Klohoker  im letzten Jahr durchgeführt.

Darüber hinaus sind viele Migrantinnen zu wenig informiert über die schon bestehenden Angebote, z. B. an der VHS oder an Gesundheitssport, wie Rücken- oder Wirbelsäulengymnastik (welche von den Kassen bezuschusst wird), Mutter-Kind-Turnen usw. Oft sind sie nicht in der Lage diese Informationen für sich zu finden und somit die passende  Sportart zu treiben. Wenn ihnen jedoch eine beratende Begleiterin/ Lotsin zur Seite steht, hilft es auch bei den Erkenntnissen des Zusammenhangs von Gesundheit, Ernährung und regelmäßiger Bewegung.
Die Migrantinnen können über wichtige Multiplikatoren und Einrichtungen wie Stadtteilbüros, Kitas und Schulen erreicht werden.

 

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