Quelle: pio.offenbach.de
Abgerufen am 22.09.2019



Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2011 - 2016

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2011-16/DS-I(A)0397                                                         Ausgegeben am 20.06.2013

                                                                                               Eing. Dat. 06.06.2013

 

 

 

Integriertes Klimaschutzkonzept
hier: Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanz für die Jahre 2005-2010

Antrag Magistratsvorlage Nr. 201/13 (Dez. II, Amt 33) vom 05.06.2013

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.  Die Energie- und CO2-Bilanz für die Jahre 2005-2010 für Offenbach am Main, die vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz erstellt wurde, wird zur Kenntnis genommen.

2.  Die Anstrengungen zur Umsetzung der beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen werden verstärkt, um die gesetzten Klimaschutzziele im nächsten Berichtszeitraum zu erreichen. Die in der Zusammenfassung sowie der Kurzversion der Energie- und CO2-Bilanz genannten Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept werden prioritär umgesetzt.

3.  Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz wirkt verstärkt darauf hin, dass die am Evaluationsprozess beteiligten Ämter und Institutionen (SOH, EVO AG etc.) regelmäßig im jährlichen Turnus über durchgeführte Klimaschutzmaß­nahmen  berichten und die notwendigen Daten zur Bilanzierung rechtzeitig zur Verfügung stellen.

 

(nachrichtlich: Abstimmung erfolgt nur zu den Ziffern 2 und 3, da es sich bei Ziffer 1 um eine Kenntnisnahme handelt)

 

 

Begründung:

 

Als Klimabündnismitglied hat sich die Stadt Offenbach dazu verpflichtet alle 5 Jahre 10% der CO2-Emissionen einzusparen. Mit der Verabschiedung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes durch die Stadtverordnetenversammlung am 26. August 2010 (DS I (A) 618) wurden messbare Klimaschutzziele, ein handlungsorientierter Maßnahmenplan sowie die Fortschreibung und Evaluierung des Klimaschutz-programms verbindlich festgelegt.

 

Anhand der hier vorgelegten Bilanzierung der Energieverbräuche und CO2-Emissionen in Offenbach für den Zeitraum 2005-2010 werden aktuelle Entwicklungstendenzen aufgezeigt, durchgeführte Maßnahmen mit direkter Energieeinsparwirkung auf ihre Wirksamkeit überprüft (i.d.R. bauliche Maßnahmen) sowie akute Handlungsfelder definiert.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

-       Das CO2-Minderungsziel wurde im Bilanzierungszeitraum 2005-2010 erreicht.

-       Die CO2-Emissionen haben sich um 11,3% absolut (von 1.260.000 t auf 1.118.000 t), die pro-Kopf-Emissionen um 12,3% reduziert (von 10,65 t auf 9,34 t CO2/Einwohner).

-       Die Zielerreichung resultiert im Wesentlichen aus der Schließung der Produktions-anlagen im industriellen Sektor auf dem Gelände der Allessa GmbH.

-       Eine Entwicklung hin zu mehr Energieeffizienz ist bis 2010 nur in Teilsegmenten zu erkennen:

o   Im Bereich der privaten Haushalte gingen die durch Heizbedarf bedingten CO2-Emissionen um 9,8% zurück.

o   Bei den städtischen Gebäuden wird aufgrund der durchgeführten Sanierungen erkennbar Heizenergie eingespart.

-       Der Stromverbrauch steigt in allen Sektoren an und kompensiert dadurch die Teilerfolge im Verbrauchsbereich Heizenergie.

-       Die auf den zunehmenden Stromverbrauch zurückzuführenden ansteigenden
CO2-Emissionen fallen aufgrund des schlechten lokalen Emissionsfaktors für Strom besonders ins Gewicht. Der lokale Stromfaktor betrug, bedingt durch die lokale Kraft­werksstruktur, im Jahr 2010 735,18 g CO2/kWh im Vergleich zu 538,70 g CO2/kWh  im Bundesmix.

-       Der Zuwachs an erneuerbaren Energien im Stadtgebiet fällt so gering aus, dass diese noch keinen nennenswerten Einfluss auf die gesamtstädtischen
CO2-Emissionen haben.

-       Die verkehrsbedingten CO2-Emissionen stagnieren und sind hauptursächlich auf den motorisierten Individualverkehr (MIV) zurück zu führen.

-       Offenbach bietet gute Voraussetzungen für ein klimafreundliches Mobilitätsverhalten, was sich aber nicht im tatsächlichen Mobilitätsverhalten widerspiegelt.

-       Die Nutzung des Umweltverbundes nimmt leicht zu, ist aber geringer als in vergleichbaren Großstädten.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept zur Erreichung von mehr Energieeffizienz, zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien in den Haushalten und der Wirtschaft sowie zur Erreichung eines klimafreundlichen Mobilitätsverhaltens in Offenbach dringlich ist. Die angefangene Entwicklung zur Reduzierung des Energieverbrauches und der CO2-Emissionen muss fortgesetzt werden. Neben der Steigerung der Sanierungsrate von Gebäuden muss auch das Thema „Stromsparen“ stärker verankert werden. Darüber hinaus ist zu prüfen, wie die Qualität der lokalen Stromerzeugung verbessert werden kann.

 

Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Klimaschutzbemühungen ist die Fortschreibung der Energie- und CO2 -Bilanz als Evaluierungsinstrument. Hierfür ist die jährliche Übermittlung von Energieverbrauchsdaten sowie der durchgeführten klimaschutzrelevanten Maßnahmen an das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz seitens der beteiligten städtischen Ämter, der Gesellschaften des Stadtkonzerns und insbesondere der EVO AG erforderlich.

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtver­ordnetenversammlung liegt die vollständige Energie- und CO2-Bilanz zur Einsichtnahme aus. Diese, wie auch die der Vorlage anliegende Kurzversion, können bei Bedarf elektronisch übermittelt werden und sind auch nach Magistratsbeschluss im Parlamentarischen Informationssystem (PIO) abrufbar.

Anlage:   Kurzversion Energie- und CO2-Bilanz der Stadt Offenbach am Main für die Jahre 2005-2010

 

Verteiler:

13 x UPB

   2 x Minderheitenvertreter (UPB)

   2 x Vertreter (ALB)

   8 x Fraktionen (plus elektronische Langversion)

   4 x Stv.-Büro

 

Dieser Text wurde mit dem "Politischen Informationssystem Offenbach" erstellt. Er dient nur der Information und ist nicht rechtsverbindlich. Etwaige Abweichungen des Layouts gegenüber dem Original sind technisch bedingt und können nicht verhindert werden.