Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2016 - 2021

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2016-21/DS-I(A)0184                                                         Ausgegeben am 16.03.2017

                                                                                               Eing. Dat. 15.03.2017

 

 

 

 

 

Wiedereinführung der Schreibschrift in Offenbacher Grundschulen

Antrag AfD vom 10.03.2017

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Der Magistrat möge prüfen und berichten, an welchen Offenbacher Grundschulen auf die Weitergabe der Schreibschrift an die Schüler verzichtet wird und stattdessen die Grundschrift oder alternative, vereinfachte Schriftarten eingeführt wurden.

 

Der Magistrat wird gebeten,

·         sich gegenüber der Landesregierung für den Erhalt bzw. die verbindliche Wiedereinführung der Schreibschrift an allen hessischen Grundschulen einzusetzen,

 

·         auf die Offenbacher Grundschulen dahingehend einzuwirken, die Schreibschrift gegebenenfalls wieder einzuführen.

 

 

Begründung:

Die 2011 eingeführte, so genannte Grundschrift, die jeden Buchstaben separiert und nicht mehr untereinander verbindet, führt Fachleuten zufolge zu verminderten Fähigkeiten in Rechtschreibung, (Fein-) Motorik und Sprachvermögen, und setzt leichtfertig eine Kulturtechnik aufs Spiel – die Fähigkeit, eine allen gemeinsame lesbare Schrift zu schreiben.

Der durch die Grundschrift reduzierte und beschleunigte Schreibunterricht kann fehlende Lernerfahrungen im Vorschulalter sowie Entwicklungsverzögerungen und –störungen nicht ausgleichen.

Daher sprechen sich in zunehmenden Maße Germanisten, Schriftsteller, Grundschullehrer, Sprachwissenschaftler und Pädagogen Verbände vehement für die Beibehaltung bzw. Wiedereinführung der Schreibschrift in den Grundschulen ein.

Auch immer mehr Eltern erkennen, dass die heute vielerorts ausschließlich gelehrte Druckschrift ihre Kinder zu Sprachstotterern und Abgehängten in sprachlichen Fähigkeiten macht, und setzen sich zunehmend dafür ein, den Grundschülern das Schreiben so beizubringen, wie es schon vielen Generationen vorher beigebracht wurde: mit gedanklicher und geschriebener Verbindung der Buchstaben untereinander.

Wer die verbundene Handschrift aus dem Unterricht verbannen will, der verzichtet auf die Entwicklung kognitiver und koordinativer Fähigkeiten bei den Schülern.

Es stimmt überaus bedenklich, welch geringer Stellenwert der schönen, alten Schreibschrift in vielen Bundesländern, darunter auch Hessen, ähnlich den Unterrichtsfächern wie Singen, Werken, Heimatkunde, Handarbeit oder ähnlichem noch zugebilligt wird, weil sie nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen und daher verschwinden sollen. Dem gilt es zu mit allem Nachdruck entgegenzuwirken.

Die Pflege der Schreibschrift muss eine zentrale Aufgabe unserer Schulen bleiben!