Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2016 - 2021

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2016-21/DS-II(A)0014                                                                   Ausgegeben am 26.06.2017

                                                                                                          Eing. Dat. 08.06.2017

 

 

 

 

Ausstattung der eMobil-Stationen mit Elektrorollern

hier: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 30.03.2017,

2016-21/DS-I(A)0178/1

dazu: Magistratsvorlage Nr. 2017-174 (Dez. III, NIO/OVB/MMO) vom 07.06.2017

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung hat folgenden Beschluss gefasst:

 

Der Magistrat soll prüfen und berichten,

 

1. wie sich die Ausleihe der Pedelecs und E-Autos an den eMobil-Stationen entwickelt hat, was die Ursachen der Entwicklung sind und ob und wie das Marketing und das Angebot an E-Fahrzeugen gegebenenfalls angepasst werden kann

 

2. unter welchen Bedingungen und ab wann (technischer Aufwand, Betrieb, Kosten, Förderung und Zeitplan) die Auswahl an E-Fahrzeugen in Offenbach erweiterbar ist. Geprüft werden soll insbesondere, ob Elektro-Roller im Rahmen des bestehenden geförderten Projektes zusätzlich zum Verleih angeboten werden können.

 

3. mit welcher Initiative (bzw. Förderprogramm) der Ausbau des Angebotes mit E-Rollern gegebenenfalls verbunden und unterstützt werden kann.

 

 

Hierzu berichtet der Magistrat wie folgt:

 

Zu 1.

 

Von Beginn bietet das eMobil-Angebot in Offenbach sowohl für Bürger, die aus Offenbach stammen, als auch für Bürger von außerhalb attraktive Möglichkeiten, elektrisch in der Stadt mobil zu sein. Derzeit nutzen über 600 registrierte eMobil-Kunden die Elektrofahrzeuge und Pedelecs der Station am Offenbacher Marktplatz.

Abbildung 1 - Anzahl angemeldeter Nutzer des eMobil-Angebotes seit 2011 

Abbildung 2 - Ausleihvorgänge von Elektroautos und Pedelecs an eMobil-Station Marktplatz seit 2011

 

Auffällig oft haben Kunden, die das Angebot häufiger nutzen, sehr kurze Wege zur bestehenden eMobil-Station am Marktplatz. Um das Angebot eMobil stärker in die Alltagsmobilität eines erweiterten Nutzerkreises zu integrieren,  wurde der Entschluss gefasst, das intermodale Angebot mit Elektrofahrzeugen auszubauen, und eine sinnvolle, logische und abgestimmte Verknüpfung untereinander zu gewährleisten.

 

Damit soll das erkannte, aber noch nicht ausgeschöpfte Potenzial an zusätzlichen Nutzern und Nutzungen gehoben werden.

 

Mit dem Offenbacher Stadtverordnetenbeschluss 2011-16/DS-I(A)0706 vom 07.05.2015 wurde die Freigabe für die Antragstellung für Fördergelder zum Aufbau von fünf weiteren Stationen sowie deren Bau und Verknüpfung im Betrieb mit der bestehenden Station am Marktplatz beschlossen. Gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und den Offenbacher Verkehrs- Betrieben (OVB) entsteht aktuell unter Förderung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) ein Netz an eMobil-Stationen im Offenbacher Stadtgebiet. Im ersten Realisierungsabschnitt werden neben der Ertüchtigung der Station am Marktplatz zwei weitere Standorte (Nordring und Bieber) am 19.06.2017 eröffnet. Drei weitere Standorte sollen im Laufe des Jahres folgen.

 

Das Angebot eMobil wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Geschäftsfeldes Mobilität der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe betreut. Hier erfolgt auch die Integration des Angebotes in die Öffentlichkeitsarbeit der Elektromobilitätsaktivitäten der Stadt und des Stadtkonzerns im Rahmen der Kampagne „E wie Offenbach“. Des Weiteren ist das Angebot eMobil ein fester Bestandteil des Angebotes Öffentlicher Nahverkehr und wird sowohl über den Projektpartner RMV als auch über das Geschäftsfeld Mobilität vermarktet, dies zum Beispiel auch zukünftig über die Integration des Angebotes in die dynamische Fahrplanauskunft des RMV.

 

 

Zu 2.

 

Für die Anbindung von Elektrorollern an das neu aufgelegte stationsflexible eMobil-Angebot ist die Anpassung des derzeit entwickelten Verleihsystems zwingend notwendig. Voraussetzung zur technischen Umsetzbarkeit ist die Ansteuerung von Elektrorollern mittels intelligenter Bordcomputer an das Hintergrundsystem. Daneben müssen Verleih- und Rückgabeprozesse speziell für Elektroroller angepasst bzw. ggf. neu aufgesetzt werden, da sich diese von den bisherigen  Prozessen bzgl. Pedelecs oder Elektroautos in Teilen unterscheiden. Dies betrifft beispielsweise die Vorhaltung von Infrastruktur zum Laden der Elektroroller, gegebenenfalls die Implementierung eines „Akku-Tausch-Systems“, aber auch technische und juristische Änderungen beispielsweise bei der Kundenregistrierung, da sich der Kundenkreis auch auf Minderjährige unter 18 Jahren erstreckt.

 

Im Rahmen einer Erweiterung sind Betrieb und Unterhaltung von Elektrorollern analog der bestehenden Elektroautos und Pedelecs im Detail zu definieren. Grundsätzlich ist jedoch die Integration von Elektrorollern aus Betreibersicht mit im Verhältnis relativ geringem Mehraufwand (jährliche Betriebskosten) möglich, ebenso wie die Integration von Elektrorollern in das eMobil-Gesamtsystem.

 

Am zeitlich aufwendigsten würde sich die Erweiterung des Hintergrundsystems darstellen. Einschließlich Beschaffung der Fahrzeuge und Tests kann mit circa




 einem Jahr Vorlauf bis Inbetriebnahme gerechnet werden. Hinzu kommt die Zeit von Erstellung eines Förderantrages bis Erhalt des Förderbescheides, dieser Zeitraum beträgt circa weitere 6-8 Monate.

 

Eine Erweiterung des Systems würde neben den zusätzlichen Betriebskosten auch im Vorfeld Investitionskosten verursachen. Neben der Anschaffung von „intelligenten“ Elektrorollern, die eine Anbindung an das eMobil-Verleihsystem gewährleisten müssen, ist weiteres Equipment wie Helme, Ersatz-Akkus, Ladegeräte, Ersatzteile usw. zu beschaffen. Ein noch zu lösendes Thema wäre auch noch die Hygiene beim Helmverleih, hier gibt es Möglichkeiten (z. B. sogenannte „Hygienekopftücher“), die auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden müssen.

 

Investitionskosten

Elektroroller in Sharing-Ausstattung

68.406,00 €

Intelligente Zugangssysteme und Anpassung Hintergrundsystem

118.988,00 €

Zubehör (Helme, Ladegeräte und sonstiges)

8.840,00 €

 

 

Summe:

196.234,00 €

Tabelle 1 – Investitionskosten Anschaffung Elektroroller und Zubehör sowie Anbindung  an eMobil-System

Monatliche Kosten

Wartung / Reinigung / regelmäßiger Akku-Tausch

1.600,00 €

Reparaturen und Ersatzteile

540,00 €

Versicherung und Telematik

1.512,00 €

 

 

Summe:

3.652,00 €

Tabelle 2 – Laufende Kosten pro Monat für Betrieb und Service

Gemäß obiger Kalkulation belaufen sich für dieses Vorhaben die Initialkosten auf 200 T€ (gerundet). Zu Kalkulationszwecken wurde die Annahme getroffen alle sechs zukünftigen eMobil-Stationen mit jeweils zwei Elektrorollern auszustatten. Die laufenden Kosten für Betrieb, Service, Wartung, Reparatur, Ersatzteilbeschaffung und Disposition werden mit 3,5 T€ bis 4 T€ pro Monat bei dieser Annahme veranschlagt. Kostenseitig nicht berücksichtigt sind Maßnahmen zu Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu 3.

 

Bei Umsetzung des angedachten Vorhabens, das eMobil-Angebot mit Elektrorollern zu erweitern und die Entleih- und Rückgabeprozesse dahingehend anzupassen, würden geeignete Förderprogramme näher geprüft werden.

 

Zum Zeitpunkt der Antworterstellung liegt kein speziell auf Elektroroller ausgelegtes Förderprogramm vor und auch keine Informationen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Auch gilt es zu beachten, dass zurzeit aktive Förderprogramme hinsichtlich Elektromobiltät als Beitrag zur Stadtentwicklung eine begrenzte Laufzeit haben und bei Vorhabenbeschluss ggf. nicht mehr in Anspruch genommen werden können.

 

Eventuell neue Förderprogramme, die ggf. zukünftig hinsichtlich z.B. Elektromobilität, Förderung von intermodalen Projekten oder einer nachhaltigen Stadtentwicklung u.a. in Betracht gezogen werden könnten, würden bei einem Vorhabenbeschluss näher geprüft werden.