Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2016 - 2021

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2016-21/DS-I(A)0459                                                         Ausgegeben am 02.08.2018

                                                                                               Eing. Dat. 02.08.2018

 

 

 

 

 

Zukunft des Schultheisweihers

Antrag CDU, B´90/Die Grünen, FDP und FW vom 02.08.2018

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

 

Der Magistrat wird beauftragt, zu prüfen und zu berichten, welche Maßnahmen im Rahmen von landschafts- und naturschutzrechtlichen Vorgaben zum Unterhalt des Schultheisweihers notwendig sind und mit welchen einmaligen und wiederkehrenden Kosten dies verbunden ist.


Der Magistrat wird zudem beauftragt, zu prüfen und zu berichten, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Funktion des Weihers als Badesee dauerhaft zu sichern und mit welchen einmaligen und wiederkehrenden Kosten dies verbunden ist.

 

Zudem ist darzustellen, welche Kosten mit dem Weiher in den letzten 3 Jahren verbunden waren.

 

 

Begründung:

Der Schultheisweiher, Teil des Naturschutzgebietes Mainaue, hat eine Doppelfunktion inne. Zum einen wird die südliche Hälfte des Sees für Freizeitzwecke von Badegästen genutzt, zum anderen ist die nördliche Hälfte als Biotop entwickelt, und als Schutzzone für seltene Tierarten ausgewiesen und somit für Besucher gesperrt.

 

Die Stadt ist aus landschafts- und naturschutzrechtlichen Vorgaben verpflichtet das Biotop zu erhalten, hierfür ist insbesondere die Wasserqualität von Bedeutung. Die Wasserqualität ist auch für die zusätzliche Freizeitfunktion, das Baden, entscheidend.

 

Auch andernorts sind Seen mit geringem Wasserzufluss von Blaualgen befallen. Mittlerweile gibt es für solche Gewässer Sanierungsmöglichkeiten, zum Beispiel ein Verfahren zur externen Phosphorelimination am Uferrand welche das Seewasser aufbereitet und dann wieder zuführt. Ob und welche Verfahren für den Schultheisweiher in Frage kommen und mit welchen Kosten diese  verbunden wäre, sollte  geprüft und das Ergebnis den Stadtverordneten vorgelegt werden.

 

Mehrfach in den letzten Jahren musste die Badesaison am Schultheisweiher frühzeitig beendet werden, u. a. weil das Gewässer von Blaualgen befallen war. Auch dieses Jahr ist es gänzlich ungewiss, ob noch gebadet werden kann. Möglicherweise könnte das Baden infolge von kühlem und regnerischem Wetter wieder freigegeben werden. Grund für die Sperrung des Badegewässers ist eine zu hohe Menge an Blaualgen. Verschärft wird die Lage durch eine Senkung des Grenzwertes für Blaualgen durch das Umweltbundesamt von den bisher geltenden 150 µg/l auf 75 µg/l. Auch erscheint es aktuell dringlich, gegen die mannigfachen Belästigungen durch Nilgänse am Schultheisweiher vorzugehen.

 

Mit der letzt- und diesjährigen Situation muss in Zukunft wegen der hohen Sommertemperaturen, geringem Grundwasserstand, schlechten Umwälzbedingungen in den Wintermonaten und damit geringem Sauerstoffeintrag in tiefere Seeschichten häufiger gerechnet werden.

 

Es besteht die Gefahr, dass der Schultheisweiher als Badesee ausfällt, weil eine dauerhafte und zuverlässige Sanierung für den Badebetrieb nicht möglich ist. Da Offenbach sonst nur noch über das EOSC-Bad auf der Rosenhöhe verfügt, das an heißen Sommertagen hoffnungslos überfordert ist, sollten Lösungsmöglichkeiten für den Schultheisweiher geprüft werden. Falls es zu einer dauerhaften Sperrung des Schultheisweihers für den Badebetrieb kommen müsste, könnten die Gelder, die bei einer dauerhaften Sperrung für den Badebetrieb eingespart werden, alternativ dem Betrieb des EOSC-Bades zugutekommen. Daher ist darzustellen, welche Kosten auf die Stadt rein aufgrund von Vorgaben aus dem Naturschutzrecht entstehen und welche Kosten darüber hinaus der zusätzliche Badebetrieb verursacht