Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2016 - 2021

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2016-21/DS-I(A)0615                                                         Ausgegeben am 13.06.2019

                                                                                               Eing. Dat. 13.06.2019

 

 

 

 

 

Verringerung des Nachhalls in der Goetheschule, Bernardstraße 70 in Offenbach

hier: Projekt- und Vergabebeschluss

Antrag Magistratsvorlage Nr. 2019-206 (Dez. IV, Amt 60) vom 12.06.2019

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.       Den Maßnahmen zur Verringerung des Nachhalls in der Goetheschule, Bernardstraße 70 in Offenbach, nach der von der GBM Gebäudemanagement GmbH, Senefelderstraße 162, 63069 Offenbach, in Verbindung mit Dritten erstellten und vom Revisionsamt geprüften detaillierten Kostenberechnung, abschließend mit 300.000,00 € einschließlich Planungskosten, wird zugestimmt.

 

2.       Die erforderlichen Mittel werden auf dem Produktkonto 03130100.6161000060 „Allg. Schulsanierungsmaßnahmen“, PN V 9018 wie folgt bereitgestellt:

 

03130100.6161000060

Haushaltsmittel 2019:            300.000,00 €

(Davon erfolgte Rückstellungen in Höhe von 300.000,00 €.)

 

3.       Mit der Abwicklung der Maßnahme wird die Gebäudemanagement Service GmbH Offenbach (GBM) durch das städtische Hochbaumanagement beauftragt.

 

 

Begründung:

 

Die Goetheschule ist eine Grundschule und befindet sich in der Bernardstraße 70 in Offenbach am Main. Sie wurde im Jahre 1921 gegründet und liegt im Offenbacher Stadtteil Nordend. Das Hauptgebäude steht unter Denkmalschutz. In der Goetheschule werden 375 Kinder aus 45 Nationen beschult. Die multikulturelle Zusammensetzung der Schülerschaft und die daraus resultierenden Schwierigkeiten hinsichtlich der Sprachkompetenz erfordern ein hohes Maß an sozialpädagogischer Kompetenz und sprachlicher Verständlichkeit. Seit 2009 begleitet das Projekt „Eltern + Schule: verstehen, mitmachen, begleiten“ diese Aufgabe. So stehen unter anderem Sprachlotsen in 28 Sprachen zur Verfügung. Zudem wird Frühstück für Schulkinder sowie Hausaufgabenhilfe angeboten. Die Schule betreut schulpflichtige Kinder von sechs bis zehn Jahren. An der Goetheschule gibt es acht Ganztagsklassen. Pro Jahrgang sind es zwei Ganztagsklassen (GTK), die den Kindern täglich von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr zur Verfügung stehen. Ab der 3. Klasse wird an der Schule Englisch unterrichtet.

Bei den in der Goetheschule in repräsentativen Räumen durchgeführten Nachhallmessungen wurde festgestellt, dass die Akustik in den Unterrichts- und Nebenräumen, den Fluren und der Sporthalle, aufgrund der hohen Wände und fehlender Maßnahmen zur Reduzierung der Nachhallzeiten, für Unterrichtszwecke schlecht geeignet ist. Detaillierte Angaben sind den ausliegenden Planungs- und Kostendaten zu entnehmen.

 

Da gute Arbeitsbedingungen die Grundlage für einen verständlichen Unterricht sind, sind für die gesamte Schule Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhallzeiten vorzusehen, denn zu lange Nachhallzeiten können dazu führen, dass beim Sprechen die vorangehenden Silben die nachfolgenden überdecken. Dadurch wird die Sprachverständlichkeit insgesamt verschlechtert. Vor allem Kinder und Jugendliche mit Gehör- und Sprachverarbeitungsstörungen, mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie leistungsschwache Schülerinnen und Schüler haben erhöhte Bedürfnisse an niedrige Nachhallzeiten. Schlechte Nachhallzeiten führen auch zu mehr Störgeräuschen und somit insgesamt zu einem erhöhten Lärmpegel. Mit zunehmender Nachhallzeit reduziert sich die Sprachverständlichkeit stark. Durch lauteres Sprechen wird oft versucht, die schlechte Sprachverständlichkeit zu verbessern. Dadurch werden Nutzsignalanteile (Direktschall und frühe Reflexionen) und auch der Nachhall gleichermaßen lauter, so dass die Gesamtsituation lauter wird. Räume die halliger sind, besitzen einen hohen diffusen Störpegel des Nachhalls. Aus diesem Grund sprechen Lehrkräfte sowie Schulkinder im Raum lauter, um die Situation zu verbessern. Diese Rückkopplung des Nachhalls auf das eigene „akustische“ Verhalten erhöht jedoch den Lärmpegel und verschlechtert die Situation. Dadurch kommt es zu dauerhaft erheblichen Stressbelastungen für Lehrkräfte, zur Verringerung der Lernleistung sowie der kommunikativen und sprachlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

 

Der Lärmpegel und damit die Nachhallzeit in den Innenräumen lassen sich durch Auskleidung der Wände und/ oder Decken mit Schall absorbierenden Materialien verringern. Detaillierte Angaben zu den Messvorgängen und Grenzwerten sind den ausliegenden Planungs- und Kostendaten zu entnehmen.

 

Für das Gebäude liegt eine gültige Baugenehmigung vor, die auch die Akustik betrifft, so dass der Bestandsschutz greift und rein rechtlich keine Verpflichtung für Nachhallverringerungsmaßnahmen besteht. Dies würde erst bei einer Gesamtsanierung verpflichtend zutreffen. Aufgrund der Wünsche der Schulleitung und aus oben angegebenen Gründen soll der Nachhallschutz nun dennoch installiert werden.

 

Dies betrifft alle Klassen- und Unterrichtsräume, Betreuungs- und Nebenräume, den Musikraum, die Flure, den Gymnastikraum und die Turnhalle. Genaue Aufstellung siehe Erläuterungsbericht zu den Planungs- und Kostendaten.

 

Gemäß Stellungnahme des Umweltamtes bestehen weder Bedenken hinsichtlich des Klimaschutz und Energie sowie des Immissionsschutzes.

 

Erläuterung zur Kostenberechnung:

 

Für die Maßnahme wird im Rahmen des Gesetzes über den Regionalen Lastenausgleich betreffend den Flughafen Frankfurt (Regionallastenausgleichsgesetz-RegLastG) ein Förderantrag gestellt.

 

Mit der Durchführung der erforderlichen Arbeiten soll baldmöglichst nach Bereitstellung der Haushaltsmittel begonnen werden.

 

Die Haushaltsmittelbereitstellung sowie die Finanzierung der Maßnahme erfolgen entsprechend dem Antragstenor.

 

Folgekosten, außer der üblichen Darlehenszinsen und -tilgung, entstehen nicht.

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegen die Planungsunterlagen sowie eine detaillierte Kostenberechnung zur Einsichtnahme aus.

Anlage:

Lageplan