Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2016 - 2021

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2016-21/DS-I(A)0734                                                         Ausgegeben am 16.01.2020

                                                                                               Eing. Dat. 16.01.2020

 

 

 

 

 

Plastikfrei feiern in Offenbach

Antrag CDU, B´90/Die Grünen, FDP und FW vom 13.01.2020

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Die Stadt Offenbach verzichtet ab dem Jahr 2020 bei Festen und Veranstaltungen auf Einwegplastik. Dies gilt für alle Feste und Veranstaltungen, bei denen die Stadt als Veranstalterin auftritt. Hierfür sind die Auflagen entsprechend anzupassen.

Bei Abschluss von Neuverträgen werden gewerbliche Veranstalter i. S. der Gewerbeordnung von Märkten, Messen, Ausstellungen, Sportveranstaltungen u.ä.m. dazu verpflichtet ab dem Jahr 2021, ausschließlich wiederverwendbares Geschirr und Besteck beim Verkauf von Speisen und Getränken zu verwenden.

 

Analog dazu sind Regelungen in der SOH und ihren Tochtergesellschaften zu treffen. Dies gilt insbesondere für die Capitol Theater GmbH Offenbach und die Stadthalle Offenbach Veranstaltungs GmbH.

 

 

Begründung:

 

Bis zum Jahr 2050 könnte es in den Meeren mehr Plastik als Fische geben, davor warnt eine Studie im Auftrag des Weltwirtschaftsforums. Jährlich landen demnach acht Millionen Tonnen Plastik in die Meere, das entspricht einer Müllwagenladung pro Minute. Mikroplastik findet sich auch in Deutschland flächendeckend in Böden und Gewässern. Gleichzeitig wird bei der Produktion von Plastik weitgehend auf die endliche Ressource Erdöl gesetzt. Auch das Stadtbild wird gerade nach Festen durch unschöne Vermüllung, häufig in Mitleidenschaft gezogen.

Die Probleme, die sich aus der Plastikflut ergeben, werden auch in unserer Gesellschaft zunehmend als solcher erkannt. Die unnötige Nutzung von Plastik zu reduzieren bzw. zu beenden, wird auch auf politischer Ebene zunehmend als Ziel gesetzt.

So hat die EU eine weitreichende Maßnahme im Kampf gegen den Plastikmüll ergriffen. In Deutschland und der gesamten EU sind  beispielsweise Plastikbesteck (Gabeln, Messer, Löffel und Ess-/Rührstäbchen), Plastikgeschirr (Teller, Schalen, Becher, Tassen),  Plastikstrohhalme und Verpackungen für warme Speisen und Getränke aus Styropor (Polystyrol) ab 2021 verboten

(siehe http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20190321IPR32111/wegwerfprodukte-aus-plastik-parlament-stimmt-fur-verbot-ab-2021 ).

Die im März 2019 vom EU-Parlament beschlossene Richtlinie soll eine Trendwende beim Plastikverbrauch einleiten und vor allem die Zunahme an Plastikmüll in den Weltmeeren stoppen.

Da aber auch Einwegverpackungen aus anderen Materialien zu erheblichen Teilen zur Vermüllung unserer Stadt beitragen und gerade bei Festen sehr viele Abfälle verursachen, aber auch Ressourcen verbrauchen, soll das Problem nicht verlagert, sondern durch die Nutzung von Mehrweggeschirr nachhaltig gelöst werden. Dies gilt sowohl für Feste, die von der Stadt veranstaltet werden (z.B. Mainuferfest, Lichterfest, Fest der Nationen), als auch für die städtischen Veranstaltungsorte (Capitol, Stadthalle), die selbstverständlich auch nicht mehr Einwegbecher und -geschirr verwenden sollen.