Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011


Drucksachen-Abteilung I (A) Ausgegeben am 08.10.2008

Eing. Dat. 02.10.2008

 

Nr. 348

 

 

 

Sophie von La Roche-Preis für die Gleichberechtigung von Frauen          
Antrag Magistratsvorlage Nr. 344/08 vom 01.10.2008 (Dez.: I, Amt 18), DS I (A) 348


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat der Stadt Offenbach vergibt alle zwei Jahre, erstmals im Jahre 2009, einen „Sophie von La Roche-Preis für die Gleichberechtigung von Frauen“. Dieser Preis wird vergeben als Förderung und in Anerkennung hervorragender und innovativer Leistungen, die der Verwirklichung des verfassungsrechtlichen Gebotes der Gleichberechtigung bzw. der Gleichstellung von Frauen und Männern dienen. Ausgezeichnet werden sollen besonderes Engagement bzw. hervorragende Leistungen auf kulturellem, sozialem oder gesellschaftlichem Gebiet, die diesem Ziel dienen. Der Preis kann an einzelne Personen, Frauenprojekte, Vereine, Institutionen, Verbände vergeben werden.

Die Verleihung des Sophie von La Roche-Preises findet durch den Magistrat der Stadt Offenbach am Main nach Entscheidung einer Vergabejury statt. Die Kosten belaufen sich auf 2.000 Euro, wobei das Preisgeld mit 1.500 Euro dotiert ist und für die Ausrichtung der Veranstaltung zur Preisverleihung 500 Euro eingestellt werden.

Die beiliegende Satzung zur Vergabe des Preises wird beschlossen.

Die Finanzierung erfolgt über USK 02010.71740 Sachkonto 729 00000
Produkt 010106.


Begründung:

 

Sophie von La Roche hat von 1786 bis zu ihrem Tod 1807 in Offenbach gelebt und ist eine der herausragenden geschichtlichen Persönlichkeiten Offenbachs. Sie hat durch ihr Lebenswerk viel dazu beigetragen das Bild der Frau in der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts zu verändern. 

 

Sophie von La Roche ging als erste Frauenromanautorin in die deutsche Literaturgeschichte ein. Sophie von La Roche war die erste professionelle Schriftstellerin des 18. Jahrhunderts. Als eine der ersten Frauen gelang es ihr, sich als freie Autorin mit ihrem Erfolgsroman „Geschichte des Fräulein von Sternheim“ zu etablieren. Sie begründete und war Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitschrift „Pomona“. 

 

Der Preis soll erinnern an die herausragende Leistung und Fähigkeit dieser historisch so wichtigen Schriftstellerin und wird in Anerkennung und Würdigung des Lebenswerkes von Sophie von La Roche vergeben. Durch die Vergabe dieses Preises sollen in der Tradition von Sophie La Roche engagierte Personen, Frauenprojekte, Vereine, Institutionen und Verbände gewürdigt werden.

 

Die Initiative zur Vergabe dieses Preises stammt aus der Gleichstellungskommission. Diese hat sich mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt und einen Satzungsentwurf erarbeitet, welcher als Anlage zur Magistratsvorlage der Stadtverordnetenversammlung ebenfalls zur Beschlussfassung vorgeschlagen wird.

 

Anlage