Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2011 - 2016

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2011-16/DS-I(A)0189                                                         Ausgegeben am 05.06.2012

                                                                                               Eing. Dat. 05.06.2012

 

 

Aufnahme der Wohnungslosen-Statistik in den Sozialbericht
Antrag DIE LINKE. vom 05.06.2012


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Zahl der Obdachlosen und Wohnungslosen in Offenbach wird im Sozialbericht der Stadt erfasst. Der Sozialbericht erfasst in Zukunft außerdem die Altersstruktur der Betroffenen.


Begründung:

 

Obdachlosigkeit hat viele Gesichter. Dementsprechend ist ein differenziertes Vorgehen der Kommune erforderlich, um dem Phänomen zu begegnen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von geeignetem Wohnraum. In der Regel geht der Wohnungslosigkeit eine vielschichtige individuelle Problemlage voraus, die aufgelöst werden muss, bevor die Reintegration der Betroffenen gelingen kann.

 

Nach geltender Sozialgesetzgebung wird Jugendlichen unter 25 Jahren, die im ALG II-Bezug stehen, keine Wohnung durch die zuständigen Jobcenter finanziert. Zu befürchten ist deshalb, dass die Wohnungslosigkeit für diese Bevölkerungsgruppe ansteigt und sich die Situation für die Betroffenen verfestigt und als Dauerzustand etabliert.

 

Die Linke sieht es als Aufgabe der Politik, auf Veränderungen in der Altersstruktur der Wohnungslosen zu reagieren. Durch das Erfassen der Altersstruktur ist es möglich, zielgruppengerechte Angebote zu entwickeln. Zudem halten wir es für notwendig, diese Daten vollständig zu erheben um u.a. auf Ab- oder Zunahmen schnell reagieren zu können.

 

Die jährliche Durchführung der statistischen Erfassung soll sich an den Erkenntnissen aus dem Modellversuch zur Wohnungsnotfallstatistik orientieren, den die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik in Nordrhein-Westfalen und der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V. durchgeführt hat.