Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2011 - 2016

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2011-16/DS-I(A)0573                                                         Ausgegeben am 10.07.2014

                                                                                               Eing. Dat. 10.07.2014

 

 

Sanierung und Umgestaltung Spielplatz Johannes-Morhart-Straße

hier: Projektbeschluss

Antrag Magistratsvorlage Nr. 199/14 (Dez. I, Amt 60) vom 09.07.2014

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.     Der Sanierung und Umgestaltung des Spielplatzes Johannes-Morhart-Straße im Nordend, auf der Grundlage der vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement in Zusammenarbeit mit dem Büro Bertuleit, Nidderau, erstellten und vom Revisionsamt geprüften Kostenberechnung in Höhe von 325.000,00 € wird zugestimmt.

 

2.     Die erforderlichen Mittel werden bewilligt und wie folgt bereit gestellt:

 

a)  Produktkonto 13010100.0952007860 „Spielplatz Johannes-Morhart-Straße

     – Sanierung (13.01.01)“, Investitionsnummer 1301010900601211

     Haushaltsmittel 2013 und früher: 125.000,00 €

 

b) Produktkonto 13010100.6165001160 „Instandhaltung Park- und

    Gartenanlagen“ PN V 2028

    Haushaltsmittel 2013: 100.000,00 € (davon erfolgte Rückstellung

    i.H.v. 94.088,68 €)

 

c) Verwahrgeldkonto 13010100.4860000960 „Förderung Fraport,

    kontaminierter Boden“: 100.000,00 €

 

Gesamtbedarf 325.000,00 €

 

Die Bereitstellung der Mittel zu a) bis c) erfolgt im Einzelfall vorbehaltlich

- der Finanzierung

- der Mittelfreigabe durch die Kämmerei sowie der Genehmigung durch das

  Regierungspräsidium Darmstadt

- der Übertragung des Haushaltsausgaberestes in das Haushaltsjahr 2014

- der Zahlung durch die Fraport

 

3.   Die jährlich anfallenden und vom Revisionsamt ge­prüften Folgekosten in Höhe

von 84.498,28 € sind in den folgenden Jahren zu veranschlagen. Dieser Betrag ist in dem o.g. Betrag enthalten.

 

Die Unterhaltungskosten (Pflegeleistung ESO), die Bestandteil der o.g. geprüften Folgekosten sind,  verringern sich durch die Maßnahme von 57.126,70 €/a. auf  55.798,28 €/a. Die Bereitstellung der Mittel erfolgt über das Produktkonto 13010100.6165001420 „Grünpflege und öffentl. Spielflächen“.

Begründung:

 

Der Spielplatz Johannes-Morhart-Straße stellt den größten und wichtigsten Spielort im Nordend dar. Aufgrund seiner zentralen Lage gegenüber des Jugendzentrums und der Kita 16 hat er einen hohen Bekanntheitsgrad.

 

Mit einer Gesamtfläche von über 3.300 qm zählt er zu den größten Spielplätzen in Offenbach. Der Anfang der 1980er Jahre entstandene Spielplatz weist mittlerweile deutliche Abnutzungserscheinungen auf. Im Laufe der letzten Jahre mussten immer mehr Spielgeräte ersatzlos abgebaut werden, so dass es mittlerweile nur noch im straßenseitigen Bereich attraktive und zeitgemäße Angebote gibt.

 

Im Jahr 2006 wurde mit Kindern und Jugendlichen des Jugendzentrums ein Workshop durchgeführt, bei dem sie ihre Wünsche für den Spielplatz äußern konnten. In einem gemeinsamen Prozess wurden diese Wünsche in ein Grobkonzept transferiert.

 

Die Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahme sieht vor, Teilbereiche auf Basis des Grobkonzeptes zu überarbeiten. Dieses sieht eine Einteilung der Fläche in Altersklassen vor. So sollen die bestehenden Angebote für Kleinkinder im vorderen, straßenseitigen Bereich erhalten bleiben. Der mittlere Abschnitt soll als Quartierstreffpunkt sowie als Spielzone für mittelalte Kinder aufgewertet werden und der hintere, rückwärtige Bereich soll Anreize für ältere Kinder bieten.

 

Die bestehende Erschließung durch einen Rundweg bleibt im Prinzip erhalten und bietet Möglichkeiten, neue Spielangebote entlang des Weges vorzusehen. Aufgrund des begrenzten Budgets und der großen zu bearbeitenden Fläche ist es nicht möglich, den gesamten Platz mit Spielangeboten zu bestücken. Der hier vorliegende Entwurf stellt eine entwicklungsfähige Grundstruktur dar, die im Laufe der nächsten Jahre – je nach zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln- ergänzt werden kann.

 

Die Verteilung der Projektkosten auf verschiedene Produktkonten ist wie folgt zu erklären:

 

Die Neugestaltung des Spielplatzes setzt sich aus investiven und Instandhal-tungsleistungen zusammen. So fallen z. B. Wegesanierungsarbeiten und Pflanzarbeiten an, die den ursprünglichen Zustand wieder herstellen sollen. Daneben erfährt der Spielplatz aber auch eine funktionale Aufwertung, indem neue (Spiel)angebote geschaffen werden, die es bisher in diesem Maße nicht gab.

 

Ausstattung vorderer Bereich:

Das bestehende Sand-Wasserspiel, welches 2006 in einem Beteiligungsprojekt entstanden ist, bleibt erhalten. Ebenso bleibt der runde Sandspielbereich für Kleinkinder erhalten. Obgleich bei diesen Flächen derzeit keine konkrete Bearbeitung geplant ist, gibt es die Option, den Bereich durch einen rollstuhlunterfahrbaren Spieltisch sowie eine Kleinkinderschaukel in den nächsten Jahren aufzuwerten.

 

Ausstattung mittlerer Bereich:

 

Der mittlerweile nicht mehr zu erkennende zentrale Platz soll künftig durch eine gepflasterte Kreisfläche mit einer Einfassungssitzmauer aus Steinquadern kenntlich gemacht werden. Für eine bessere Erschließung soll auch der Weg bis zur Johannes-Morhart-Straße künftig in diesem Material gepflastert werden. Südlich des Platzes entsteht ein Balancierpfad mit Niedrigseil-Elementen, welcher optional in den nächsten Jahren nach Westen fortgeführt werden könnte und damit in seiner Größe verdoppelt werden könnte.

 

Ausstattung hinterer Bereich:

Neben einem neu anzulegendem Spiel- und Sportrasen, der für freies Spiel Platz bietet, soll eine Kletterfelsenkombination entstehen. Die Kunstfelsen, die zum Teil eine Höhe von bis zu 3 m aufweisen, bieten Jugendlichen die Möglichkeit zum Bouldern und zum Kräfte messen.

 

Infrastruktur:

Der vorhandene Rundweg aus wassergebundener Decke wird überarbeitet und in Abschnitten neu ausgeführt. Im nördlichen Bereich wird ein zweiter Ein-/Ausgang angelegt, der Kindern als „zweiter Rettungsweg“ in Gefahrensituationen dienen soll.

Die vorhandenen Parkbänke und Abfallbehälter werden wiederverwendet und im Platzbereich durch neue Tisch-Bank-Kombinationen ergänzt.

 

Die vorhandene Beleuchtung soll stillgelegt werden, damit die Nutzer nicht dazu verleitet werden, den Spielplatz nach 20 Uhr zu betreten. Die Leitungen und die Masten bleiben aber größtenteils erhalten, so dass man bei Bedarf die Lampen wieder in Betrieb nehmen könnte.

 

Bepflanzung:

Im Zuge der Maßnahme werden 3 Bäume gerodet, die im Bereich der neuen Spielflächen stehen. Als Ersatz werden in den Randbereichen 3 neue Bäume gepflanzt. Die vorhandenen Pflanzflächen in den umlaufenden Randbereichen bleiben komplett erhalten und werden partiell ergänzt.

 

Bodenarbeiten:

è  Siehe hierzu auch Ausführungen unter „Beurteilung der Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Klima, Altlasten/Bodenschutz“

 

Bodenuntersuchungen haben ergeben, dass vor allem in den tieferen Bodenschichten Kontaminierungen vorliegen, die bisher nicht bekannt waren. Es wird vermutet, dass aufgrund der früheren industriellen Nutzung des Grundstücks eine Belastung mit verschiedenen Schadstoffen (Schwermetalle etc.) entstanden ist. Um eine Gefährdung der Nutzer auszuschließen, muss verhindert werden, dass die Nutzer (=Kinder) mit dem kontaminierten Boden in Kontakt kommen. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Darmstadt (Abteilung Umwelt) wurde ein Konzept erarbeitet, wonach der Boden in den Bereichen, wo kein Baumbestand vorhanden ist, 35 cm tief auszutauschen ist. Ist ein Bodenaustausch von 35 cm wegen starker Durchwurzelung von Bäumen nicht möglich, so ist eine Grabesperre einzuplanen.

Unabhängig vom derzeitigen Spielplatzprojekt hat das Regierungspräsidium angeordnet, 3 Grundwassermessstellen einzurichten. Anhand der Ergebnisse der nächsten Monate soll geprüft werden, ob im Nordend Gefährdungen des Grundwassers vorliegen.

 

Unter Federführung des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz wird die Einrichtung der 3 Messstellen derzeit vorbereitet.

 

 

Partizipationsarbeiten:

Eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Bauablauf bietet sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht an, da größtenteils schwere Maschinenarbeiten durchgeführt werden (Erdarbeiten, Wegebau, Installation Spielgeräte).

Zusätzlich zu der bereits stattgefundenen Jugendlichen-Beteiligung in 2006 könnte in den nächsten Jahren der Jugendsitzplatz selbst gebaut werden oder zum Beispiel ein künstlerisch und handwerklich anspruchsvoller Workshop zur Gestaltung einer Sitzschlange mit Mosaiksteinen durchgeführt werden.

 

Beurteilung der Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Klima

Die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Klima werden vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz wie folgt eingeschätzt:

 

In den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz, Gewässerschutz, Altlasten und Bodenschutz sowie Energie und Klimaschutz stoßen die Maßnahmen nicht auf Bedenken. Die im Abschnitt „Bodenarbeiten“ beschriebenen Maßnahmen sind umzusetzen.

 

Erläuterung zur Kostenberechnung

Mit der Umsetzung der Maßnahme darf erst begonnen werden, wenn die Gesamtfinanzierung sichergestellt ist.

 

Über die Maßnahme wurde durch das beauftragte Büro Bertuleit, Nidderau, eine Kostenberechnung erstellt, die, vom Revisionsamt geprüft, mit 325.000,00 € abschließt.

 

Die vom Revisionsamt geprüften jährlichen Folgekosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich insgesamt auf 84.498,28 €.

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegen die Planungsunterlagen, eine detaillierte Kostenberechnung sowie die Folgekostenberechnung zur Einsichtnahme aus.

Anlage:

Auszug aus der Stadtkarte

 

Verteiler:

13 x HFB

  2 x Minderheitenvertreter (HFB)

  2 x Vertreter (ALB)

13 x UPB

  2 x Minderheitenvertreter (UPB)

  2 x Vertreter (ALB)

13 x SOZ

  2 x Minderheitenvertreter (SOZ)

  2 x Vertreter (ALB)

  8 x Fraktionen

  4 x Stv.-Büro