Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2011 - 2016

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

2011-16/DS-I(A)0627                                                         Ausgegeben am 04.11.2014

                                                                                               Eing. Dat. 30.10.2014

 

 

 

 

 

Museum für Digitalkultur

Antrag CDU, SPD, B´90/Die Grünen, FW, FDP und Piraten vom 30.10.2014

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Der Magistrat wird beauftragt zu prüfen und zu berichten, ob und an welchen Standorten in Offenbach ein Museum für Digitalkultur in Kooperation mit dem Verein Digital Retro Park e.V. eingerichtet werden kann. Die Prüfung muss zum Inhalt haben, wie der dauerhafte Betrieb einer solchen Einrichtung kostenneutral erfolgen kann.

 

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass

 

a.)  keine Belastungen für den kommunalen Haushalt entstehen dürfen,

 

b.)  keine Belastungen für die Haushalte von städtischen Gesellschaften und Beteiligungen verursacht werden,

 

c.)  keine städtischen Sach- und Dienstleistungen kostenlos oder zu nicht marktüblichen Konditionen erbracht werden,

 

d.)  keine städtischen Räumlichkeiten unentgeltlich oder zu nicht marktüblichen Konditionen zur Verfügung gestellt werden.

 

 

Begründung:

 

Im gesamten Rhein-Main-Gebiet mit ca. 5,5 Millionen Einwohnern mit seiner vielfältigen Wirtschafts-, Kultur- und Bildungslandschaft gibt es keine Institution, die nachkommenden Generationen einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Computers und seine Softwareprogramme vermittelt. Eine zentrale Anlaufstelle als sogenanntes Kompetenzzentrum für digitale Kultur fehlt vollkommen.

 

Die digitale Revolution begann vor ca. 40 Jahren. Zunächst in einer Nische, durch die Gesellschaft unbemerkt, belächelt oder ignoriert. Heute ist ein Leben ohne Computertechnik undenkbar: Sei es bei der Nutzung von Elektrogeräten zu Hause, im Auto, in Produktionsprozessen der Industrie oder in der Kommunikation mit Mitmenschen.

 

Aus Sicht der antragstellenden Fraktionen ist es deshalb wichtig, die Grundprinzipien der digitalen Welt öffentlich zugänglich erklärbar und erfahrbar zu machen. Dabei spielen Fragen nach der Vorbereitung auf die bevorstehenden Anforderungen in der Berufswelt aber auch der selbstkritische Umgang mit einer digitalen Welt, die sich im Zeitraffer verändert, eine wichtige Rolle.

 

In Kooperation mit dem Digital Retro Park e.V., der bereits eine umfassende Sammlung von Ausstellungsgegenständen besitzt und ein entsprechendes Konzept erarbeitet hat, sowie der Hochschule für Gestaltung könnte mit einem Museum für Digitalkultur ein herausragendes Kulturangebot im Zentrum der Stadt Offenbach entstehen und den Kreativstandort Offenbach stärken. Neben einer Bastel- und Experimentierwerkstatt soll auch ein gastronomisches Angebot vorgehalten werden.

 

Die Prüfung durch den Magistrat hat unter der Fragestellung zu erfolgen, ob das Anliegen, ein neues Museum zu errichten, in die finanzielle Situation der Stadt Offenbach passt. Der zu erwartende Bericht des Magistrats muss Aufschluss darüber geben, ob ein Museum für Digitalkultur ohne jede städtische Unterstützung seinen dauerhaften Betrieb in unserer Stadt aufnehmen kann.