Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2011 - 2016

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2011-16/DS-I(A)0848                                                         Ausgegeben am 11.02.2016

                                                                                               Eing. Dat. 11.02.2016

 

 

 

 

 

Umsetzungskonzept des Urban Land Institutes ULI-Berichts - Zusammenarbeit der Städte Frankfurt am Main und Offenbach am Main stärken

hier: Grundsatzbeschluss

Antrag Magistratsvorlage Nr. 2016-049 (Dez. I, Amt 60) vom 10.02.2016

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.     Der Bericht „Frankfurt am Main und Offenbach am Main | EIN Stadtraum ohne Grenzen“ des Urban Land Institutes (ULI) wird zur Kenntnis genommen.

 

2.     Der Magistrat wird beauftragt, gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main ein Umsetzungskonzept für die im Bericht aufgezeigten Maßnahmenansätze zu erarbeiten und den Stadtverordneten erneut zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

3.     Das Umsetzungskonzept ist mit den Inhalten des Masterplans der

 Stadtentwicklung Offenbach abzustimmen.

*(nachrichtlich: Die Abstimmung erfolgt nur über Punkt 2. und 3.,da Punkt 1. nur zur Kenntnis zu nehmen ist.)

 

 

Begründung:

Im Mai 2015 haben die Städte Frankfurt und Offenbach auf Initiative des Urban Land Instituts ein Expertenpanel organisiert, welches Ideen für eine grenzübergreifende Kooperation der Städte erarbeitet hat. Es wurden Ideen und Strategien für eine gemeinsame zukunftsorientierte Entwicklung über geografische und administrative Grenzen hinweg ausgearbeitet. „Frankfurt und Offenbach sind wie ein Puzzle, dessen Teile zusammengefügt das Bild einer größeren Gemeinschaft und Wirtschaft ergeben“, heißt es in dem von den zehn internationalen Fachleuten aus der Regionalplanung, Stadtplanung und Immobilienwirtschaft vorgelegten Bericht.

 

Im Bericht werden konkrete Flächennutzungs- und Maßnahmenvorschläge benannt. So empfiehlt das Panel beispielsweise, dem Gebiet am Kaiserlei ein neues Image zu verleihen, um hier ein neues Gemeinschafts- und Identitätsgefühl zu kultivieren. Hürden bei der Entwicklung des Areals ließen sich nur überwinden, wenn sie im Kontext beider Städte betrachtet würden. In der Vorstellung der Experten könnte das Kaiserleigebiet zum Kern des neuen „globalen Frankfurts“ werden und die Nachbarstädte zu einer Gemeinschaft verbinden.

 

Zusätzlich solle der öffentliche Raum entlang des Mains aufgewertet und in den Grüngürtel integriert werden. Hierzu stellt sich das Panel u.a. mit dem „7-Kräuter-Park“ ein Demonstrationsprojekt vor, das die beiden Städte sowohl faktisch als auch optisch zusammenführt. Dieser zwei-Städtepark wäre ein neuer Ort für Freizeit-, Erholungs-, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten mit Angeboten für beispielsweise Gemeinschaftsgärten, Schulgärten, Schulungen und Berufsausbildungen sowie lokale passive und aktive Freizeitaktivitäten. Zur Realisierung schlägt das Panel die Gründung einer Zweckgesellschaft für die Planung und Umsetzung dieser Vision vor, die das Gebiet planen und erschließen solle.

 

Weitere Empfehlungen des Panels betreffen eine gemeinsame strategische Flächennutzungsplanung, die finanzielle Tragfähigkeit, Mitwirkung und Zusammenarbeit der Städte sowie Verbesserungen im Nahverkehr etc. Hierzu zählt u.a. der Vorschlag einer S-Bahnverbindung auf der Südseite des Mains vom Offenbacher Hauptbahnhof über den Frankfurter Südbahnhof direkt zum Flughafen, also eine „S-Bahn-Süd-Tangente“. Weiter solle das Straßenbahnnetz über beide Städte verknüpft werden und könne eine einheitliche Tarifzone im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zu erheblich mehr Fahrten zwischen den Städten führen. Auch zusätzliche Verbindungen über den Main wie ein Wassertaxi hält das Panel für wünschenswert.

 

Viele der identifizierten Maßnahmen wurden auch im Beteiligungsprozess zum Masterplan der Stadtentwicklung Offenbachs als erstrebenswert angeführt. Ein abgestimmtes Vorgehen beider Städte zur gemeinsamen Realisierung einzelner Schlüsselprojekte aus dem ULI-Bericht kann sowohl zur Stärkung beider Städte führen, als auch positive Impulse für die Entwicklung der Region setzen.

 

Eine Grundsatzbeschlussfassung analog dieser erfolgt auch in Frankfurt am Main.

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegt der Bericht „Frankfurt am Main und Offenbach am Main | EIN Stadtraum ohne Grenzen“ des Urban Land Institutes (ULI) zur Einsichtnahme aus.