Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2011 - 2016

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2011-16/DS-I(A)0849                                                         Ausgegeben am 11.02.2016

                                                                                               Eing. Dat. 11.02.2016

 

 

 

 

 

Benennung der Brücken im Hafen Offenbach

Antrag Magistratsvorlage Nr. 2016-051 (Dez. I, Amt 62) vom 10.02.2016

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.  Der für das Umlegungsgebiet „Am Waldeck“ beschlossene Straßennamen „Elisabeth-Selbert-Straße (DS I (A) 105 vom 25.09.1997) wird aufgehoben.

 

2.  Die im Hafen Offenbach gelegenen Brücken (Anlagen 1 und 2) erhalten die Bezeichnungen:

 

2.1 Walter-Spiller-Brücke               (828)                        Brücke

2.2 Elisabeth-Selbert-Steg             (829)                        Brücke

 

 

Begründung:

 

zu 1.

Die Aufstellung des Bebauungsplanes und die Fortführung des Umlegungsverfahrens sind derzeit nicht absehbar. Um die Ehrung von Elisabeth Selbert zeitnah zu gewährleisten, wird der Beschluss DS I (A) 105 aufgehoben und unter 2. neu gefasst.

 

zu 2.

Nach Fertigstellung der im Hafen Offenbach befindlichen Brücken ist es erforderlich diese zu benennen.

Die Benennung der Brücken trägt zu einer Verbesserung der Orientierung im Offenbacher Stadtraum bei. Durch die Benennung wird das Auffinden insbesondere für Rettungskräfte erleichtert und die Erschließungsanlagen sind genau bestimmt. Die für den Autoverkehr bestimmte Brücke erhält die Bezeichnung „Walter-Spiller-Brücke“, die für die Fußgängernutzung vorgesehene Brücke wird „Elisabeth-Selbert-Steg“ benannt.

 

Die Auswahl der Bezeichnungen für die Brücken ist in Abstimmung mit der AG Straßenbenennung erfolgt.

 

zu 2.1. „Walter-Spiller-Brücke“

Walter Spiller (1919 - 1996)

 

Walter Spiller hat einen großen Teil seines Lebens dem Einsatz für Hilfsbedürftige in Offenbach gewidmet. Beruflich war er seit 1962 in der Geschäftsführung des Caritasverbandes tätig, von 1966 bis 1984 als Direktor. Mit seinem großen sozialen Engagement hat er in dieser Position viel bewirkt. So fielen in seine Amtszeit unter anderem die Einrichtung der ersten Erziehungsberatungsstelle (1969), der ersten Eheberatungsstelle (1969) und der ersten Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtkranke (1971) in Offenbach. Auch in seiner Freizeit engagierte sich Walter Spiller für Schwächere und übernahm zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten. Sozialpolitische Aktivitäten bildeten auch den Schwerpunkt seines 21-jährigen Wirkens in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung, der er von 1972 – 1993 angehört. Neben vielen vorausgegangenen Ehrungen ernannte ihn die Stadt Offenbach 1993 zum Stadtältesten.

 

zu 2.2. „Elisabeth-Selbert-Steg“

Elisabeth Selbert (1896 – 1986)

 

Elisabeth Selbert gilt als eine der vier Mütter des Grundgesetzes. Ohne sie und ihr unbeirrtes Engagement für die Gleichberechtigung der Geschlechter wäre der Artikel 3 des Grundgesetzes nicht in dieser Form aufgenommen worden. Frau Dr. jur. Selbert war Familienrechtlerin, Staatsrechtlerin und Politikerin. Im Parlamentarischen Rat saß sie neben Thomas Dehler und Carlo Schmidt. Ihr juristischer und politischer Weitblick bei der Durchsetzung des Artikel 3 des Grundgesetzes hat in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche Reformen und Gesetze, die Frauen zugutekommen, ermöglicht zum Beispiel im Familien oder Scheidungsrecht. Die Hessische Landesregierung würdigt die Sozialdemokratin durch eine jährliche Preisverleihung unter ihrem Namen.

Anlagen 1 und 2

Walter-Spiller-Brücke

Elisabeth-Selbert-Steg

 

Verteiler:

13 x UPB

  2 x Minderheitenvertreter (UPB)

  8 x Fraktionen

  4 x Stv.-Büro