Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2016 - 2021

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2016-21/DS-I(A)0353                                                         Ausgegeben am 23.01.2018

                                                                                               Eing. Dat. 23.01.2018

 

 

 

 

 

Bewerbung um das Label „StadtGrün naturnah“

Antrag CDU, B´90/Die Grünen, FDP und FW vom 23.01.2018

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Der Magistrat wird beauftragt, sich für Offenbach im Rahmen der Frist zum 31. März 2018 um das Label „StadtGrün naturnah“ zu bewerben.

 

 

Begründung:

 

Offenbach hat in den letzten Jahren vielfältige Bestrebungen unternommen, das in der Stadt vorhandene Grün zu erhalten und weiter auszubauen. Ein jüngstes Beispiel ist die erfolgreiche Aufnahme im Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“  im vergangenen Jahr. Damit strebt Offenbach an, die Lücken im so genannten Grünen Ringnetz der äußeren Kernstadt zu schließen. Schritt für Schritt sollen die bestehenden Grünachsen über Radialen in die Stadt gebracht, die vorhandenen Anlagen vernetzt und bestehende Lücken geschlossen werden. Zu den ersten Maßnahmen gehören die Sanierung des denkmalgeschützten Wasserbeckens im Dreieichpark und die Schaffung einer „Wildnisfläche“ am Spessartring.

Weitere Maßnahmen im Bereich Stadtgrün sind auf den Erhalt biologischer Vielfalt im Stadtgebiet gerichtet. Offenbach achtet auf eine naturnahe Gestaltung und Pflege des Stadtgrüns, und das Umweltamt hat im Jahr 2016 mit dem Konzept und Handlungsleitfaden  „Mensch und Natur“ in Ergänzung zur Broschüre „Lebensräume und Artenvielfalt“ (2014)  konkrete Maßnahmen entwickelt. Bereits 2011 wurden in einem Pilotprojekt ausgewählte Grünflächen im Stadtgebiet nur noch zweimal jährlich gemäht, um so Wildblumen frei wachsen zu lassen. Das sichert die Artenvielfalt in der Stadt und absorbiert zudem Schall und Staub. In den Sommermonaten können hochstehende Wiesen in der Stadt als Feuchtigkeitsspender dienen und so das Mikroklima regulieren, wo sich die Stadt sonst ungehindert aufheizt.

Das durch das Bundesamt für Naturschutz geförderte Label wäre eine Auszeichnung für dieses Engagement. Zudem ermöglicht es der Stadt, diese Bemühungen weiter systematisch auszubauen. Hessische Städte, die diese Auszeichnung bereits tragen, sind u.a. die Städte Frankfurt und Neu Anspach. Für die in Folge eines hohen Wohndrucks wachsende Stadt Offenbach ist es bei einer gleichzeitig erforderlichen Anpassung an die Klimaänderungen unverzichtbar, dass auch die grüne Infrastruktur mitwächst und auf diese neuen Bedarfe vorbereitet wird. Naturnahes Stadtgrün, Parkanlagen, Grün- und Wasserflächen, Straßen- und Platzbegrünung, Gärten und Gründächer sind nur einige der vielfältigen Möglichkeiten.

Das Labeling-Verfahren kann ferner dazu verhelfen, die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten einer naturnahen Grünflächengestaltung zu fördern und dabei neues Know How und Impulse aus der kommunalen Praxis anderer Städte nach Offenbach bringen. Es bezieht Bürgerinnen und Bürger ein, die sich in der Folge mehr mit ihrem Stadtviertel identifizieren. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen wie dem Belassen von Blühstreifen an Verkehrsachsen lassen sich nicht selten deutliche Aufwertungen des Stadtbilds erreichen, die am Ende auch der Artenvielfalt sowie der Anpassung an den Klimawandel zuträglich sind.