Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 20.09.2007

                                                                                               Eing. Dat. 20.09.2007

 

Nr. 215

 

 

 

Verbesserung der Situation im ÖPNV
Antrag CDU vom 20.09.2007


Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die Vertreterin der Stadt Offenbach am Main im Aufsichtsrat des RMV wird aufgefordert, auf nachstehende Verbesserungen zu drängen:

     1. Die Haltestellenbereiche der S-Bahnen im Offenbacher Stadtgebiet sind
         dahingehend zu sichern, dass ein Betreten und Verlassen nur unter Eingabe
         oder Vorlage gültiger Fahrausweise in entsprechende Lesegeräte zugänglich
         gemacht werden.
     2. Die Installation von Videoüberwachungsanlagen auf den Bahnsteigen der
         Haltepunkte der S-Bahn-Linien 1 und 2 ist in Zusammenarbeit mit den Städten
         Dietzenbach, Obertshausen und Heusenstamm, dem RMV und der
         Bundespolizei verstärkt zu betreiben.
     3. Das System der Tarifzonen ist durch eine entfernungsabhängige
         Preisgestaltung zu ersetzen.
     4. Zeitanzeigen und Lautsprecheransagen in den S-Bahn-Haltepunkten sind
         unverzüglich zu aktualisieren.
     5. Die Vertreterin der Stadt Offenbach im Aufsichtsrat des RMV hat über ihre
         Bemühungen im Haupt-, Finanz- und Ausschuss für Beteiligung der
         Stadtverordnetenversammlung vierteljährlich ohne Aufforderung zu berichten.


Begründung:

Zu 1.

Durch die Umstellung des Einlasssystems auf ein Modell, wie es in zahlreichen anderen Großstädten und auch früher bei der ehemaligen Deutschen Bundesbahn praktiziert wurde und wird, könnte die „Schwarzfahrer-Quote“ nahezu auf Null gesenkt werden, die Haltepunkte wären nur noch für Kunden zugänglich und somit nicht mehr so stark dem Vandalismus ausgesetzt.

 

Die Kosten des Umbaus würden sich in einem berechenbaren Zeitraum amortisieren. Aufgrund der bekannt geringen Hemmschwelle zum Vandalismus reichen einfache Schranken jedoch nicht aus. Ablassgitter, welche außerhalb der Betriebszeiten auch ganz verschlossen bleiben, erscheinen sinnvoll. Dies praktiziert zum Beispiel die Stadt Frankfurt seit längerer Zeit an zahlreichen Haltepunkten erfolgreich.

 

Zu 2.

Die Vandalismusschäden an den S-Bahn-Haltepunkten Bieber und Bieber-Waldhof sind seit langen Jahren bekannt. Auch wird seit geraumer Zeit die Installation von Videoüberwachungsanlagen regelmäßig gefordert. Geschehen ist bisher jedoch nichts Sichtbares. Besonders der Haltepunkt Waldhof stellt einen negativen Höhepunkt von Vandalismus dar. Grundsätzlich ist es zwar begrüßenswert, dass sich die Städte Offenbach, Dietzenbach, Obertshausen und Heusenstamm zu einer gemeinsamen Bekämpfung des Vandalismus auf den Haltepunkten der Linien S1 und S2 zusammengefunden haben, den Ankündigungen zum Aufbau von Videoüber-wachungsanlagen und der Einrichtung von Überwachungsstationen sollten jetzt aber Taten folgen.

 

Zu 3.

Die Umstellung auf eine entfernungsabhängige Preisgestaltung stellt eine erheblich fairere Behandlung der Fahrgäste und einer Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV im Nahbereich dar. Besonders Offenbacher Fahrgäste, die nach Frankfurt fahren wollen, müssen immer noch für eine verhältnismäßig kurze Fahrstrecke den Preis für 2 Tarifzonen entrichten. Schon bei einer „Fahrgemeinschaft“ von Offenbach nach Frankfurt von 2 Personen stellt sich die Frage, ob eine gemeinsame Fahrt mit dem Pkw nicht kostengünstiger ist. Diese Überlegungen stehen gleichfalls seit Jahren in der Diskussion, konkrete Ergebnisse sind jedoch bis heute leider nicht festzustellen.

 

Zu 4.

Die praktische Erfahrung im Verkehrsalltag zeigt, dass sowohl Zeitanzeigen und Lautsprecheransagen in den S-Bahn-Haltepunkten teilweise unvollständig oder überhaupt nicht funktionieren und teilweise schlichtweg falsch sind. Uhren, sofern sie überhaupt laufen, zeigen „Mondzeiten“ an, automatisierte Lautsprecherdurchsagen sind, wenn überhaupt hörbar, oft überfällig. Bei Anfragen über die Rufsäulen erfolgt meist keine Reaktion. Ein gutes Beispiel für den mangelnden Service der Bahn stellt die Normaluhr am S-Bahn-Eingang Rathaus dar. Diese Uhr ist sei Frühjahr 2007 schlichtweg abgeklebt.

 

Zu 5.

Im Hinblick auf die Bedeutung der S-Bahn-Verbindungen für die Stadt Offenbach sollte die aktuelle Vertreterin der Stadt im RMV-Aufsichtsrat regelmäßig über ihre Bemühungen Bericht erstatten. Zufällige Mitteilungen in den lokalen Medien reichen der antragstellenden Fraktion nicht aus.