Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 24.07.2008

                                                                                               Eing. Dat. 23.07.2008

 

Nr. 327

 

 

„Mama lernt Deutsch“ – Sprach- und Integrationskurse für Mütter „vor Ort“
Antrag SPD, B´90/Die Grünen und FDP vom 14.07.2008, DS I (A) 327


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept zur Einrichtung von niedrigschwelligen Sprach- und Integrationskursen an Offenbacher Schulen und/oder Stadtteilzentren zu erarbeiten.

Bei der Bearbeitung sind die unterschiedlichen Stadtteile gesondert zu betrachten.

Das Angebot einer während der Kurse stattfindenden Kinderbetreuung ist im Konzept zu berücksichtigen.

Das Konzept soll einen Finanzierungsvorschlag enthalten. Dazu sind neben der Bereitstellung von städtischen Geldern auch weitere Fördermöglichkeiten des Landes, Bundes und der EU zu prüfen und darzustellen.


Begründung:

 

In Offenbach haben sich an einigen Schulen in Eigeninitiative Kursprojekte entwickelt, in denen Mütter mit nicht-deutscher Muttersprache an den Schulen ihrer Kinder die deutsche Sprache erlernen können. Nach Bekanntwerden dieser Angebote durch „Mund zu Mund Propaganda“ unter den Migrantinnen in den Stadtteilen erfahren die Kurse einen enormen Zulauf.

 

Die Koalitionsfraktionen halten es für wünschenswert, die Einrichtung weiterer Sprach- und Integrationskurse für Mütter „vor Ort“, insbesondere an Grundschulen, und Stadtteilzentren zu ermöglichen.

 

In Familien mit Migrationshintergrund sind es besonders die Frauen, die unter den Auswirkungen unzureichender Sprachkenntnisse leiden, denn nicht selten ist gesellschaftliche Isolation die Folge. Auch der Bildungserfolg von Kindern kann davon beeinträchtigt werden, wenn Eltern sie bei der schulischen Arbeit nicht unterstützen können. Zudem treten nicht selten Verständigungsprobleme zwischen Eltern und Lehrern auf.

 

Die Anbindung an Schulen sorgt für einen besonders niedrigschwelligen Zugang, da Mütter durch das Begleiten ihres Kindes ohnehin bereits Kontakt zur Schule haben. Reguläre Sprachkurse können aufgrund eventuell bestehender gesellschaftlicher Isolation nicht alle Frauen erreichen.

 

Im Mittelpunkt der Kurse steht nicht nur das "Deutschlernen" an sich, vielmehr entstehen auch integrative Effekte, die die Kommunikation zwischen Schulen und Eltern verbessern können.

 

Die Kurse können als „erster Schritt“ vor einer Teilnahme an weiterführenden Sprachkursen, etwa der VHS, verstanden werden. Die Vermittlung in solche Sprachkurse sollte wichtiges Ziel der Sprach- und Integrationskurse sein.

 

„Mama lernt deutsch“ - Kurse werden bereits erfolgreich in Städten wie Stuttgart, München, Nürnberg, Frankfurt und Wiesbaden angeboten.