Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 22.06.2006

                                                                                               Eing. Dat. 22.06.2006

 

Nr. 39

 

 

Keine Studiengebühren
Antrag SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vom 22.06.2006, DS I (A) 39


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Offenbacher Stadtverordnetenversammlung lehnt die Einführung der allgemeinen Studiengebühren in Hessen ab und fordert die Landesregierung auf, diese zurückzunehmen.

Der Magistrat wird gebeten, sich bei der Landesregierung entsprechend einzusetzen und dabei auf die besonders hohe finanzielle Gesamtbelastung für Studiengänge an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach und die daraus erwachsenden Probleme hinzuweisen. Auch die Offenbacher Landtagsabgeordneten werden aufgefordert, sich in diesem Sinne aktiv einzusetzen.


Begründung:

 

Die Einführung von Studiengebühren zwischen 500 und 1500 Euro pro Semester für ein Studium an hessischen Hochschulen – nach derzeitigem Stand bundesweit die höchsten Gebühren - trifft die Studenten hart. Eine besondere Härte stellen sie für Studierende an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung dar. Darauf hat der Senat der HfG in einer Resolution zu Recht hingewiesen.

 

Die künstlerisch wissenschaftliche Anlage dieser Studiengänge ist besonders kostenintensiv, da sie von Studierenden nicht nur Aufwendungen für wissenschaftliches Lehrmaterial abverlangt, sondern auch erhebliche Aufwendungen für die künstlerische Ausbildung. Besonders in den stark technisch-basierten Studienschwerpunkten führt das etwa bei Vordiplom- und Diplomarbeiten schon heute zu hohen finanziellen Belastungen und nicht selten zur Ansammlung von Schulden. Zu diesen Belastungen kommen die Studiengebühren hinzu.

 

Solange es kein ausreichend entwickeltes Stipendienwesen gibt, benachteiligen Studiengebühren Studenten aus mittelosen Familien enorm. Falls das Studium überhaupt aufgenommen werden kann, wird ein gewaltiger Schuldenberg aufgebaut. Für die Studenten, die verstärkt arbeiten und Geld verdienen müssen, ist die Überschreitung der Regelstudienzeit absehbar, was wiederum eine drastische Erhöhung der Studiengebühren nach sich zieht. Mit diesen Problemen ist bei Studenten der HfG wegen der hohen finanziellen Gesamtbelastung des Studiums besonders häufig zu rechnen. Auch deshalb sind die Studiengebühren ungerecht.