Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 20.08.2009

                                                                                               Eing. Dat. 20.08.2009

 

Nr. 466

 

Hochschule für Gestaltung
- Neuer Standort im Hafen Offenbach
- Grundsatzbeschluss

Magistratsvorlage Nr. 290/09 (Dez. I) vom 19.08.2009, DS I (A) 466


Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

1. Die Stadtverordnetensammlung unterstützt den Wunsch der Hochschule für
    Gestaltung Offenbach (HfG), ihren Standort an den Hafen Offenbach zu verlegen.

2. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt daher den Magistrat und
    die Geschäftsführung der SOH,

    a) alle erforderlichen Schritte gemäß
    Anlage „HfG 21 -  Zu neuen Ufern; Ein neuer Standort für die Hochschule für
    Gestaltung im Hafen Offenbach“ zur Weiterentwicklung, Erweiterung und
    Verlagerung der Hochschule für Gestaltung in den Hafen Offenbach mit dem Land
    Hessen sowie der Hochschule für Gestaltung zu verhandeln,

    b) ein wirtschaftlich tragbares Konzept zur Nachnutzung der bisherigen
    Liegenschaften der HfG in enger Abstimmung mit dem Land Hessen zu erarbeiten.

3. In diesem Zusammenhang wird der Magistrat gebeten, ein Konzept vorzulegen,
    wie die Verknüpfung von HfG und der Stadt Offenbach weiter zu intensivieren ist.


Begründung:

 

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach leidet am heutigen Standort unter Raumknappheit und Investitionsstau. Die erforderliche Erweiterung am bestehenden Standort ist nicht möglich.

 

Da die HfG für die Stadt Offenbach ein elementarer Baustein der Hochschul- und Bildungseinrichtungen und ein bedeutender Standortfaktor ist, unterstützt die Stadt die HfG in ihrer Standortsuche und der langfristigen Verlagerung in den Hafen Offenbach.

 

Ziel ist es, dass die Stadt Offenbach im Prozess der Weiterentwicklung und Verlagerung der HfG gegenüber dem Land Hessen einheitlich auftritt und damit die Chancen der HfG, Landesmittel für die Verlagerung zu erhalten, stärkt.

 

Die HfG muss kurz- bis mittelfristig ihren Standort verlagern. In diesem Kontext ist die HfG auf der Suche nach geeigneten Grundstücken. Gleichzeitig entwickelt die SOH-Tochtergesellschaft Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG das neue Stadtquartier Hafen Offenbach. Die hier zur Verfügung stehenden Grundstücke stellen sich optimal für eine Nutzung „neuer Standort für die HfG“ dar. Vor diesem Hintergrund haben die HfG und das Land Hessen Gespräche mit der Mainviertel Gesellschaft (MV) über den Hafen Offenbach als potentiellen HfG-Standort aufgenommen.

 

Für den derzeitigen HfG-Standort gilt, die Verlagerung der HfG in den Hafen als Chance für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt zu betrachten.

Die heutige Situation an der Schlossstraße und dem umliegenden Bereich kann aus der Perspektive der stadthistorischen Bedeutung des Umfelds, als Kern der ehemaligen Altstadt Offenbach, und aus raum- und stadtplanerischer Perspektive nur als nicht befriedigend beschrieben werden. Die Verlagerung der HfG bietet vor diesem Hintergrund die Möglichkeit für grundsätzliche Überlegungen hinsichtlich einer stärkeren Verbindung der unterschied­lichen innerstädtischen Bereiche, sei es das "kommerzielle Zentrum" südlich der Berliner Straße, das Kulturkarree oder das Isenburger Schloss.

 

So könnte die Zeit bis zum Umzug der HfG in den Hafen dafür genutzt werden, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, das auch bereits vorhandene Initiativen mit berücksichtigt, um so eine noch intensivere innerstädtische Vernetzung zu schaffen, die Innenstadt als Ganzes deutlich zu stärken und vor allem auch zum Main hin zu öffnen.

 

Das Land Hessen unterstützt die Bestrebungen der HfG und verfolgt konkrete Untersuchungen zu einem neuen Standort im Hafen Offenbach; derzeitig wird im Auftrag der Landesregierung/Hessisches Baumanagement ein baufachliches Gutachten erstellt.

 

Die HfG hat ihren kurzfristigen Raum- und Flächenbedarf angemeldet und die Hochschul-Informations-System GmbH hat in einer ersten Untersuchung einen zusätzlichen Bedarf von 5000 m² Hauptnutzfläche (HNF) bestätigt. Die Planung seitens der HfG beschreibt mittelfristig einen Standort mit 13.000 m² HNF. Langfristig sollen für zukünftige Erweiterungen weitere 5.000 m² HNF vorgehalten werden.

 

Im Folgenden die Argumente, die für eine Verlagerung der HfG in den Hafen Offenbach sprechen:

-          Der Hafen Offenbach ist ein neu zu entwickelndes Stadtquartier, das hohe urbane Qualitäten verspricht.

-          Vor allem die Kombination aus städtischer Lage und der besonderen Lage an Main und Hafenbecken bietet eine hohe Attraktivität für Offenbachs neues Stadtviertel am Wasser.

-          Aus Stadtentwicklungsperspektive müssen besonders die positiven Aspekte hervorgehoben werden, die durch eine Verlagerung der HfG in den Hafen initiiert werden können:

o       Synergieeffekte zwischen der HfG und den weiteren zukünftigen Nutzungen des Hafens wie Wohnen (inklusive Studentenwohnheim), Einzelhandel und Gastronomie, Büro und Gewerbe, Grundschule und KiTa

o       Belebung des Quartiers und Schaffung einer vielseitigen urbanen Atmosphäre

o       Nähe zur Innenstadt

o       Anstoßfunktion für weitere Investitionen

o       Mögliche Ansiedlung weiterer Bildungs- und Kultureinrichtungen

o       Scharnierfunktion zwischen Hafen und Nordend

o       Positive Ausstrahlung auf das Nordend als möglicher Zielort für die Kreativwirtschaft

o       Mögliche Einflussnahme der HfG auf die Gestaltung des öffentlichen Raumes

 

-          Das große Flächenangebot mit optimalen Flächenzuschnitten bietet sich zudem hervorragend an, dem Bedarf der HfG im Hafen Offenbach gerecht zu werden. Auch eine Erweiterungsfläche, die die langfristige Perspektive der HfG im Hafen sichert, kann vorgehalten werden, ohne dass darunter die städtebauliche Qualität des Standorts leidet.

-          Die Chance sich in einem neuen, auf die HfG maßgeschneiderten Gebäude niederzulassen, bietet außerordentliche Vorteile aus der Nutzungsperspektive sowie aus gestalterischer Sicht. Als Basis für eine konkrete Umsetzung ist die Durchführung eines internationalen Realisierungswettbewerbs geplant. Das Bauvorhaben kann so zu einem Leuchtturmprojekt für die HfG sowie für den Hafen Offenbach werden.

Anlage:
„HfG 21 -  Zu neuen Ufern, ein neuer Standort für die Hochschule für Gestaltung im Hafen Offenbach“

(die Anlage wurde bereits im Vorfeld verteilt)