Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2001 - 2006

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                                          Ausgegeben am 06.03.2003

                                                                                                          Eing. Dat. 05.03.2003

 

Nr. 472

 

 


Straßenbenennung nach Prof. Herbert Lewin
Antrag SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FWG vom 05.03.2003, DS I (A) 472

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Name Herbert Lewin wird in die Vorschlagsliste zur Straßenbenennung aufgenommen.


Begründung:

 

Professor Dr. Herbert Lewin (1899–1982) war von 1950 bis 1967 Chefarzt der Gynäkologie am Stadtkrankenhaus in Offenbach.

 

Neben Berlin und Köln stellte Offenbach die dritte große Wirkungsstätte von Prof. Lewin dar. Der Aufbau der gynäkologischen Abteilung mit zahlreichen Neuerungen der damaligen Zeit (z.B. Schwangerenberatung, Vorbereitungskurse) am Klinikum Offenbach ist mit seinem Namen untrennbar verbunden.

 

Neben seinen Leistungen als Mediziner ist sein großes ehrenamtliches Engagement zu erwähnen: als Vorstandsmitglied der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des Bundesgesundheitsrats trug er an entscheidender Stelle zum Aufbau des deutschen Gesundheitswesens nach dem Krieg bei. Darüber hinaus bemühte er sich als langjähriger Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, im Vorstand der jüdischen Gemeinden in Hessen und anderen Organisationen um das jüdisch – deutsche Zusammenleben nach den Schrecken des Dritten Reiches. Dieser unermüdliche Einsatz spiegelt sich in zahlreichen Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz (1954), die Ehrenplakette der Stadt Offenbach (1967) sowie die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen (1973), wider.

 

Prof. Lewin starb 1982 in Wiesbaden und wurde anschließend auf dem Alten Friedhof in Offenbach beigesetzt.

 

In Köln, wo Lewin von 1937 bis zur Verbringung ins Konzentrationslager 1941 und von 1945-1949 wirkte, gibt es seit 1986 eine nach ihm benannte Straße.