Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Drucksachen-Abteilung I (A)                                            Ausgegeben am 09.02.2011

                                                                                               Eing. Dat. 08.02.2011

 

Nr. 687

 

 

Offenbach wird Fairtrade-Stadt
Antrag SPD, B´90/Die Grünen und FDP vom 08.02.2011, DS I (A) 687


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Die Stadt Offenbach am Main bewirbt sich im Rahmen der internationalen Kam-
    pagne von Transfair um den Titel „Fairtrade-Town bzw. Stadt“ und versucht nach
    ihren Möglichkeiten die geltenden Kriterien zu erfüllen und zu einem erfolgreichen
    Abschluss beizutragen.

2. In Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung und deren Ausschüssen sowie
    bei Veranstaltungen der Stadt Offenbach werden entsprechend dem ersten Krite-
    rium Fairtrade-Produkte verwendet, z.B. im Rahmen der Bewirtung (z.B. Fair Tra-
    de-Tee, -Orangensaft, -Zucker, -Honig, -Kekse, -Schokolade,-Kakao) oder Aus-
    stattung bzw. Dekoration (z.B. Blumen).

3. Der Magistrat wird beauftragt, gemäß dem zweiten Fairtrade-Stadt-Kriterium eine
    Steuergruppe zu installieren, die alle Offenbacher Aktivitäten hinsichtlich einer er-
    folgreichen Bewerbung koordiniert.

4. Wenn alle fünf Fairtrade-Stadt-Kriterien erfüllt sind, reicht die Verwaltung die Be-
    werbung der Stadt Offenbach am Main als „Fairtrade-Stadt“ bei Transfair ein.


Begründung:

 

Das Fairtrade-Siegel steht unter anderem für soziale Arbeitsbedingungen, Gemeinschaftsprojekte, Versammlungsfreiheit, Diskriminierungsverbot, Verbot illegaler Kinderarbeit, Beratung, stabile Mindestpreise, langfristige Handelsbeziehungen, Vorfinanzierung, umweltschonenden Anbau und Förderung des Bio-Anbaus. So existieren mittlerweile mehr als 750 Fairtrade-Towns in 18 Ländern weltweit, darunter sind Städte wie London, Brüssel, Rom und auch Frankfurt. Jede Fairtrade-Stadt muss fünf Kriterien erfüllen (siehe Anlage 1 oder www.fairtrade-towns.de/kriterien).

 

Ziele der Kampagne sind der Ausbau des Fairen Handels, eine diesbezügliche Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Aspekte des Fairen Handels. Nach wie vor existieren massive Armutsproblematiken in vielen Entwicklungsländern, die zu einem großen Teil auf ungerechte Handelspraktiken und unökologische Wirtschaftsweisen zurückzuführen sind.

Die Stadt Offenbach ist sich ihrer Verantwortung bewusst und versucht, dem entgegenzuwirken.

 

Da die öffentlichen Einrichtungen einen großen Teil des Beschaffungsvolumens in Deutschland beanspruchen, wollen wir mit einem guten Beispiel vorrangehen. Die wirtschaftliche Situation in Ländern des Südens wird durch bessere Preise für ihre Produkte gestützt. 

 

Ziel ist es, menschenwürdige Produktionsbedingungen zu schaffen und den Arbeitern in Lateinamerika, Afrika und Asien zu gerechteren Löhnen für ihre Tätigkeiten zu verhelfen und damit die Versorgung ihrer Familien zu verbessern. 

 

Die „Fairtrade-Town-Kampagne“ startete im Jahr 2000 in Großbritannien und wird von dem gemeinnützigen Verein Transfair getragen, der selbst nicht mit Fairtrade-Produkten handelt, sondern entsprechende Siegel an Produkte vergibt, die den sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards der Fairtrade Labeling Organizations International (FLO) entsprechen.