Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2006 - 2011

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                               Ausgegeben am 02.11.2006

                                                                                               Eing. Dat. 02.11.2006

 

Nr. 79

 

Dez.: I (Amt 62)

 

 

 

 

Wegebezeichnung im Bereich des Liliparks
Antrag Magistratsvorlage Nr. 402/06 vom 01.11.2006, DS I (A) 79


Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

1. Der Johann-Strauß-Weg wird um den Bereich des Mozartweges verlängert
    (s. Anlage 1).

2. Der quer durch den Lilipark führende Weg erhält entsprechend der Darstellung in
    der Anlage 2 die Bezeichnung Mozartweg.


Begründung:

 

Zu 1:

 

Der derzeitige Mozartweg im Stadtteil Lauterborn geht durch die Verlängerung des Johann-Strauß-Weges unter. Da dem Mozartweg keine Adressen zugeordnet sind, entstehen durch die Umbenennung keine Auswirkungen auf Dritte. Somit wird die Würdigung des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart nahe des Offenbacher Stadtzentrums möglich.

 

Zu 2:

 

Die Benennung eines Weges im Offenbacher Lilipark nach Wolfgang Amadeus Mozart soll ein dauerhafter Beitrag der Stadt Offenbach zum Gedenken an einen bedeutenden Komponisten darstellen, dessen nationale wie internationale Rezeption maßgeblich durch die von Offenbach ausgehende Editionspraxis geprägt worden ist. Die Wahl eines Weges im Lilipark ist durch historische Bezüge im Umfeld begründet: Im „Musikantenhaus" in der Kanalstraße (der späteren Kaiserstraße) hatte der Kaufmann und Musikfreund Peter Bernard (1755-1805) seine Kapellen unter-gebracht, die in der Stadt u.a. Werke von Mozart öffentlich aufführten. Zudem befand sich in unmittelbarer Sichtweite, am heutigen südlichen Rand des Büsingparks, die frühere Adresse des Komponisten und Musikverlegers Johann André. In der damals dort noch gelegenen Domstraße standen die Andréschen Wohn- und Fabrikgebäude (in der benachbarten Domstraße 23 wohnte ab 1786 Sophie von La Roche). Darauf weist an dieser Stelle heute noch eine dreiseitige Stele hin.

 

In Offenbach wurde durch den Komponisten und Musikverleger Johann André Mozarts Nachlass angekauft; hier stellte Anton André mit dem „Thematischen Verzeichnis" den Vorläufer des Köchel-Verzeichnisses zusammen, hier konnte sein musikalisches Erbe dank des kommerziellen Einsatzes der von Alois Senefelder entwickelten Drucktechnik der Lithographie „populär" werden - es fand Verbreitung in alle musikinteressierten Kreise seiner Zeit; die damaligen wohlhabenden Auftraggeber und Orchester-Sponsoren hatten ihr „Mozart-Monopol" verloren. Diese Aspekte der Mozart-Editionsgeschichte und das ganzjährige Veranstaltungs-programm waren für den internationalen, in Mozarts Geburtsstadt Salzburg residierenden Verein „Europäische Mozart-Wege" Grund genug, die Stadt Offenbach als Vereinsmitglied aufzunehmen, obwohl dies ansonsten ausschließlich europäischen Städten vorbehalten war, die Mozarts Aufenthalte eindeutig nachweisen konnten.

 

Vor diesem Hintergrund bildete die umfangreiche Beteiligung an den Feierlichkeiten des internationalen Mozartjahres den kulturpolitischen Schwerpunkt des Jahres 2006 in Offenbach. Mozarts 250. Geburtstag (27.01.1756 - 28.5.1791) fand - dank Mozarts vielfältiger, musikhistorisch bedeutsamer Bezüge zu Offenbach - durch ein vom Kulturamt federführend konzipiertes Programm („Vivat Mozart!) mit ca. 30 Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Führungen seine ausgiebige Würdigung; die Benennung eines Weges nach Mozart soll hierzu einen weiteren wichtigen Beitrag darstellen.

 

Anlagen

1. Verlängerung Johann-Strauß-Weg

2. Benennung Mozartweg