Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2001 - 2006

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                                            Ausgegeben am 10.01.2005

                                                                                                            Eing. Dat. 09.12.2004

 

Nr. 793

 

Dez.: III (Amt 33)

 

 

Renaturierung der „nördlichen Bieber"
hier: Grundsatzbeschluss
Antrag Magistratsvorlage Nr. 451/04 vom 08.12.2004, DS I (A) 793


Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

1. Zur Einleitung einer naturnahen Gewässerentwicklung stimmt die Stadtver-
    ordnetenversammlung der Renaturierung des Bachverlaufs der Bieber innerhalb
    des Offenbacher Stadtgebiets zu.

    Das Projekt soll in zwei Bauabschnitten realisiert werden. Diese liegen jeweils
    südlich und nördlich des Stadtteils Bieber bis zu den Stadtgrenzen.
    Der Projektbeginn erfolgt im nördlichen Abschnitt.

2. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich für den nördlichen Abschnitt nach
    derzeitiger Kostenschätzung auf 316.300 €, wovon 313.300 € förderfähig sind.

    Die vom Land Hessen zu erwartende 85% -ige Förderung beziffert sich auf
    266.300 €.
    Der sich daraus ableitende Eigenanteil der Stadt von 15 % beträgt 47.000 €.
    Dieser wird durch die eingebrachten eigenen Grundstücke abgedeckt.

3. Der Magistrat wird beauftragt für den nördlichen Bauabschnitt die erforderlichen
    Maßnahmen einzuleiten.

4. Die erforderlichen Ausgabe- und Einnahmehaushaltstellen werden im Ver-
    mögenshaushalt 2005 und Folgejahre eingerichtet.


Begründung:

Die nördlich von Dreieich - Götzenhain entspringende Bieber fließt von Heusen-stamm kommend im Osten der Stadt Offenbach nach Mühlheim und mündet dort in den Mainzufluss Rodau.

Der sehr stark mit dem Abflusswasser der Kläranlagen Dietzenbach und Heusen-stamm befrachtete Bach befindet sich innerhalb des Offenbacher Stadtgebiets in
einem vornehmlich künstlich geschaffenen Bachbett mit einer schwach ausgeprägten schmalen Uferbepflanzung. In weiten Strecken wird die Bieber seitlich durch unbe­festigte Wirtschaftswege begrenzt.

Die im 19. und 20. Jahrhundert in Offenbach ausgeführten künstlichen Gewässer-führungen sollen jetzt, wie bereits am Buchhügelgraben und Hainbach, auch bei der Bieber in ein naturnahes Flussbett umgewandelt werden.

Nach erster Abstimmung der anstehenden Maßnahme mit der oberen Behörde, dem Regierungspräsidium Darmstadt, Abteilung staatliches Umweltamt Hanau, kam es bei der Renaturierung der Bieber zu der Unterteilung in zwei Einzelprojekte. Aus Gründen der kurzfristigen Realisierung wurde der nördliche Teil zwischen dem Stadtteil Bieber und der Stadtgrenze Mühlheim präferiert. Hier befindet sich das Plangebiet auf rein städtischen Flächen.

Ziel der anstehenden Sanierung ist die Aufweitung des Gewässerquerschnitts und die Erhöhung des Strukturreichtums im Gewässer und in der Uferzone. Bei dem im Auftrag des Umweltamtes von dem Büro für Gewässerökologie, Gottfried Lehr aus Bad Vilbel ausgearbeiteten Vorentwurf wird vor allem auch die eigendynamische Fähigkeit des Flusses mit einbezogen.

Die förderfähigen Kosten in Höhe von 313.300 € können aus Mitteln des Landespro­gramms „Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung" bezuschusst werden. Nach der aktuellen wirtschaftlichen Einordnung der Stadt Offenbach durch das Land, wird der Fördersatz 85 % betragen. Die Einbringung der Komplementärmittel erfolgt durch die in das Projekt einbezogenen stadteigenen Grundstücke. Das Umweltamt hat bereits gegenüber dem Land Hessen den entsprechenden Förderantrag gestellt.

Für die Umsetzung der Maßnahme ist ein wasserrechtliches Genehmigungsverfah­ren bei der oberen Wasserbehörde notwendig, dessen Abschluss Grundlage für den Zuschussbescheid darstellt. Die dafür erforderlichen Entwurfs- und Genehmigungs­planungen sind gemäß den Förderrichtlinien refinanzierbar.

Im Haushaltsentwurf 2005 und Folgejahre sind korrespondierende Ausgaben- und Einnahmenhaushaltsstellen für den Vermögenshaushalt eingeplant.

Die Vorentwurfsplanung liegt im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung zur Einsichtnahme aus.

Anlage:

Lageplan des Projekts