Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2001 - 2006

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                                          Ausgegeben am 19.01.2005

                                                                                                          Eing. Dat. 19.01.2005

 

Nr. 799

 

 

 

 

Grünplanung Offenbach
Antrag PDS vom 19.01.2005, DS I (A) 799


Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Im Interesse der Steigerung der Attraktivität Offenbachs für die Bürgerschaft wie für Investitionen erhält der Magistrat den Auftrag, einen mittelfristig orientierten Grünplan für das gesamte Stadtgebiet einschließlich einer entsprechenden Finanzplanung zu erstellen. Dieser Plan soll alle bestehenden öffentlichen Grünflächen bezüglich ihrer Unterhaltung und eventueller Neugestaltung umfassen sowie die Schaffung von neuen vorsehen. Er soll über die eigenen Ressourcen hinaus gehend auch Motivationen für private und gewerbliche Grundstückseigentümer entwickeln, so dass die Aufenthaltsqualität insbesondere im Innenstadtbereich allgemein angehoben  und damit das weithin negative Image unseres Stadtbildes korrigiert wird.


Begründung

 

“ Unser Ziel muss sein, Grün dahin zu bringen, wo die Welt jetzt noch grau ist und wo die Menschen eng zusammenleben.“ (Johannes Rau)

 

Der Trend ins Grüne zu ziehen ist ungebrochen. Es ist daher geboten im Sinne einer höheren Attraktivität die Städte mit geeigneten Maßnahmen, u.a. durch Begrünung ansehnlicher zu gestalten.

Bodenversiegelung sollte längst der Vergangenheit angehören (s.h. Bau GB §1a ); es wäre daher wünschenswert gewesen, dies bei der jüngsten Planungsumsetzung von Hugenottenplatz und Willy-Brandt-Platz berücksichtigt zu sehen, bei Aliceplatz und Lesegarten darf man in dieser Hinsicht gespannt sein.

 

Anspruchsvolle und qualitativ hochwertige Grünplanung und Gestaltung sollte traditionelle und moderne Elemente der Gartenkultur aufgreifen. Dies gilt nicht nur für die genannten Plätze sondern für den kompletten Innenstadtbereich, um hier die Aufenthaltsqualität zu steigern. Damit wächst nicht nur das Niveau der Stadt als Lebensraum, sondern es erleichtert zudem ein gezieltes Stadtmarketing zur Wirtschaftsförderung und zur Attraktivitätssteigerung als Wohnort. Die dadurch erreichbare Aufwertung des öffentlichen Raumes und der Wohn- und Gewerbeflächen durch öffentliches und privates Grün führt nachweislich zu einer
Wertsteigerung, die höher ist als die mit der Durchgrünung verbundenen Aufwendungen.

Durch Öffentlichkeitsarbeit verbunden mit zielgerichtetem Ressourcen-Management ist es möglich, das Bewusstsein und Engagement bei den Bürgerinnen und Bürgern für öffentliches Grün zu stärken. Spüren die Bürgerinnen und Bürger erst mal das Engagement der politisch Verantwortlichen hinsichtlich der bewussten Gestaltung der Stadt, wächst auch zunehmend die Bereitschaft, sich für Grünprojekte ihrer Stadt, bzw. ihres Stadtteiles einzusetzen, z.B. durch Eigenaktivität, Patenschaften oder Sachspenden.

 

Die Förderung von Kreativität und Gestaltungsbedürfnissen der Einwohner sollte Vorrang vor der betonorientierten Fantasielosigkeit bisheriger Planungskonzepte des öffentlichen Raumes haben, denn erst  Mitgestaltungs- und Planungsangebote an die Bürgerinnen und Bürger, bieten ihnen Identifikationsmöglichkeiten mit ihrer Stadt und ihren Stadtteilen.