Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2001 - 2006

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Drucksachen-Abteilung I (A)                                                         Ausgegeben am 05.01.2006

                                                                                                           Eing. Dat. 05.01.2006

 

Nr. 967

 

Dez.: II (Amt 60)

 

 

 

 

Leibnizschule, Parkstraße 1, Offenbach a.M. - Austausch der Heizungsanlage -
hier: Projektbeschluss
Antag Magistratsvorlage Nr. 008/06 vom 04.01.2006, DS I (A) 967


Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

1. Dem Austausch der Heizungsanlage in der Leibnizschule, Parkstr. 1, Offenbach
    a.M., nach der von der Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft mbH (EEG),
    in Verbindung mit Dritten erstellten und vom Revisionsamt geprüften detaillierten
    Kostenberechnung, abschließend mit 1.000.000,00 € einschließlich Planungskos-
    ten, wird zugestimmt.

2. Die erforderlichen Mittel werden bewilligt und wie folgt bereitgestellt:

    Haushaltsstelle 23010.94020 „Leibniz-Schule-Parkstr., Sanierung Heizungs-
    anlage“

    Haushaltsplan 2005:           120.000,00 €
    Haushaltsplan 2006:           880.000,00 €

    Gesamt:                             1.000.000,00 €

3. Die Finanzierung erfolgt aus Kreditmarktmitteln im Rahmen der Gesamtdeckung
    des Vermögenshaushaltes.

4. Die Abwicklung der Maßnahme wird der EEG ab Leistungsstufe III gemäß Rah-
    menvertrag treuhänderisch übertragen.


Begründung:

 

Die Beheizung der Leibnizschule in der Parkstraße erfolgt zur Zeit mittels elektrischer Nachtspeicher-Einzelöfen. Bei der im Gebäude integrierten Turnhalle wird die Heizwärme über einen zentralen, elektrisch beheizten Blockspeicher und die daran angeschlossene Warmluftanlage zur Verfügung gestellt. Für die Warmwasserbereitung sind drei ebenfalls elektrisch beheizte Warmwasserspeicher mit je 1000 l Inhalt installiert.

Als Verbrühungsschutz ist im Keller eine zentrale, mechanische Mischstation vorhanden. Das Warmwasser in den nach der Mischstation befindlichen Warmwasserleitungen hat demzufolge einen niedrigen Temperaturbereich, der Legionellenbildung Vorschub leistet. Verkeimungen, insbesondere nach längeren Nutzungspausen wie z.B. den Sommerferien, sind deshalb nicht auszuschließen.

 

Die Anlagen der Elektroheizung und Warmwasserbereitung sind über 30 Jahre alt. Für die Nachtspeicheröfen und die zentralen Schalt- und Steuereinrichtungen in den Schaltschränken sind schon seit Jahren keine Ersatzteile mehr erhältlich. Um die Anlagen betriebsfähig zu halten, sind immer wieder Provisorien erforderlich. Weitere Investitionen in die Altanlagen sind wirtschaftlich und technisch nicht vertretbar.

 

Mit der vorgeschlagenen Baumaßnahme ist geplant, die elektrische Nachtspeicherheizung und die Warmwasserbereitung komplett zu demontieren und fachgerecht zu entsorgen. An deren Stelle soll eine neue Pumpen-Warmwasserheizung mit Flachheizkörpern und Röhrenradiatoren in den zu beheizenden Räumen treten. Zur Beheizung der Turnhalle ist eine Deckenstrahlheizung eingeplant. Die Zu- und Abluft der Duschräume im Keller soll über neue Zu- und Abluftgeräte mit Pumpen-Warmwasserheizregister erfolgen. Anstelle der überdimensionierten Warmwasserspeicher mit insgesamt 3000 l Inhalt, wird ein 750 l - Speicher, dessen Beheizung über die neue Heizanlage erfolgt, eingebaut.

 

Zur Klärung der Frage des Heizmediums wurde vom planenden Fachingenieur im Rahmen der Erstellung der Kostenermittlung eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt. Betrachtet wurden die Varianten: Gaskesselanlage, Holzpellet-Kesselanlage, Fernwärmeversorgung und Fernwärmeversorgung als Contracting. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist Bestandteil der geprüften Kostenermittlung.

 

Sowohl in Aspekten der Wirtschaftlichkeit als auch aus Umweltgesichtspunkten hat sich die Holzpellet-Kesselanlage unter Berücksichtigung der möglichen Förderung als günstigste Lösung herausgestellt. Diese Variante soll in Übereinstimmung mit dem Stadtverordnetenbeschluss vom 09.12.2004 -DS I (A) 729/1, Kosteneinsparung durch erneuerbare Energien- auch umgesetzt werden.

 

Die Investitionen in die Kesselanlage nebst Regelung, Abgasanlage Pellet-Transportsystem, teilweise Pellet-Lagerraum und anteilig für Planung werden vom Land Hessen bezuschusst. Nach den derzeit geltenden Förderrichtlinien ist mit einem Zuschuss in Höhe von 47.000,00 € zu rechnen.

 

Mit den Vorbereitungen zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten soll sofort nach Bereitstellung der Haushaltsmittel begonnen werden.

 

Gemäß Rahmenvertrag vom 12.10.2005 (Magistratsbeschluss Nr. 393/05 vom 19.10.2005 und Stadtverordnetenbeschluss DS I (B) 108 vom 17.11.2005) übernimmt die EEG ab 01.01.2006 treuhänderisch die Auftragsvergabe und Zahlungsabwicklung während der Ausführung der Projekte (Leistungsstufe III) mittels eines ihr zur Verfügung gestellten projektspezifischen Treuhandkontos.

 

Die Haushaltsmittelbereitstellung sowie die Finanzierung der Maßnahme erfolgen entsprechend dem Antragstenor.

 

Eine Folgekostenberechnung entfällt (übliche Darlehenszinsen und -tilgungen).

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegen die Planungsunterlagen sowie eine detaillierte Kostenberechnung zur Einsichtnahme aus.