Quelle: pio.offenbach.de
Abgerufen am 27.01.2023


Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2021 - 2026


2021-26/DS-I(A)0454Ausgegeben am 19.01.2023

Eing. Dat. 19.01.2023

 

 

 

 

 

Niedrigschwellige Anlaufstelle für psychisch erkrankte Menschen einrichten

Antrag DIE LINKE. vom 19.01.2023

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept zur Einrichtung einer Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen vorzulegen. Das Konzept soll sich nicht nur an Erwachsene richten, sondern auch spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche beinhalten.

 

Die Anlaufstelle soll die verschiedenen bestehenden Hilfsangebote unter einem Dach zusammenführen. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und den sozialen Trägern von entsprechendem Fachpersonal betrieben, um bei Bedarf Beratung und praktische Hilfen für die Zielgruppen anzubieten.

 

Gleichzeitig stellt sie Räume für Selbsthilfegruppen zur Verfügung. Sie dient den Betroffenen und ihren Angehörigen als Treffpunkt und Aufenthaltsort und hat einen niedrigschwelligen Charakter.

 

 

Begründung:

Die Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Betroffenen stehen oft vor erheblichen Problemen. Das beginnt bei der Frage, ob und wie man die Auswirkungen der Krankheit im sozialen Umfeld thematisiert, wie man mit der Erkrankung im Arbeitsleben umgeht oder wie man den eventuell drohenden Verlust der eigenen Wohnung abwendet.

Viele der Erfahrungen, die die Betroffenen mit dem Gesundheitssystem und mit staatlichen Institutionen machen führen dazu, dass sie ein gewisses Misstrauen gegen diese Einrichtungen entwickeln. In der Folge lehnen sie Hilfsangebote ab.

Eine niedrigschwellige Anlaufstelle hilft Menschen mit Krankheitserfahrungen im psychischen Bereich, Kontakt zu professionellen Helfern aufzubauen. In Krisensituationen besteht so die Möglichkeit, rechtzeitig die passenden Hilfen anzubieten. Sinnvoll ist deshalb, den sozialpsychiatrischen Dienst und andere bestehende Hilfsangebote in die Struktur der Anlaufstelle zu integrieren.

In den vergangenen Jahren, die durch die Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie geprägt waren, ist die Zahl der seelischen Erkrankungen besonders unter Kindern und Jugendlichen in erschreckendem Ausmaß gestiegen. Diese Altersgruppen brauchen besondere Angebote, die in Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Fachpersonal umgesetzt werden müssen.

Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen versuchen oft, die Betroffenen aufzufangen, sind aber mit den Begleiterscheinungen und Auswirkungen, die die Krankheitsbilder mit sich bringen, meist überfordert. In der Regel werden sie mit dieser Überforderung alleine gelassen. Die Anlaufstelle soll deshalb auch für Angehörige eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Information über mögliche Hilfestellungen bieten.

 

Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.

 

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