Quelle: pio.offenbach.de
Abgerufen am 20.05.2024


Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2021 - 2026


2021-26/DS-I(A)0639Ausgegeben am 18.01.2024

Eing. Dat. 18.01.2024

 

 

 

 

 

Sozialer Zusammenhalt (ehem. HEGISS) Südliche Innenstadt / Senefelderquartier

hier: Projektbeschluss zur Durchführung eines Wettbewerbs zur Entwicklung des Busbahnhofs und der Freiflächen des Hauptbahnhofs

Antrag Magistratsvorlage Nr. 2024-023 (Dez. IV, Amt 60) vom 17.01.2024

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.     Der Durchführung eines verkehrsplanerisch-freiraumplanerischen Ideenwettbewerbs für den Busbahnhof an der Bismarckstraße sowie den Freiflächen des Hauptbahnhofs zu Kosten von insgesamt rd. 250.000,00 € wird zugestimmt.

 

Zentrale Ziele des Wettbewerbs sind die sinnvolle (Neu-)Ordnung der Verkehrsfunktionen in Form eines zukunftsorientierten, intermodalen Mobilitätshubs sowie die Schaffung eines attraktiven Bahnhofumfelds und Übergangs zwischen Busbahnhof und Hauptbahnhof. Ebenfalls verfolgt werden soll eine stadtklimatische und stadtökologische Aufwertung. Geprüft werden soll zudem die Möglichkeit der Integration eines Parkdecks im Bereich evtl. frei werdender Flächen des heutigen Busbahnhofs.

 

Die Auslobung des Wettbewerbs erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Grundstückseigentümerin des Busbahnhofs, der Deutschen Bahn (DB).

 

2.    Die erforderlichen Finanzmittel in Höhe von 250.000,00 € werden auf dem Produktkonto 09010600.0951004460, „HEGISS 2, Innenstadt südl. der Bahn“, Investitionsnummer 0901060900601203, im Haushalt 2024 bereitgestellt.

 

Die Refinanzierung erfolgt aus Mitteln des Städtebauförderprogramms Sozialer Zusammenhalt, ehem. HEGISS, (Bund und Land), Produktkonto 09010600.3601005560, „Zuwendung Land HEGISS 2“, Investitionsnummer 0901060900601203, mit bis zu 100.000,00 €.

 

Die Bereitstellung der Mittel erfolgt vorbehaltlich der Genehmigung des Haushalts 2024 durch das Regierungspräsidium Darmstadt.

 

3.     Die Mittelbereitstellung für die baulichen Folgemaßnahmen des Wettbewerbs erfolgt über das Produktkonto 09010600.0951000060, „HEGISS 2, Maßnahmen Bahnumfeld“, Investitionsnummer 0901060900601801. Hierfür werden auf Basis der üblichen Vorgaben jeweils Projektbeschlüsse vorbereitet.

Begründung:

Die Durchführung eines Ideenwettbewerbs zur Neuordnung des Bahnhofsumfelds einschließlich des Busbahnhofs wurde in den Grundzügen bereits mit dem erweiterten Grundsatzbeschluss zur Entwicklung des Offenbacher Hauptbahnhofs vom 18.01.2023 beschlossen (2021-26/DS-I(A)0449).

Die funktionale und gestalterische Aufwertung des Bahnhofsumfelds ist, neben dem barrierefreien Umbau und der Belebung des Empfanggebäudes des Hauptbahnhofs, ein zentrales Element bei der Entwicklung der südlichen Innenstadt und der Verringerung der Trennwirkung des Bahndamms zum Senefelderquartier und den weiter südlich gelegenen Stadtteilen. Als solches wurde sie daher bereits im Integrierten Entwicklungskonzept Südliche Innenstadt / Senefelderquartier (2016-21/DSI(A)0033/1, 2016-21/DS-I(A)0033) als Maßnahme verankert. Die Aufwertung des Bahnhofsumfelds ist zudem Bestandteil des Masterplans Offenbach am Main 2030 (2011-16/DS-I(A)0847).

 

Der Busbahnhof ist mit seinem derzeitigen Umfang überdimensioniert und hat seine zentrale Verkehrsfunktion mit dem Umbau des Busknotenpunkts Offenbach Marktplatz weitestgehend verloren. Darüber hinaus befindet er sich in einem verbesserungswürdigen baulichen Zustand. Über die Jahre im Bahnhofsumfeld sukzessive ergänzte Mobilitätsangebote (z. B. Fahrradabstellplätze, Bike- und Car-Sharing, Taxis, Kiss & Ride, …) sind ungeordnet, ein Bahnhofsvorplatz als Treffpunkt und Stadteingang existiert nicht. Hier soll ein attraktiver zukunftsorientierter, bedarfsgerechter und barrierefreier intermodaler Verkehrsknotenpunkt entstehen. Im Wettbewerb zu beachten ist zudem der aktuelle Planungsstand zur möglichen Wiedereinführung einer Straßenbahn entlang der Bismarckstraße.

 

Am östlichen Ende des Busbahnhofs wurde mit dem Wettbewerb für das Umfeld der Bismarckstraße 118 / des historischen Stellwerks im Jahr 2022 (2016-21/DS-I(A)0930) bereits ein Konzept für eine Neugestaltung geschaffen, das ab 2024 baulich umgesetzt wird. Hieran kann der Wettbewerb für das Bahnhofsumfeld sinnvoll anknüpfen. Zu prüfen ist in diesem Bereich, ob nach Ermittlung der für die oben genannten Ziele erforderlichen Flächen eine potentielle Baufläche zur Schaffung eines Parkdecks und einer neuen Raumkante ausgewiesen werden kann.

 

Teil des Wettbewerbgebiets ist zudem der derzeit mit geringer Qualität ausgestattete südliche Bahnhofseingang. Dieser soll zu einem qualitativ hochwertigen Eingang zur Personenunterführung umgestaltet werden und gleichzeitig einen Übergang in das Senefelderquartier bieten. Zu beachten sind eventuelle Schnittstellen zur Planung eines Radschnellwegs entlang der Marienstraße.

 

Die Verbindung zwischen Marienstraße und Luisenstraße ist gleichfalls Bestandteil des Wettbewerbsgebiets. Dieser Bereich wird durch die künftige Sanierung des Empfangsgebäudes sowie die Ansiedlung studentischen Wohnens in den Gebäuden der ehemaligen Post einen erheblichen funktionalen Wandel erfahren. Dem Rechnung tragend soll dieser Bereich in die Umgestaltung mit einbezogen werden.

Mittels des Wettbewerbs soll eine funktionale und einheitliche Gestaltungsidee für das Bahnhofsumfeld entwickelt werden, die auch klimatologische und ökologische Aspekte berücksichtigt. Sie soll die Grundlage für nachfolgende bauliche Umsetzungen bieten, die voraussichtlich im Rahmen des auslaufenden Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt – südliche Innenstadt“ umgesetzt werden können.

 

Bei weiterer Vorbereitung des Wettbewerbs sind ein wettbewerbsbetreuendes Planungsbüro zu beauftragen und eine Bürgerbeteiligung durchzuführen. Die Wettbewerbsergebnisse werden schließlich bei einer Ausstellung öffentlich präsentiert und diskutiert.

 

Da die Umsetzungsmöglichkeiten aufgrund der Abhängigkeiten zu weiteren Planungen (Radschnellweg, Straßenbahn, barrierefreier Umbau des Empfangsgebäudes, Studierendenwohnen etc.) sowie vertraglichen Regelungen mit der Deutschen Bahn zu prüfen sind, soll der Wettbewerb als Ideenwettbewerb durchgeführt werden.

 

Dieses Projekt ist Bestandteil des im Masterplan 2030 benannten Schlüsselprojekts:

Aufwertung der Innenstadt.

Anlagen:

1. Wettbewerbsgebiet

2. Vorhabenbeschreibung

3. Klimarelevanzprüfung

 

Hinweis: Der Antrag sowie die Anlagen werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.

 

Dieser Text wurde mit dem "Politischen Informationssystem Offenbach" erstellt. Er dient nur der Information und ist nicht rechtsverbindlich. Etwaige Abweichungen des Layouts gegenüber dem Original sind technisch bedingt und können nicht verhindert werden.