Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2021 - 2026
2021-26/DS-I(A)0922Ausgegeben am 14.08.2025
Eing. Dat. 14.08.2025
Aufbau eines Messnetzes für Stadtklima, Gewässerpegel und Grundwasserstände sowie Durchführung einer Informationskampagne zum Thema Klimaanpassung
Antrag Magistratsvorlage Nr. 2025-237 (Dez. II, Amt 33) vom 13.08.2025
Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:
1. Zur Vorbeugung im Katastrophenschutz und Verhaltensvorsorge soll ein Messnetz für stadtklimatische Parameter (u.a. Temperatur, Niederschläge), Gewässerpegel und Grundwasserstände eingerichtet und dauerhaft betrieben werden und eine Informationskampagne zum Thema Klimaanpassung durchgeführt werden.
2. Die Gesamtkosten für den Aufbau des Messnetzes belaufen sich voraussichtlich auf 175.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt über das Produkt 14010100, Konto 6771000133 „Maßnahmen für den Klimaschutz“.
3. Für die Durchführung einer Informationskampagne werden ca. 90.000 Euro veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt ebenfalls über das Produkt 14010100, Konto 6771000133 „Maßnahmen für den Klimaschutz“.
Begründung:
Zu 1. Bedeutung des Messnetzes:
Die zunehmende Hitze durch den Klimawandel stellt eine wachsende Gefahr für die Gesundheit aller Menschen dar, insbesondere in dicht bebauten und versiegelten Stadtgebieten wie Offenbach. Neben extremen Hitzeperioden verursachen Klimaveränderungen auch vermehrt Dürre, Starkregen und Hochwasser, die erhebliche Risiken für Wasserressourcen, Böden, Infrastruktur und Gebäude bedeuten. Um diese Gefahren besser einschätzen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können, ist eine bessere Datengrundlage durch ein umfassendes Messnetz für Stadtklima, Gewässerpegel und Grundwasser unerlässlich. Aktuelle Messungen beziehen sich bisher nur auf den Wetterpark außerhalb der Stadtbebauung, wodurch lokale Unterschiede, etwa durch den urbanen Wärmeinseleffekt, nicht ausreichend erfasst werden. Zudem fehlen an den Gewässern Bieber und Hainbach Pegelmessungen, die zur Früherkennung und Warnung vor Hochwasser und Niedrigwasser notwendig sind. Ebenso ist das Grundwassermonitoring derzeit unzureichend, weshalb zusätzliche Messstellen mit kontinuierlicher Überwachung geschaffen werden sollen. Parallel dazu soll eine Informationskampagne die Bevölkerung über die Folgen des Klimawandels und geeignete Verhaltens- und Vorsorgemaßnahmen aufklären, um die Resilienz der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu stärken.
Zu 2. Aufbau und Betrieb des Messnetzes
Für Messungen des Gewässerpegels an Bieber und Hainbach sollen hiervon 50.000 Euro bereitstehen, weitere 45.000 Euro für den Aufbau bzw. die Erweiterung eines Grundwasser-Messnetzes. Der Restbetrag wird für stadtklimatische Messungen und Datenmanagement genutzt.
Ein Konzept für das stadtklimatische Messnetz wird von externen Dienstleisterinnen und Dienstleistern entwickelt, inklusive Standortwahl, Messparameter und Technik. Die Kosten für Gewässerpegel liegen je Messstelle bei ca. 20.000–25.000 Euro, abhängig von Standortbedingungen. Für Grundwassermessstellen sind 8 Bereiche identifiziert; eine kontinuierliche Messung mit Datenloggern wird eingerichtet. Die Kosten für Prüfung, Installation und Wartung der Grundwassermessstellen sind kalkuliert. Ein einheitliches, datenschutzkonformes Datenmanagement soll alle Messdaten in die bestehende MVV-Sensordatenplattform (SMACONDI) integrieren. Die Nutzung des LoRaWAN-Netzes von Stadt und Stadtwerken wird angestrebt. Die Daten werden als Open Data veröffentlicht und für Bürgerinnen und Bürger zugänglich gemacht.
Zu 3. Durchführung einer Informationskampagne
Die Themen Hitze, Starkregen, Dürre, Artensterben und Neophytausbreitung sollen mit einer Kampagne beleuchtet und für Einwohnerinnen und Einwohner aufbereitet werden (siehe hierzu auch die Ausführungen der zu Punkt 1.). Die geplanten Kosten beinhalten planmäßig die zu erarbeitende Kampagne inklusive notwendiger Informationsmaterialien (bspw. Flyer, Plakate, Übersetzungen), Mediakosten, potentielle Veranstaltung sowie weitere der Verhaltensvorsorge zuträgliche Maßnahmen, die über den Dienstleister bzw. die Dienstleisterin erarbeitet werden. Bei der Erstellung von Informationsmaterialien sollen auch speziell die Ansprache von verschiedenen vulnerablen Gruppen beachtet werden.
Anlage:
Klimarelevanzprüfung
Hinweis: Der Antrag sowie die Anlage werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.
