Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2021 - 2026


2021-26/DS-I(A)0983Ausgegeben am 20.11.2025

Eing. Dat. 20.11.2025

 

 

 

 

 

Wasserkonzept für das Versorgungsgebiet des ZWO - Kommunales Wasserkonzept

Offenbach am Main

Hier: Bericht

Antrag Magistratsvorlage Nr. 2025-357 (Dez. II, Amt 33) vom 19.11.2025

 

 

Der Magistrat beantragt, die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

1.    Der in der Anlage beigefügte Bericht „Wasserkonzept für das Versorgungsgebiet des ZWO - Kommunales Wasserkonzept Offenbach am Main“ wird zur Kenntnis* genommen. Er enthält die Analyse der Ausgangssituation, eine Wasserbilanz bis 2050 sowie empfohlene Maßnahmen und deren Priorisierung.

 

2.    Der Magistrat prüft die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen.

 

* Nachrichtlich: Eine Abstimmung über den Punkt 1 erfolgt nicht, da es sich nur um eine Kenntnisnahme handelt.

 

 

Begründung:

 

Die Wasserversorgung in Offenbach steht bereits heute unter Druck – bedingt durch den Klimawandel und ein anhaltendes Bevölkerungswachstum. Diese Herausforderungen werden sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

 

Das vorliegende Wasserkonzept, beauftragt durch den Zweckverband Wasserversorgung Offenbach (ZWO), analysiert die aktuelle Versorgungslage sowie die zu erwartende Entwicklung von Trinkwasserdargebot und -bedarf bis 2035 und 2050. Es enthält Szenarien, Potenziale zur Einsparung und Substitution von Trinkwasser (z. B. durch Brauchwasser) sowie konkrete Handlungsempfehlungen.

 

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Trinkwasserversorgung bis Anfang der 2030er Jahre voraussichtlich sichergestellt werden kann. Danach wären Engpässe nach der als Anlage beigefügten Bedarfsberechnung 2035 möglich, wenn die Bevölkerung wie am stärksten angenommen wächst und es zu Trockenjahren kommt. Sollte die Bevölkerung weniger wachsen und es weniger Trockenjahre geben, ist die Lage weniger angespannt. Aus dem Konzept geht hervor, dass der Wasserbedarf in den letzten Jahren zu rund 90 % auf Haushalte und Kleingewerbe entfällt und zu rund 10 % dem Sektor „Industrie und Großgewerbe“. Die Stadtverordnetenversammlung soll daher frühzeitig über die absehbare Entwicklung informiert werden.

 

Die Stadt Offenbach befasst sich bereits seit Jahren mit dem Thema Wasser und dem sensiblen Umgang mit dieser wichtigen Ressource. So werden bereits konkrete Maßnahmen zum verantwortungsvollen Umgang mit Wasser umgesetzt – von wassersensibler Stadtplanung bis hin zur Entsiegelung von Flächen und dem Ausbau nachhaltiger Regenwassernutzung. Bereits Ende 2022 wurde beispielsweise eine Gefahrenabwehrverordnung über die Einschränkung des Gebrauchs von Trinkwasser bei Notständen in der Wasserversorgung erlassen. Eine Niederschlagswassersatzung der Stadt Offenbach mit dem Ziel, die wassersensible Stadtentwicklung voranzutreiben, trägt direkt und indirekt dazu bei, dass Trinkwasser langfristig eingespart werden kann, weil Niederschläge künftig immer mehr bewirtschaftet werden. Diese begonnenen Maßnahmen müssen im Sinne des Prinzips „Schwammstadt“ ausgebaut und verstärkt werden.

 

 

Zu den zentralen Maßnahmen des Wasserkonzepts gehören:

 

·         Die Stadt Offenbach bezieht ihr gesamtes Trinkwasser über den Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach aus Grundwasser. In den Trockenjahren 2018, 2019 und 2020 erreichte der Wasserverbrauch neue Spitzenwerte, sodass die Wasserversorgung an ihre Grenzen kam. Die Prüfung weiterer Lieferoptionen wird daher angeregt, um die Trinkwasserversorgung auf ein breiteres Fundament zu stellen. Diese  priorisierte Maßnahme wurde bereits mit dem Beitritt zum Wasserverband Hessisches Ried Ende 2023 abgeschlossen. Zwischen dem ZWO und der Hessenwasser GmbH wurde ein Wasserliefervertrag abgeschlossen. Seit Mitte August 2025 wird zusätzliches Wasser geliefert.

·         Die Nutzung von Brauchwasser zur Substitution von Trinkwasser durch Betriebswasser (aus Betriebsbrunnen oder Niederschlagswasser) bei Wassernutzungen mit geringeren hygienischen Anforderungen soll geprüft werden.

·         Die Einrichtung einer Betriebswassernutzung in kommunalen Einrichtungen mit Vorbildwirkung für die Stadt soll ebenfalls geprüft werden.

·         Weiterhin wird empfohlen, alle privaten Verbraucherinnen und Verbraucher noch stärker für einen sparsamen Umgang zu sensibilisieren durch entsprechende Wassersparkampagnen.

Anlagen:

Kommunales Wasserkonzept

Klimarelevanzprüfung

 

Hinweis: Der Antrag sowie die Anlagen werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.