Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2021 - 2026


2021-26/DS-I(A)1034Ausgegeben am 29.01.2026

Eing. Dat. 29.01.2026

 

 

 

Sozialer Zusammenhalt (ehem. HEGISS) – Offenbach Nordend / Umgestaltung Goethering

hier: Erweiterter Grundsatzbeschluss zur Festlegung der planerisch weiterzuverfolgenden Planungsvariante aus der Vorstudie

Antrag Magistratsvorlage Nr. 2026-052 (Dez. IV, Amt 60) vom 28.01.2026

 

 

Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:

 

1.    Der Variante 1 „Sonnenseite“ aus der Vorstudie zur Umgestaltung Goethering, erarbeitet von der Bürogemeinschaft Bauchplan mit Consens Mobilitätsdesign in Zusammenarbeit mit dem Amt für Planen und Bauen, als Grundlage für die weitere Planung wird zugestimmt.

 

2.    Sollte – als Ergebnis der parallel laufenden Machbarkeitsstudie „Frankfurt Gesamtverkehrsplan Schiene 2035+, Prüfung einer Straßenbahnverbindung von Frankfurt nach Offenbach“ die projektierte Straßenbahntrasse durch den Goethering verlaufen, wäre für die anschließend zu vertiefenden Straßenbahn-Planungen davon auszugehen, dass deren Trasse im Goethering gemäß Variante „Sonnenseite“ vorwiegend im Mischverkehr (mit dem MIV) geführt wird.

 

3.    Der Umgestaltung des südlichen Bereichs der aktuell durch die Kultureinrichtung Hafen 2 genutzten städtischen Teil-Grundstücke (581 und 582/3) für Anpassungsarbeiten zur Gehweg-Fortführung sowie für die optionale Anordnung kleinerer Spiel- und Sportfunktionen wird zugestimmt.

 

4.    Der Magistrat wird beauftragt, die erforderlichen Planungs- und Kostendaten zu erstellen und der Stadtverordnetenversammlung die entsprechende Projektvorlage zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

5.    Für die planerische Umsetzung der Maßnahme stehen, vorbehaltlich der Resteübertragung sowie der Genehmigung des Haushalts 2026 durch das RP Darmstadt, auf dem Produktkonto 12010100.0952004360, Straßenbau Goethering, Investitionsnummer 1201010900601211 Mittel wie folgt zur Verfügung:

 

Haushaltsjahr 2025 und früher:                                      510.840,90 €

Haushaltsjahr 2026:                                                        600.000,00 €

Haushaltsjahr 2027:                                                     1.100.000,00 €

Haushaltsjahr 2028:                                                        400.000,00 €

Gesamt:                                                                        2.610.840,90 €

6.    Zur Refinanzierung der Planungen zum Ausbau des Goetherings stehen, vorbehaltlich der Bewilligung durch den Fördermittelgeber, Zuwendungen aus dem Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt zu Verfügung. Zur Finanzierung des Baus der Verkehrsfläche sollen Mittel des Mobilitätsfördergesetzes (MobFöG) beantragt werden.

Die anliegenden Grundstücke sind beitragspflichtig.

 

 

Begründung:

 

Mit dem Stadtverordnetenbeschluss Nr. 2016-21/DS-I(A)0731 wurde das Integrierte Entwicklungskonzept (ISEK) für das HEGISS- (mittlerweile „Sozialer Zusammenhalt“) Programmgebiet Nordend im Jahr 2020 beschlossen. Grundlegende Anliegen des ISEK sind unter anderem die Verbesserung der Grünraum- und Freiflächenversorgung des Nordends, die Verbesserung der verkehrlichen Erschließung sowie die Stärkung der Klimaresilienz. Der Umbau des Goetherings wird dabei als zentrale Maßnahme 4.1 benannt und wird als solche auch als prioritär zu bearbeitendes Projekt im ISEK-Beschluss aufgeführt. Eine der beiden erarbeiteten Varianten zur Umgestaltung des Goetherings greift zudem eine weitere Maßnahme des Handlungskonzepts auf: Die Umgestaltung des „Goethedreiecks“ zwischen Bernardstraße und Goethestraße (Maßnahme 1.10).

 

Im Freiraumentwicklungsprogramm (FEP) unter dem Titel 5.1.1.4 Schaffung neuer Grün- und Fahrradverbindungen ist die Vervollständigung des Anlagenrings – Grünverbindung Goethering als Maßnahme ebenso verortet.

 

Der „Verkehrsentwicklungsplan 2035 für die Stadt Offenbach am Main“ formuliert eine Reihe von konzeptionellen Zielen und Maßnahmen, die für die künftige Entwicklung der Mobilität in Offenbach anzustreben und für das hier anstehende Vorhaben zum grundhaften Ausbau des Goetherings von Belang sind und in der Vorstudie und den weiteren Planungsphasen berücksichtigt werden.

 

Mit dem „Umbau Kaiserlei“ haben sich die autobahnbezogenen Verkehre zwischen Max-Willner-Platz (Berliner Straße und August-Bebel-Ring) und der A661 von der westlichen Berliner Straße weg auf die Achse Strahlenbergerstraße und südlicher Goethering verlagert. Der Goethering zwischen Strahlenbergerstraße und Max-Willner-Platz hat damit eine sehr viel höhere Bedeutung für den überörtlichen Verkehr zugewiesen bekommen. Die baulichen Gegebenheiten des Goetherings können an dieser Stelle den gestiegenen verkehrlichen Anforderungen aktuell nicht mehr gerecht werden.

 

Als Teilprojekt der Städtebauförderung nahm das Soziale-Stadt-Gebiet Nordend im Jahr 2021 als eine von zwei bundesdeutschen Modellstandorten am Forschungsprojekt „Beweg Dein Quartier“ teil. Für den Goethering wurde daraus abgeleitet, dass dessen Neugestaltung nicht einfach nur als Verkehrsader, sondern als „grüne Verbindung für alle“ weitere städtebauliche Qualitäten für das Nordend schaffen könne.

 

Als Teil des Offenbacher Hauptverkehrsstraßennetzes erschließt der Goethering mit Berliner Straße und Nordring / Hafenallee das Nordend, den Hafen und das Kaiserlei-Gebiet. Der Planungsraum „Goethering“ reicht vom Max-Willner-Platz im Süden bis zum Nordring / Hafenallee im Norden. Der Straßenraum hat eine Länge von 750 m und eine Breite von ca. 50 m. Seitliche Straßenraumanschlüsse sind bei der Planung mit zu berücksichtigen. Insbesondere der Max-Willner-Platz sowie der Anschluss der Strahlenbergerstraße - über eine Länge von ca. 125 m - sind mit zu betrachten.

 

Für die Planung zum Ausbau des Goetherings wurde zunächst eine Vorstudie mit Variantenuntersuchung beauftragt, um vor der Ausschreibung der gesamten Planungsleistungen mehr Klarheit über die zu beauftragende Planungsaufgabe zu erhalten.

 

Um einen hinsichtlich seiner Gestaltung, Dimensionierung und Nutzung zukunftsorientierten Verkehrsraum zu erzielen, ist eine integrative Sichtweise der Verkehrsplanung, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur angestrebt worden.

 

Folgende Aspekte sollten bei der Erarbeitung insbesondere berücksichtigt werden:

 

-       Mobilitätswende

-       Berücksichtigung einer optionalen Straßenbahntrasse

-       Klimaanpassungsmaßnahmen

-       Berücksichtigung von Regenwassermanagement / Schwammstadt

-       Mehr Bäume / Grün / Schatten

-       Verdunstung

-       Frischluft

-       Integration von Freizeit- und Erholungsfunktionen mit größeren zusammenhängenden Freiflächen

-       Minimierung von Versiegelungen

 

Die künftige Funktion des Goetherings als Hauptverkehrsstraße gilt hierbei weiterhin als gesetzt und wird entsprechend prioritär berücksichtigt.

 

In der Planung ist weiterhin zu berücksichtigen, dass seit 2022 eine Machbarkeitsstudie (MBS) zur Prüfung einer eventuellen Wiedereinführung einer Straßenbahn im Stadtgebiet Offenbachs in Bearbeitung ist, bei der verschiedene Trassen untersucht werden. Ziel ist, neben der Anbindung der Innenstadt sowie verschiedener Stadtteile an das Frankfurter Straßenbahnnetz, insbesondere auch die Verbesserung der Erschließung von Kaiserlei, Hafen und Nordend. Eine Trassenvariante verläuft dabei über den Goethering mit Fortsetzung über den Nordring / die Hafenallee.

 

Für die Erstellung der Vorstudie hat die beauftragte Bürogemeinschaft Bauchplan mit Consens Mobilitätsdesign verschiedene typologische Varianten erarbeitet und in Abstimmung mit Vertretern des Amts für Planen und Bauen sowie Vertretern weiterer Fachämter (Amt für Mobilität, Umweltamt, Bauaufsicht / Denkmalschutz, Feuerwehr) und Versorger fachlich bewertet.

 

Einige Varianten mussten nach vertiefenden Untersuchungen im weiteren Planungsverlauf aus fachlichen Gründen verworfen werden, so dass sich die weitere Betrachtung unter den zu berücksichtigenden Rahmenbedingungen auf zwei Hauptvarianten konzentrierten. Die beiden vertieft untersuchten Varianten unterscheiden sich in der verschiedenen Anordnung der Verkehrs- und Grünflächen und somit in der grundsätzlichen Flächenaufteilung des Goetherings.

 

Gemeinsam sind beiden Entwürfen folgende grundlegenden planerischen Lösungen:

 

-       Eine Fahrspur je Richtung für den motorisierten Verkehr, zzgl. notwendiger Abbiegespuren

-       Getrennte Rad- und Gehwege

-       Einrichtung von Lieferzonen auf beiden Straßenseiten

-       Unterbringung von E-Ladezonen, Behindertenstelllplätzen, ggf. Kurzzeitparken, ggf. Taxis

-       Umbau des Max-Willner-Platzes zu einem echten, nicht signalisierten Kreisel zur Verbesserung des Verkehrsflusses

-       Große zusammenhängende Grünflächen mit großem Potential für Baumpflanzungen und Regenwassermanagement sowie Freizeitnutzungen

-       Entwicklung einer Teilfläche der nördlichen Grünfläche am Hafen 2 für eine öffentliche Nutzung

-       Verbesserung der Geh- und Radwegführung in diesem Bereich

 

Bei der Variante 1 „Sonnenseite“ sind die Flächen des motorisierten Verkehrs größtenteils auf der Westseite des Goetherings angeordnet, so dass auf östlicher Seite großflächige Grünflächen einen Freiraumanschluss an das Nordend ermöglichen sowie ein separat geführter Zweirichtungsradweg realisiert werden kann.

 

Die Variante 2 „Mittelinselurlaub“ führt die symmetrische Verkehrsführung des am Max-Willner-Platz ankommenden August-Bebel-Rings fort und umschließt die Grünflächen durch zwei Verkehrsadern. Die für Klimaanpassungsmaßnahmen sowie für Freizeit- und Erholungsfunktionen zur Verfügung stehenden Flächen werden dadurch schmaler und die Nutzbarkeit durch die Barrierewirkung der Verkehrsführung auf Ost- und Westseite verringert.

 

Für die Bewirtschaftung von Regenwasser stehen die erforderlichen Freiflächen zur Verfügung. Eine Strategie zur konkreten Umsetzung ist in den weiteren Planungsphasen zu entwickeln, wobei zukunftsweisende Lösungen zur oberflächlichen sowie unterirdischen Schaffung von Retentionsräumen umgesetzt werden sollen, damit zukünftige Starkregenereignisse abgepuffert und das Mikroklima durch eine erhöhte Verdunstung verbessert werden. Der Umgang mit dem Regenwasser soll gleichzeitig auch als Gestaltungselement im Freiraum wirken.

 

Die erarbeiteten Varianten wurden nach den Kriterien „Verkehrsfluss“, „freiräumlich-städtebauliche Qualität“, „Grünvernetzung und Ökologie“, „Aufenthaltsqualität und Naherholungsfunktion“, „Anschluss an die Bestandsbebauung“ und „Kosten der Varianten“ verglichen und bewertet.

 

Beide Varianten werden nach fachlicher Einschätzung in Bezug auf die verkehrliche Leistungsfähigkeit ähnlich überzeugend bewertet, jedoch ist Variante 1 „Sonnenseite“ an einigen Knotenpunkten in der Verkehrsführung klarer und übersichtlicher strukturiert.

 

In den Einzelkriterien zu den verkehrlichen Themen (Verkehrsfluss) gibt es wenige Abweichungen, lediglich im Falle von Baustellen oder Unfallereignissen bietet Variante 1 flexiblere Lösungsmöglichkeiten. Bei der freiräumlich-städtebaulichen Qualität des Straßenraums ist Variante 1 mit deutlichem Abstand besser bewertet als Variante 2. In den Bereichen Grünvernetzung und Ökologie sowie Aufenthaltsqualität und Naherholungsfunktion schneidet Variante 1 ebenso besser ab. Betrachtet man den Umgang der Varianten hinsichtlich des Anschlusses an die Bestandssituation entlang des Goetherings, zeigt sich auch hier, dass Variante 1 die besseren Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Gebäudevorzonen und der Feuerwehrzufahrten, findet.

 

In der Bewertungsmatrix (siehe Auslage) werden die beiden Varianten in den zu beurteilenden Zieldefinitionen gegenübergestellt.

 

Optionale Straßenbahntrasse in den Varianten

Durch die Lage vorhandener Stromtrassen, welche aufgrund von Belastungen, Erschütterungen sowie Wartungsarbeiten nicht unterhalb einer Straßenbahntrasse liegen dürfen, musste diese in allen Varianten auf der Westseite des Goetherings angeordnet werden. In Variante 1 erfolgt dies fast konsequent im Mischverkehr. Nach derzeitigem Stand der MBS stellt es sich derzeit so dar, dass auch in den übrigen, potentiellen Streckenabschnitten die Straßenbahn voraussichtlich auf längeren Abschnitten (evtl. auf den überwiegenden Streckenabschnitten) ebenfalls aufgrund der dortigen Gegebenheiten im Mischverkehr fahren werden muss, so dass sich der Abschnitt Goethering hier nicht als Ausnahme darstellen würde.
In Variante 2 ist eine Fahrtrichtung als separate Trasse in Richtung Norden in der Grünfläche berücksichtigt, was zu einem Entfall möglicher Grünräume und damit auch Potentialen für die Regenwasserbewirtschaftung und Baumstandorten führt.

Es wäre in beiden Varianten ebenso möglich, die Straßenbahn komplett auf einer eigenen Trasse in der Grünfläche anzuordnen. Dies würde zu einer gravierenden Reduzierung von möglichen Baumstandorten, zu einer deutlichen Verringerung einer möglichen Grün- und Freiraumnutzung und damit zu einer wesentlichen Reduzierung der Freiraumqualitäten für die angrenzenden Stadtteile führen.

 

Grünfläche östlich Hafen 2 – aktuell in Nutzung durch Hafen 2

Die städtische Fläche am nördlichen Ende des Goetherings zwischen Hafenallee und Main ist im Bebauungsplan 563A als öffentliche Grünfläche „Parkanlage (intensive Nutzung)“ dargestellt. Derzeit erfolgt eine Nutzung sowohl dieses Grundstücks als auch eines Teils der Hafenallee-Parzelle durch die Kultureinrichtung Hafen 2.

 

Beide Varianten der Studie sehen vor, die derzeit konfliktträchtige Situation des gemischten Rad- und Gehwegs um dieses städtische Grundstück herum durch Fortführung des vom Main ankommenden getrennten Rad- und Gehwegs zu verbessern. Dies bedeutet eine Teil-Inanspruchnahme der betreffenden Flächen. Die Betreibenden der Kultureinrichtung Hafen 2 haben dies bei der zweiten Beteiligungsrunde begrüßt und sogar die Möglichkeit der Anordnung von öffentlichen Spiel- oder Sporteinrichtungen im südöstlichen Geländebereich positiv beurteilt. Der Ansatz soll in der weiteren Planung vertieft betrachtet werden.

 

Max-Willner-Platz

Der Verkehrsknotenpunkt Max-Willner-Platz soll zu einem klassischen Kreisverkehr weiterentwickelt werden. Durch entsprechende bauliche Anpassungen und eine verkehrliche Regelung als unsignalisierter Kreisverkehr (derzeit signalisiert) können die heute vorhandenen Leistungsfähigkeitsdefizite ausgeglichen und deutlich positiv beeinflusst werden.

 

Kosten

Die Kosten der beiden Varianten (Grobkostenschätzung der Baukosten, ohne Nebenkosten wie Planungs- und Gutachtenhonorare, Kampfmittelsondierung, bauzeitliche Verkehrsführung sowie evtl. Leitungsanpassungen, Altlastenentsorgung) liegen in etwa gleichauf bei brutto ca. 30 Mio. €. Dies entspricht einem Quadratmeterpreis von ca. 550 €. Daraus ergibt sich ein grob geschätztes Gesamtprojektvolumen in Höhe von 40 Mio. €. Bisher sind im Haushalt nur Planungsmittel angemeldet. Die weiteren Mittel für die Bauleistungen und weitere Baunebenkosten werden nach Konkretisierung der Planung für die Haushalte 2028 ff. angemeldet.

 

Beteiligung

Zum Projektstart wurden mit der Planungsgemeinschaft, dem Amt für Planen und Bauen sowie dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit in einer ersten Beteiligungsrunde die Ideen, Wünsche und Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaftsunternehmen, Versorger sowie dem Kinder- und Jugendparlament aufgenommen. Diese Wünsche wurden in der weiteren Erarbeitung und Bewertung der Varianten berücksichtigt.

In einer weiteren Beteiligungsrunde wurden in den erwähnten Gruppen der Nutzenden die ausgearbeiteten Varianten vorgestellt und hinsichtlich der verschiedenen Belange geprüft, bewertet und weiter konkretisiert. Zusätzlich wurden in der zweiten Beteiligungsrunde noch der Seniorenrat einbezogen und ein Workshop mit Schüler*innen in der Schillerschule durchgeführt.

Die Ergebnisse und Rückmeldungen sind in die Ausarbeitung und Finalisierung der Varianten eingeflossen.

 

Empfehlung

Nach fachlicher Einschätzung durch das Planungsbüro, das Amt für Planen und Bauen und die beteiligten Ämter wird empfohlen, die Variante 1 „Sonnenseite“ weiterzuverfolgen. Im Fall der Führung einer Straßenbahntrasse über den Goethering soll diese im Mischverkehr mit dem Individualverkehr geführt werden.

Die Empfehlung zu Variante 1 entspricht auch dem Wunsch der Teilnehmenden der zweiten Beteiligungsveranstaltung.

 

Altlasten und Kampfmittel

Durch die ehemalige Nutzung der an den Goethering angrenzenden Grundstücke durch Industrie- und Schwerindustrie-Unternehmen sind große Flächen mit Altlasten verunreinigt. Teilbereiche wurden bereits saniert, ein Teilbereich wird mit einer dauerhaften Grundwassersanierungsanlage gereinigt, weitere Bereiche gelten als Verdachtsflächen und werden noch differenzierter untersucht werden müssen.

 

Im Bereich Goethering ist zudem mit Kampfmitteln zu rechnen.

 

Weiteres Vorgehen

Nach Festlegung der weiterzuverfolgenden Variante durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung soll als nächstes das Ausschreibungsverfahren (entsprechend Vergabeverordnung als europaweites Verfahren) für den Planungsauftrag durchgeführt werden. Es ist vorgesehen, den Auftrag in 2026 zu vergeben.

 

Finanzierung

Der Umbau des Goetherings wurde in den Jahresanträgen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ bereits in der Vergangenheit als zentrale Maßnahme angemeldet. Die bewilligten Mittel sind für die Finanzierung des Projekts allerdings nicht auskömmlich und beschränken sich voraussichtlich auf die Planung. Für diese sollen im letztmöglichen Programmantrag 2026 noch weitere Mittel angemeldet werden. Beantragt werden soll darüber hinaus für den Bau der Verkehrswege der Einsatz von Fördermitteln des Landes für investive Maßnahmen im kommunalen Straßenbau (gemäß Mobilitätsfördergesetz, MobFöG).

 

Der Masterplan Offenbach verfolgt das Ziel, einen strategischen Rahmen für die Stadtentwicklung zu schaffen. Mit dem Masterplan wurde ein Instrumentarium geschaffen, das die Zukunft von Offenbach am Main als bedeutendem Wirtschafts- und Wohnstandort in der Metropolregion FrankfurtRheinMain gestaltet. In gleichberechtigter Abwägung der Vielzahl der Belange wurde ein Konsens geschaffen mit der Wirkung, dass die Handlungsstränge der vielfältigen Akteure in der Stadtentwicklung auf gemeinsame Ziele ausgerichtet wurden.

 

Dieses Projekt ist Bestandteil des im Masterplan 2030 benannten Schlüsselprojekts:

Gesamtstädtische Freiraumqualitäten verbessern und vernetzen.

 

Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegen

-       der Erläuterungsbericht zur Umgestaltung Goethering – Erstellung einer Vorstudie mit Variantenuntersuchung,

-       die Lagepläne der Varianten zu Umgestaltung Goethering sowie

-       Querschnitte der Varianten

 

zur Einsichtnahme aus.

 

Die Einbringung der Magistratsvorlage *(in den Magistrat) erfolgt auf dem Weg des Nachtrags, da es bis zum regulären Abgabetermin noch Abstimmungsbedarf gab.

 

* redaktionell geändert

Anlagen:

1:    Stadtkarte mit Umgrenzung des Geltungsbereichs

2:    Klimarelevanzprüfung

 

Hinweis: Der Antrag sowie die Anlagen werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.

 

Die nichtöffentliche Auslage erhalten die Stadtverordneten und Fraktionen per Cloud.