Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2021 - 2026
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2021-26/DS-II(A)0087Ausgegeben am 16.02.2026
Eing. Dat. 11.02.2026
Jährlicher Bericht des Magistrats zur Schülerentwicklung und Raumbedarf an Schulen
hier: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 16.08.2018,
2016-21/DS-I(A)0432
dazu: Magistratsvorlage Nr. 2026-061 (Dez. IV, Amt 40) vom 11.02.2026
Über die Schülerzahlen und zur Raumsituation an den Offenbacher Schulen berichtet der Magistrat wie folgt:
Zusammenfassung
Die Schülerzahl in Offenbach bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau mit leicht steigender Tendenz. Im abgelaufenen Schuljahr 2024/2025 besuchten insgesamt 18.714 Schülerinnen und Schüler die Offenbacher Schulen. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Plus von 206 Schülerinnen und Schülern, gegenüber dem letzten Berichtszeitraum für das Schuljahr 2021/2022 sogar ein Plus von 728.
Diese Entwicklung stellt die räumlichen Planungen vor Herausforderungen. Die Schulraumentwicklung in Offenbach folgt daher einer integrierten Gesamtstrategie, die sowohl dem quantitativen Wachstum der Schülerschaft als auch den qualitativen pädagogischen Anforderungen Rechnung trägt. Ziel ist es, bedarfsgerechte, zukunftsfähige und flexibel nutzbare, multifunktionale Schulräume zu schaffen, die den Anforderungen des Ganztags, der Inklusion und moderner Unterrichtsformen entsprechen.
Die Raumsituation bleibt dabei weiterhin angespannt. Es zeigt sich, dass alle vorgesehenen Kapazitätserweiterungen vollumfänglich benötigt werden und zu einer Entlastung führen werden. Dies trifft insbesondere auf die Verbesserungen im gymnasialen und im integrierten Bildungsgang zu. Bis zum tatsächlichen Umzug des Emmy-Noether-Gymnasiums muss die Situation gerade in diesem Bereich jedoch weiter beobachtet werden.
Der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung stellt hierbei einen wesentlichen, zusätzlichen strukturellen Veränderungsfaktor dar und verstärkt die bestehenden räumlichen Kapazitätsgrenzen. Neben zusätzlichen Flächenbedarfen ergeben sich erhöhte Anforderungen an multifunktionale Raumnutzung, Personal, Organisation und Bauphasenplanung im laufenden Schulbetrieb. Hier laufen in enger Abstimmung mit Amt 60.4, der GBM und der OPG die entsprechenden Planungen. Es werden für jede Schule die Bedarfe des Ganztagesausbaus und die betrieblichen Sanierungsbedarfe erfasst und mit den zu erarbeitenden pädagogischen Konzepten verknüpft. Hierfür wird der erforderliche zeitliche Rahmen in der Grundlagenermittlung gegeben, da die Ergebnisse elementaren Einfluss auf die erforderlichen Flächenbedarfe haben werden. Ziel ist es dabei auch, die pädagogischen Konzepte mit der Anforderung der Mehrfachnutzung von Flächen zu verknüpfen (Stichwort multifunktionale Raumnutzung), um Flächen- und somit Kostenoptimierungen zu erreichen. Amt 60.4 schreibt hierbei die Pädagogische Fachberatung für die Schulen aus. Sie umfasst neben einem pädagogischen Konzept auch gleichzeitig raumbildende Konsequenzen. Die Fachberatung erfolgt durch ein Team, das sowohl pädagogische als auch architektonische Kompetenzen hat.
18.714 Lernende besuchten im Schuljahr 2024/2025 laut der Landesschulstatistik die Offenbacher Schulen (siehe Anlage 1). Bei den Veränderungen der Schülerschaft in den einzelnen Bildungsgängen zeigt sich ein differenziertes Bild zum Vorjahr. Im Bereich der Grundschulen (+148 Lernende), der Gesamtschulen (+219 Lernende) und der Beruflichen Schulen (+49 Lernende) zeigt sich ein positiver Trend, wobei der Zuwachs im Bereich der Gesamtschulen auch auf das Abschmelzen der Schülerzahlen an den nicht mehr vorhandenen Haupt- und Realschulen (-165 Lernende) zurückzuführen ist. Gegenüber dem letzten Berichtszeitraum konnte jedoch die Attraktivität der integrierten Gesamtschulen gesteigert werden, was u. a. auf eine bessere Kommunikation ihrer neuen Konzepte zurückzuführen sein könnte. Im Bereich der Förderschulen (-5 Lernende) sowie der Gymnasien (-40 Lernende) sind kleinere Rückgänge zu verzeichnen.
Schülerzahlen
Die Schülerzahlen haben sich in den letzten 15 Jahren kontinuierlich erhöht. Im Schuljahr 2007/08 wurden in der Primarstufe noch 4.379 Schülerinnen und Schüler eingeschult. Das abgelaufene Schuljahr 2024/25 stellt mit 5.450 eingeschulten Kindern (und damit über 1.000 Kindern mehr als noch vor knapp 20 Jahren) einen Allzeithöchstwert im Bereich der Primarstufe dar.
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Jahrgangsbreite Einschulungsjahrgang (Schüler*innen pro Schuljahr) |
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15/16 |
16/17 |
17/18 |
18/19 |
19/20 |
20/21 |
21/22 |
22/23 |
23/24 |
24/25 |
|
1.532 |
1.425 |
1.531 |
1.480 |
1.523 |
1.519 |
1.504 |
1.602 |
1.605 |
1.672 |
Dies spiegelt sich analog auch im Bereich der Jahrgangsbreite des Einschulungsjahrgangs wider, welche ebenfalls gewachsen ist. Wurden vor zehn Jahren im Schuljahr 2015/16 noch 1.532 Schülerinnen und Schüler eingeschult, stieg diese Zahl, mit leichten Schwankungen, in den letzten Jahren kontinuierlich, was auf das Bevölkerungswachstum der Stadt Offenbach in Verbindung mit zahlreichen Neubauvorhaben zurückzuführen ist. Im abgelaufenen Schuljahr sind insgesamt 1.672 Kinder eingeschult worden und damit fast 150 Kinder mehr als noch vor zehn Jahren.
Bei den Schülerzahlen wird vom Stadtschulamt mittelfristig jedoch mit sich konsolidierenden bzw. leicht rückgängigen Schülerzahlen gerechnet. Die Prognose wird aus den bereits bekannten Werten der Statistik für die Schul- und Kindergartenplanung (Anlage 2) in Verbindung mit den Planungspotenzialen Wohnen (Anlage 3) abgeleitet. Durch die Berücksichtigung künftiger Baugebiete entsteht ein Basiswert, der die städtische Entwicklung abbilden soll. Die langfristigen Entwicklungen der Schüler- und Klassenzahlen sind als Anlagen 4 und 5 zur Information beigefügt.
Prognose der Schülerzahlen
Die aktuelle Prognose der Jahrgangsbreiten für die Einschulungen in der Primarstufe ohne Berücksichtigung der Baugebiete zeichnet folgendes Bild:
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Statistik 2025 |
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Schuljahr |
Summe |
|
2026/27 |
1.487 |
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2027/28 |
1.460 |
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2028/29 |
1.502 |
|
2029/30 |
1.400 |
|
2030/31 |
1.406 |
|
2031/32 |
1.351 |
Berücksichtigt man zusätzlich die Baugebiete, wird ein stärkerer Trend deutlich:
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Statistik 2025 |
|
|
Schuljahr |
Summe |
|
2026/27 |
1.586 |
|
2027/28 |
1.559 |
|
2028/29 |
1.601 |
|
2029/30 |
1.483 |
|
2030/31 |
1.464 |
|
2031/32 |
1.399 |
Die Steigerung auf 1.500 bis 1.600 Kinder in den Einschulungsjahrgängen machte den begonnenen oder schon erfolgten Ausbau von Schulraum, etwa am Standort Bieber-Nord oder der Grundstufe der Ernst-Reuter-Schule, erforderlich. Die Erhöhung der Jahrgangsbreiten hat folglich auch Auswirkungen auf die Sekundarstufe. Das Stadtschulamt geht davon aus, dass an den Gymnasien mit 24 Klassen und den integrierten Gesamtschulen mit 30 Klassen pro Jahrgang in der Spitze zu rechnen ist. Dies bestätigt auch die Entwicklung der Klassenzahlen (siehe Anlage 5). Im abgelaufenen Schuljahr wurden in den sechs integrierten Gesamtschulen Schülerinnen und Schüler in insgesamt 167 Klassen und an den vier Gymnasien in insgesamt 110 Klassen (wobei die Emmy-Noether-Schule in den nächsten Jahren bis zum Bezug des Neubaus auch noch weiter „volllaufen“ wird) unterrichtet.
Mit den Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung an den städtischen Gesamtschulen – die Maßnahmen wurden insgesamt begonnen bzw. teilweise schon abgeschlossen – und der Errichtung des Interims für das Emmy-Noether-Gymnasium werden die voraussichtlich benötigten Schulplätze geschaffen. Die Kapazität der städtischen Gymnasien beträgt gemäß Schulentwicklungsplan momentan 15–16 Klassen pro Jahrgang. Durch die aufgestellten Raummodule können die schon seit einigen Jahren bestehenden zusätzlichen Klassen im gegenseitigen Einverständnis untergebracht werden.
Die Prognose zeigt, dass die Kapazitätssteigerungen an den Gesamtschulen den erwarteten Bedarf abdecken werden und das vierte Gymnasium erforderlich ist. Dies gilt ebenso für den Fall, dass die realen Zahlen hinter der Maximalprognose zurückbleiben, weil z. B. mehr Offenbacher Schülerinnen und Schüler die Schulen anderer Schulträger besuchen oder sich geplante Wohnbauvorhaben verzögern. Der weitere Aufwuchs in den weiterführenden Schulen der Stadt Offenbach wird auf jeden Fall erheblich ausfallen und macht alle beschlossenen Kapazitätserweiterungen notwendig.
Der zusätzliche Zuzug aus dem Ausland wird zunächst durch den sprachorientierten Unterricht in Intensivklassen aufgefangen. Intensivklassen dürfen für maximal zwei Jahre besucht werden. Ihre Klassenstärke soll im Regelfall 16 Lernende nicht übersteigen, und es sollen nur drei Intensivklassen pro Schule eingerichtet werden.
Im Zuge der Bewältigung der Ukrainekrise wurde die Klassenstärke der Intensivklassen in der Sekundarstufe I vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen auf 19 Lernende angehoben. Der Unterricht in den Intensivklassen dient dem Zweck, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben. Wurde das Ziel erreicht, erfolgt die Umschulung in eine Regelklasse.
Intensivklassen nach Schulart
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Schulform
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Intensivklassen pro Schuljahr |
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2019/20 |
2020/21 |
2021/22 |
2022/23 |
2023/24 |
2024/25 |
|
|
Grundschulen |
8 |
8 |
12 |
10 |
15 |
17 |
|
Haupt- und Realschulen |
10 |
12 |
16 |
0 |
0 |
0 |
|
Gesamtschulen |
1 |
1 |
3 |
19 |
14 |
14 |
|
Gymnasien |
1 |
1 |
1 |
3 |
3 |
2 |
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Gesamt |
20 |
22 |
32 |
32 |
32 |
33 |
Bislang wurde je Schule mit einer zusätzlichen Intensivklasse geplant. Der Krieg in der Ukraine führte jedoch zu einer Verschärfung dieser Situation. Diese Entwicklung führte insbesondere an den innerstädtischen Schulen zu Raumproblemen. Künftig wird deshalb bei Sanierungsmaßnahmen in enger Abstimmung zwischen Amt 60.4, GBM, der OPG und dem Stadtschulamt sowie den jeweiligen Schulleitungen teilweise auch mit zwei Räumen für Intensivklassen geplant.
Raumsituation
Grundschulen
2017 wurde die Hafenschule in Betrieb genommen, wodurch eine Entlastung der Goetheschule erfolgen konnte. Die Entwicklung der anhaltenden Bautätigkeiten, insbesondere des Neubaugebiets Kaiserviertel, in den beiden Schulbezirken macht jedoch deutlich, dass mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen ist (siehe Anlage 2). Nach der derzeitigen Einteilung liegt das künftige Kaiserviertel im Schulbezirk der Hafenschule. Die dortige Kapazität von maximal 436 Kindern (4 Züge, eine Vorklasse und eine Intensivklasse) wird für die im Kaiserviertel entstehenden Wohnungen und den damit einhergehenden, entsprechenden Zuzügen nicht ausreichen. Durch den Ausbau der Platzkapazität an der Goetheschule (durch das ehemalige 2. Polizeirevier) kann dieser Zuwachs jedoch aufgefangen werden. Es ist vorgesehen, das Kaiserviertel rechtzeitig dem Schulbezirk der Goetheschule zuzuschlagen, sodass durch Schülerlenkung der Anstieg zu keinen Kapazitätsengpässen führen wird.
Die Bauvorhaben für die Grundschulen der Ernst-Reuter-Schule und der IGS Lindenfeld wurden begonnen bzw. befinden sich teilweise auf der Zielgeraden. Das Bauvorhaben Bieber-Nord wurde bereits abgeschlossen. Diese Schulbaumaßnahmen werden die erforderlichen Entlastungen der betreffenden Schulbezirke ermöglichen. Insbesondere mit Blick auf den Bezirk der Uhlandschule ist dies von großer Relevanz. Die Wohnbautätigkeiten im Bereich Bürgel-Ost werden dafür sorgen, dass sich die Schülerzahlen dort in den nächsten Jahren erhöhen und die räumlichen Kapazitätsgrenzen voraussichtlich überschreiten werden. Der absehbar bezugsfertige Neubau an der Ernst-Reuter-Schule bietet jedoch genug Kapazitäten, sodass für diese Übergangszeit durch den Überschneidungsbezirk keine Engpässe bestehen werden.
Der Großbezirk der Schule Bieber mit den drei Standorten (Bieber-Nord, Mauerfeldstraße und Waldhof / Ottersfuhrstraße) wurde neu geordnet, um eine sinnvolle Schulgröße gewährleisten zu können. Die Schule Bieber besteht seitdem aus den Standorten Bieber-Nord und Waldhof / Ottersfuhrstraße; der Standort Mauerfeldstraße wurde als Grundstufe mit der Geschwister-Scholl-Schule verbunden. Für die Situation an der Grundstufe Mauerfeldschule wird derzeit für die Zeit der anstehenden Baumaßnahmen eine Interimslösung erarbeitet, da die benachbarten Schulen Bieber und die Waldschule Tempelsee perspektivisch auch voll ausgelastet sind, sodass es nicht möglich sein wird, dort Räume für weitere Klassen vorzuhalten.
An den sanierten Grundschulen sind bereits zusätzliche Räume für die ganztägige Arbeit gemäß der Richtlinie zu § 15 des Hessischen Schulgesetzes vorhanden. Bei anderen fehlen diese Räume in der Regel für die pädagogische Arbeit noch. Deshalb fällt es bereits sanierten Schulen auch leichter, auf zusätzliche Anforderungen (z. B. zusätzliche Klassenbildung) zu reagieren. Die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, unter anderem durch Inklusion, Zuzug aus dem Ausland und unterschiedliche Bildungsbiografien, erfordert differenzierte Raumangebote. Neben klassischen Unterrichtsräumen gewinnen Rückzugs-, Förder- und Gruppenarbeitsräume zunehmend an Bedeutung.
Für die ganztägige Arbeit gilt, dass mit Blick auf den kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 derzeit eine enge und kontinuierliche Abstimmung zwischen allen Beteiligten stattfindet, um die Umsetzung im laufenden Schulbetrieb bestmöglich zu realisieren. Gestartet wird hier mit den Schulen mit erhöhter Priorität 1, bei denen die Planungen im Bereich Schulbau, -erweiterung bzw. -sanierung anstehen, namentlich die Anne-Frank-Schule, die Goetheschule (ehemaliges 2. Polizeirevier), die Lauterbornschule, die Mathildenschule (ehemaliges 1. Polizeirevier), die Mauerfeldschule, die Uhlandschule sowie die Friedrich-Ebert-Schule. Hierzu startet nun als erster Schritt die Klärung der jeweiligen Inhalte. Neben den Bedarfen für den Ganztag bestehen an diesen Schulen dringende betriebliche Sanierungsbedarfe.
Das Amt 60.4, die GBM und die OPG erfassen für jede Schule die Bedarfe des Ganztagesausbaus und die betrieblichen Sanierungsbedarfe. Sie werden inhaltlich und kostenmäßig erfasst und deutlich voneinander getrennt dargestellt. Die OPG empfiehlt darüber hinaus im Zuge der Klärung des Projektinhalts, den zu erarbeitenden pädagogischen Konzepten einen erforderlichen zeitlichen Rahmen in der Grundlagenermittlung zu geben. Die Ergebnisse werden elementaren Einfluss auf die erforderlichen Flächenbedarfe haben. Amt 60.4 schreibt für die Schulen die Pädagogische Fachberatung aus. Sie umfasst neben einem pädagogischen Konzept auch gleichzeitig raumbildende Konsequenzen. Die Fachberatung erfolgt durch ein Team, das sowohl pädagogische als auch architektonische Kompetenzen hat. Für die o.g. Grundschulen mit Priorität 1 sind im Schuljahr 2025/26 entsprechende Fachberatungen tätig. Für die erfolgreiche Ausschreibung der Planungsleistungen sind zahlreiche Themen, die Grundlagen zur multifunktionalen Nutzung von Räumen sowie die Ermittlung erforderlicher Interimsflächen, als auch Anforderungen des „Startchancenprogramms“ zu berücksichtigen. Hier steht das Stadtschulamt in engem und kontinuierlichem Austausch mit den beteiligten Projektpartnern in diesem laufenden Prozess, um den Ausbau sukzessive voranzutreiben.
Grundlegend zeigt die mittelfristige Entwicklung der Schülerzahlen, dass im Bereich der Innenstadt mit einer weiteren Schülerzunahme zu rechnen ist. Deshalb betrachtet das Stadtschulamt die Entwicklungspotenziale des ehemaligen 1. Polizeireviers als „Entlastungs- bzw. Pufferstandort“. Ebenso bleibt eine Entscheidung über die Zuordnung der alten Fröbelschule nach der Nutzung als gymnasialer Interimsstandort noch zu treffen.
Eine tabellarische Darstellung für alle Grundschulen findet sich in Anlage 6.
Gesamtschulen
Alle bisherigen Haupt- und Realschulen wurden in integrierte Gesamtschulen umgewandelt. Im Zusammenhang mit der Umwandlung erfolgte an der Mathildenschule eine Aufstockung der Raumkapazität der verbundenen Grundschule um einen Zug und eine generelle Aufwertung der Schule.
An der Geschwister-Scholl-Schule wird ebenfalls die Kapazität auf die Sechszügigkeit im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen angehoben. Im Herbst 2024 konnte der Ersatzneubau bezogen werden, im Herbst 2025 das Atrium, sodass künftig ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Mit der Schule wurde die Grundschule in der Mauerfeldstraße als „Grundstufe Mauerfeldschule“ verbunden. Für die Situation an der Grundstufe während der laufenden Baumaßnahmen wird derzeit eine Interimslösung erarbeitet.
Im Rahmen der Sanierung der Edith-Stein-Schule wurde am Standort eine neue gymnasiale Oberstufe eingerichtet. Sie bietet sich vor allem für Schülerinnen und Schüler an, die von einer IGS oder Realschule kommen und weiter Richtung Abitur streben.
An der IGS Lindenfeld (ehemals Bachschule) läuft der Bau der neuen, mit der Schule verbundenen Grundschule. Durch den Erweiterungsbau wurde die Grundschule mit adäquaten Räumen für eine zweizügige Grundschule versorgt. Während der Baumaßnahme wurden der Schule geeignete Übergangslösungen für die Unterbringung von Klassen zur Verfügung gestellt. Die Bauarbeiten im ersten Bauabschnitt sind abgeschlossen, für den zweiten Bauabschnitt sind die Rohbauarbeiten vollständig abgeschlossen, der Fertigstellungsgrad liegt im Dezember 2025 bei ca. 80 %.
An der Ernst-Reuter-Schule wird die Grundschule mit einem Neubau zur Dreizügigkeit ertüchtigt. Durch die freiwerdenden Räume im Schulhaus der integrierten Gesamtschule wird die Umwandlung in eine fünfzügige IGS betrieben. Zur Beseitigung unmittelbarer Engpässe wurden Raummodule aufgestellt. Eine Entspannung der derzeitigen Situation wird demnächst eintreten, wenn die Grundschule den Neubau bezogen hat.
Der Mathildenschule wurden drei Räume für Intensivklassen im ehemaligen 1. Polizeirevier zur Verfügung gestellt. Die Mitbenutzung von zwei Räumen des Modulbaus Schöne Aussicht wurde gleichzeitig beendet, da durch die Nähe zum Hauptgebäude die Unterrichtsorganisation erleichtert und gleichzeitig die Zahl der möglichen Intensivklassen an dem Schulstandort erreicht werden konnte. Darüber hinaus wird übergangsweise von der Mathildenschule an der Turnhalle der IGS Lindenfeld eine Containerlösung mitgenutzt. Im laufenden Schuljahr wird eine Containeranlage auf dem Schulhof der Mathildenschule installiert.
Nach Beendigung aller Baumaßnahmen ist die Versorgung mit Schulplätzen an den integrierten Gesamtschulen in Offenbach entsprechend der Nachfrage ausreichend gegeben.
Förderschulen
Der besonderen Situation der Fröbelschule wurde durch den Neubau entsprochen, der im Schuljahr 2022/23 bezogen wurde. Dadurch entfielen die „Schülertransporte“ von mobilitätseingeschränkten Kindern über die verschiedenen Stockwerke und ein wesentliches Problem der Schule konnte damit gelöst werden. Neben einer Außenklasse an der Erich Kästner-Schule, einer an der Leibnizschule sowie zwei Kooperationsklassen an der Grundschule Bieber-Nord wurden aufgrund stark steigender Schülerzahlen, die so nicht prognostiziert werden konnten, zusätzliche Räumlichkeiten für Fröbel-Kinder im Grundschulalter an der Wildbachschule angemietet und im Schuljahr 2025/26 mit zwei Kooperationsklassen belegt. An der Leibnizschule wurde eine Kooperationsklasse eingerichtet. Für das kommende Schuljahr werden an der Wildbachschule zwei weitere Kooperationsklassen und an der Leibnizschule eine weitere Kooperationsklasse eingerichtet.. Perspektivisch ist mit weiter steigenden Schülerzahlen in diesem Bereich zu rechnen, zusätzlich zu Kindern, die aus der Inklusion zurück an die Fröbelschule kommen . Auch Kinder, die aus der Grundschule Bieber Nord „herauswachsen“, benötigen ab dem Schuljahr 2027/28 eine Perspektive. Es müssen weitere Kooperationsklassen in weiterführenden Schulen gebildet werden. Die Entwicklung muss deshalb kontinuierlich beobachtet und gemeinsam mit Staatlichem Schulamt, Stadtschulamt und Fröbelschule Lösungen für die Bedarfe gesucht werden. An der Erich-Kästner-Schule sowie der Ludwig-Dern-Schule bestehen keine Raumengpässe.
Berufliche Schulen
Der deutschlandweit seit Langem anhaltende Trend, dass immer mehr Schulabgänger studieren und weniger in Ausbildung gehen, zeigt sich auch an den beruflichen Schulen der Stadt Offenbach, wenngleich hier nicht so stark, insbesondere aufgrund der Ansiedlung zahlreicher namhafter Unternehmen in den letzten und nächsten Jahren. Aufgrund dessen sind die Zahlen der Berufsschüler zwar leicht rückläufig, aber dennoch relativ konstant. Aktuell sind deshalb keine drängenden Raumprobleme an den Gewerblich-technischen Schulen, der Käthe-Kollwitz-Schule oder der Theodor-Heuss-Schule bekannt. Bei der Beschulung von Berufsschülern plant das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen jedoch Änderungen, deren Auswirkungen auf den Raumbedarf abgewartet werden müssen. Dieses Thema wird jedoch in der in diesem Jahr erscheinenden Fortschreibung des Schulentwicklungsplans Berufliche Schulen noch detaillierter aufgegriffen.
Die Umsetzung der hier beschriebenen Maßnahmen erfolgt unter Berücksichtigung der finanziellen und personellen Ressourcen der Stadt Offenbach sowie der notwendigen zeitlichen Abfolgen im Schulbau.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Stadt Offenbach in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen hat, um auf das anhaltende Wachstum der Schülerschaft zu reagieren. Die beschlossenen und laufenden Maßnahmen sind notwendig, um den aktuellen und prognostizierten Bedarfen gerecht zu werden. Gleichzeitig bleibt die Schulraumsituation angespannt, sodass auch künftig eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Planungen erforderlich ist.
Anlagen:
Anlage 1: Schulstatistik
Anlage 2: Statistik für Schul- und Kindergartenplanung
Anlage 3: Planungspotentiale Wohnen
Anlage 4: Langfristige Entwicklung Schülerzahlen
Anlage 5: Langfristige Entwicklung Klassenzahlen
Anlage 6: Tabelle Raumsituation
Hinweis: Bericht und Anlagen werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.
