Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2026 - 2031
2026-31/DS-I(A)0099Ausgegeben am 21.09.2026
Eing. Dat. 18.09.2026
HfG-Neubau jetzt sichern – Landesregierung muss Zusagen für Offenbach einhalten
Antrag FDP vom 18.09.2026
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Die Stadtverordnetenversammlung bekräftigt die herausragende Bedeutung des Neubaus der Hochschule für Gestaltung (HfG) im Offenbacher Hafen für die Hochschule und die weitere Entwicklung der Stadt Offenbach.
- Der Magistrat wird aufgefordert, sich gegenüber der Hessischen Landesregierung mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass der Neubau der HfG im Offenbacher Hafen ohne weitere Verzögerungen realisiert und der bislang für die kommenden Jahre vorgesehene Zeitrahmen so weit wie möglich eingehalten wird.
- Der Magistrat wird insbesondere gebeten, seine Gespräche mit der Hessischen Landesregierung und dem zuständigen Ministerium zu intensivieren und darauf hinzuwirken, dass die erforderlichen Haushaltsmittel für das Projekt verbindlich und rechtzeitig bereitgestellt werden.
- Der Magistrat wird gebeten, der Stadtverordnetenversammlung über den aktuellen Planungsstand, den von der Landesregierung vorgesehenen Zeitplan sowie die Ergebnisse der Gespräche mit dem Land zu berichten.
Begründung:
Der Neubau der Hochschule für Gestaltung im Offenbacher Hafen ist seit vielen Jahren angekündigt und der Stadt Offenbach, der Hochschule und ihren Studierenden zugesagt. Bereits 2015 stellte das Land Hessen den Neubau in Aussicht. Noch im Jahr 2026 wurde öffentlich mit einem Baubeginn beziehungsweise Spatenstich im Jahr 2027 gerechnet.
Nach aktuellen Medienberichten bestehen nun erhebliche Zweifel an diesem Zeitplan. Demnach könnte sich der Baubeginn um mehrere Jahre verzögern. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur hat inzwischen erklärt, sich im Rahmen der Haushaltsaufstellung dafür „einsetzen“ zu wollen, dass das Vorhaben im Haushalt 2028 berücksichtigt werden kann.
Eine weitere jahrelange Verschiebung wäre für Offenbach nicht akzeptabel. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Ankündigungen muss das Land zu seinen Zusagen stehen. Eine immer weitere Verschiebung des Projekts würde das Vertrauen in die Verlässlichkeit landespolitischer Zusagen gegenüber Offenbach erheblich beschädigen.
Der Neubau ist dabei weit mehr als ein Hochschulprojekt. Die HfG gehört zu den prägenden wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen Offenbachs. Ein moderner Campus ist wesentlich für die Attraktivität Offenbachs als Hochschul- und Studienstandort und für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule.
Zugleich ist der HfG-Neubau ein zentraler Baustein der Stadtentwicklung. Im Masterplan Offenbach 2030 ist der Neubau ausdrücklich Bestandteil der Entwicklung des „DesignPort“. Der Campus soll dem Hafenquartier zusätzliche Urbanität verleihen, Studierende, Lehrende, Kreative und Besucher anziehen und die Verbindung zwischen Hochschule, Kreativwirtschaft und Stadtgesellschaft stärken.
Auch für die Entwicklung der Innenstadt besitzt das Projekt erhebliche Bedeutung. Der Umzug der HfG in den Hafen eröffnet langfristig neue Perspektiven für den heutigen Hochschulstandort und damit für die Neuordnung und Weiterentwicklung zentraler Innenstadtbereiche. Hafenentwicklung, Hochschulentwicklung und weitere Innenstadtentwicklung hängen deshalb unmittelbar miteinander zusammen.
Offenbach wartet seit Jahren auf den angekündigten Neubau. Die Stadt muss sich deshalb mit allem politischen Gewicht dafür einsetzen, dass aus einer seit Jahren gegebenen Zusage nicht ein Projekt auf unbestimmte Zeit wird.
Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.
