Quelle: pio.offenbach.de
Abgerufen am 07.10.2026


Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2026 - 2031


2026-31/DS-I(A)0112Ausgegeben am 28.09.2026

Eing. Dat. 25.09.2026

 

 

 

 

 

Die Gewerbemieten sind zu hoch: Dem Einzelhandel Perspektiven bieten

Antrag B´90/Die Grünen vom 25.09.2026

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

1. Der Magistrat wird beauftragt im Rahmen der Wirtschaftsförderung ein Angebot für bestehende Einzelhändler*innen in zu entwickeln, die aufgrund steigender Gewerbemieten in ihrer Existenz bedroht sind. Dazu könnte ein Vermittlungs- und Gesprächsangebot zwischen Einzelhändler*innen und Vermieter*innen gehören oder auch die Vermittlung alternativer Gewerbeflächen.

 

2. Der Magistrat möge darüber hinaus, einen Runden Tisch „Gewerbemieten und lebendige Innenstadt“ mit gewerblichen Vermieterinnen und Vermietern, Vertreterinnen und Vertretern des innerstädtischen Einzelhandels, der Gewerbetreibenden, der IHK, von Offenbach offensiv sowie relevanten Akteurinnen und Akteuren der Innenstadtentwicklung einzuberufen.

Ziel des Runden Tisches soll es sein, gemeinsam zu beraten, wie auch künftig ein vielfältiger, inhabergeführter und für die Offenbacherinnen und Offenbacher attraktiver Einzelhandel in der Innenstadt erhalten werden kann, und welchen Beitrag Eigentümerinnen und Eigentümer durch langfristig tragfähige Gewerbemieten dazu leisten können.

 

 

Begründung:

 

Mit dem Buchladen am Markt verliert Offenbach zum Jahresende ein seit Jahrzehnten etabliertes und mehrfach ausgezeichnetes Fachgeschäft an seinem bisherigen Standort am Wilhelmsplatz. Die Inhaberin begründet die Aufgabe des Geschäfts unter anderem mit den über Jahre gestiegenen Mietkosten. Zwar wird der Buchladen mit einem deutlich kleineren Angebot in der Bleichstraße weitergeführt. Dennoch geht mit dem bisherigen Standort ein Stück der gewachsenen Angebots- und Aufenthaltsqualität der Innenstadt und des Wilhelmsplatzes verloren. Gerade inhabergeführte Geschäfte, die Beratung, persönliche Atmosphäre, Veranstaltungen und ein besonderes Sortiment bieten, unterscheiden sich von austauschbaren Filialangeboten und tragen wesentlich zur Vielfalt einer Innenstadt bei.

Um in solchen Fällen in Zukunft frühzeitig handlungsfähig zu sein, wird der Magistrat beauftragt ein Angebot zu entwickeln, an das sich Betroffene wenden können. Hier könnte im Bedarfsfall versucht werden zu vermitteln oder auch Alternativflächen aufgezeigt werden.

Der Fall zeigt zugleich ein grundsätzliches Problem bei den Gewerbemieten. Selbst ein erfolgreiches und etabliertes Geschäft kann seinen Standort unter diesen Bedingungen nicht dauerhaft halten. Attraktive Innenstädte hängen auch davon ab, dass Eigentümerinnen und Eigentümer bereit sind bei ihren Einnahmen einen Schritt zurück zu treten.

Mit der Vorkaufsrechtssatzung für die Innenstadt, hat der Magistrat bereits ein Instrument, um Gebäude zu erwerben, die zum Verkauf stehen. Es ist jedoch nicht realistisch, dass die Stadt große Teile der Innenstadt erwerben wird.

Deshalb braucht es auch einen Dialog mit den Eigentümerinnen und Eigentümern gewerblicher Immobilien. Denn eine Innenstadt, in der sich nur noch Filialisten, Gastronomieketten oder hochpreisige Konzepte die Gewerbemieten leisten können, verliert langfristig einen wichtigen Teil ihrer Vielfalt. Der Runde Tisch soll deshalb konkrete Möglichkeiten ausloten, wie langfristig tragfähige Mietverhältnisse und eine vielfältige Nutzungsstruktur miteinander verbunden werden können.

 

Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.

 

Dieser Text wurde mit dem "Politischen Informationssystem Offenbach" erstellt. Er dient nur der Information und ist nicht rechtsverbindlich. Etwaige Abweichungen des Layouts gegenüber dem Original sind technisch bedingt und können nicht verhindert werden.