Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2021 - 2026


2021-26/DS-I(A)1013Ausgegeben am 29.01.2026

Eing. Dat. 28.01.2026

 

 

 

 

 

Grundsatzbeschluss zur Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zum Kiesabbau südlich der L3117 mit perspektivischer Umgestaltung zum Badesee

Antrag FREIE WÄHLER vom 05.01.2026

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

·         Der Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Prüfung der technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen eines möglichen Kiesabbaus im südlichen Stadtgebiet Offenbachs (vgl. Anlage 1: Lageübersicht) wird zugestimmt. Die Studie soll insbesondere die grundlegende Machbarkeit des Kiesabbaus sowie die prinzipielle Möglichkeit einer anschließenden Umgestaltung des Abbaugebiets zu einem Badesee mit Naherholungsfunktion untersuchen.

 

·         Der Magistrat wird beauftragt, die Machbarkeitsstudie öffentlich auszuschreiben und ein geeignetes interdisziplinäres Fachbüro zu beauftragen, das diese Untersuchungen abdeckt. Dabei ist sicherzustellen, dass das Fachbüro Erfahrung mit rohstoffrechtlichen Verfahren sowie mit wasserrechtlichen und naturschutzfachlichen Fragestellungen besitzt.

 

·         Die für die Durchführung der Machbarkeitsstudie erforderlichen Haushaltsmittel werden, sofern im laufenden Haushalt verfügbar, bereitgestellt; andernfalls sind sie im Haushaltsplan des kommenden Jahres zu veranschlagen.

 

·         Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie sind der Stadtverordnetenversammlung die Ergebnisse zur weiteren Entscheidung vorzulegen. Dabei sind auch mögliche Handlungsempfehlungen, Variantenvergleiche und Risiken transparent darzustellen.

 

 

Begründung:

 

Im südlichen Stadtgebiet Offenbachs befinden sich im Bereich des Stadtwalds und angrenzender Flächen geologisch wertvolle Kies- und Sandvorkommen, die in Fachkarten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) als potenzielle Rohstofflagerstätten ausgewiesen sind (Lagerstättenpotenzialzone 1).

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach regional gewonnenen Baustoffen und des Ziels einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft soll geprüft werden, ob eine landschaftsverträgliche Gewinnung dieser Rohstoffe grundsätzlich möglich ist.

Die Studie soll dabei insbesondere klären:

·         Technischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Machbarkeit des Kiesabbaus,

·         Finanzielle Aspekte wie Kosten, Einnahmen und mögliche Steuereffekte,

·         Ökologischer und wasserwirtschaftlicher Aspekte,

·         Identifizierung und Bewertung möglicher Konflikte mit Schutzgütern (z. B. Wald, Boden, Wasser, Arten).

·         Erforderliche Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren sowie deren zeitliche und organisatorische Rahmenbedingungen.

Im Rahmen der Untersuchung soll zugleich geprüft werden, ob und in welcher Form die anschließende Renaturierung bzw. Nachnutzung der Abbauflächen als Badesee erfolgen könnte. Eine solche Mehrfachnutzung - Rohstoffabbau mit anschließender Entwicklung eines Gewässers für Freizeit und Erholung - kann, bei geeigneten Voraussetzungen, ökologische und touristische Synergien schaffen. Hierzu sollen auch erste Einschätzungen zu Wasserqualität, hydrologischen Rahmenbedingungen und infrastrukturellen Anforderungen (Zugang, Erschließung, Sicherheit) aufgenommen werden.

Die Ergebnisse der Studie werden als Grundlage für eine politische Entscheidung über das weitere Vorgehen dienen. Durch die frühzeitige Erarbeitung dieser Grundlagen wird sichergestellt, dass die Stadtverordnetenversammlung eine belastbare Entscheidungsgrundlage erhält und spätere Planungs- und Genehmigungsverfahren effizient vorbereitet werden können.

Anlage:

Lageplan

 

Hinweis: Der Antrag sowie die Anlage werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.