Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2021 - 2026
2021-26/DS-I(A)1030Ausgegeben am 29.01.2026
Eing. Dat. 29.01.2026
Grundsanierung und Neukonzeption Deutsches Ledermuseum,
Offenbach am Main
hier: Grundsatzbeschluss
Antrag Magistratsvorlage Nr. 2026-048 (Dez. I und IV, Amt 60) vom 28.01.2026
Der Magistrat beantragt, dass die Stadtverordnetenversammlung wie folgt beschließt:
1. Die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs werden zustimmend zur Kenntnis genommen.
2. Der weiteren Planung für die Umsetzung auf der Grundlage des Wettbewerbskonzepts vom Büro Rustler/Schriever für die Gebäude sowie Levin Monsigny für die Freianlagen mit voraussichtlichen Gesamtkosten in Höhe von 42.600.000,00 € wird zugestimmt.
3. Der Magistrat wird beauftragt, die erforderlichen Planungs- und Kostendaten für das Projekt zu erstellen und der Stadtverordnetenversammlung die entsprechende Projektvorlage zur Beschlussfassung vorzulegen.
4. Die für die Investition erforderlichen Mittel i. H. v.
42.600.000,00 € stehen auf dem Produktkonto 04100100.0951000060, Investitionsnummer 0410010300602101, „Grundsanierung und Neukonzeption Deutsches Ledermuseum - projektiert“, zur Verfügung.
5. Die Refinanzierung der Maßnahme erfolgt über Fördermittel des Bundes sowie des Landes wie folgt:
Die erste Projektstufe (Realisierungswettbewerb und Planung Leistungsphase 1-3 HOAI) wird mit folgenden Fördermitteln von Bund und Land unterstützt (Zuwendungsbescheid wurde erteilt):
Bund 250.000,00 €
Land 500.000,00 €
Für die weitere Planung und Umsetzung in der zweiten Projektstufe (Leistungsphase 4-9 HOAI) wurden Fördermittel bei Bund (KulturInvest 2023) und Land (Projektförderung) beantragt. Derzeit werden von Bund und Land die folgenden Fördermittel in Aussicht gestellt.
Bund 20.000.000,00 €
Land 10.000.000,00 €
Mit dem Land wird derzeit ein Letter of Intent (LOI) zur weiteren Förderung für die Umsetzung erarbeitet. Der LOI wird derzeit mit dem Land endabgestimmt und anschließend den Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt.
6. Die Finanzierung ist somit wie folgt vorgesehen:
Förderung Bund und Land aus der 1. Projektstufe 750.000,00 €
Voraussichtliche Fördermittel Bund 2. Projektstufe 20.000.000,00 €
Voraussichtliche Fördermittel Land 2. Projektstufe 10.000.000,00 €
Kreditmarktmittel: 11.850.000,00 €
Gesamt: 42.600.000,00 €
Begründung:
Ausgangssituation:
Nach über 100 Jahren befindet sich das Deutsche Ledermuseum (DLM) in einer Umbruchsituation und im Aufbruch in das 21. Jahrhundert. Aus konservatorisch-restauratorischer sowie aus funktionaler Sicht erfüllt das Gebäude nicht mehr die Ansprüche an einen zeitgemäßen Museumsbetrieb. Insbesondere sind die erforderlichen museumsgerechten raumklimatischen Bedingungen für die empfindlichen Exponate aus Leder und artverwandten Materialien derzeit nicht erfüllt. Um das DLM dauerhaft und zukunftssicher aufzustellen, ist eine umfangreiche inhaltliche und strukturelle Neukonzeption für das Museum inklusive einer energetischen und brandschutztechnischen Sanierung des gesamten Gebäudeensembles notwendig. Zudem ist das DLM in allen Bereichen barrierefrei herzustellen.
Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 11.05.2023, Nr. 2021-26/DS-I(A)0497, wurde der Bewerbung um einen Zuschuss aus Bundesmitteln im Rahmen des Programms „Zuschüsse für investive Kulturmaßnahmen bei Einrichtungen im Inland – KulturInvest 2023“ zugestimmt. Der Antrag wurde eingereicht und der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat das Bauvorhaben am 28.09.2023 als grundsätzlich förderwürdig ausgewählt.
Mit Beschluss des Magistrats vom 31.01.2024, Nr. 2024-038 wurde der Vergabe von Preisgeldern im Rahmen der Durchführung eines nichtoffenen Realisierungswettbewerbs für die Grundsanierung und Neukonzeption des Deutschen Ledermuseums in Offenbach in Höhe von brutto 216.000,00 € zugestimmt.
Mit dem Ziel einen architektonisch und freiräumlich hochwertigen Entwurf zu erhalten, wurde 2024 ein Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2013 ausgelobt. Das Preisgericht tagte am 18. und 19.11.2024. Aus 19 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wurden drei Arbeiten mit Preisen und zwei Arbeiten mit Anerkennungen ausgezeichnet. Der Entwurf von Rustler Schriever Architekten, Berlin und Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin wurde von der Jury mit dem 1. Preis ausgezeichnet und zum Sieger gekürt. Das Preisgericht empfahl die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit der weiteren Projektumsetzung zu Grunde zu legen.
Im Realisierungswettbewerb wurden auf Basis einer Grobkostenermittlung der OPG mit Stand 4. Quartal 2023 insgesamt 42.600.000,00 € brutto für die Kostengruppen 200 bis 700 als verbindliche Kostenobergrenze für das Projekt festgelegt. Dieser Betrag wurde ebenfalls mit den beauftragten Planungsbüros für Objekt- und Fachplanung als Kostenobergrenze vertraglich vereinbart.
Aktuell befindet sich das Projekt in den Leistungsphasen 1 Grundlagenermittlung und 2 Vorentwurfsplanung.
Im Rahmen der Planung werden alle Möglichkeiten zur Kosteneinsparung im Projekt geprüft und das Entwurfskonzept aus dem Planungswettbewerb unter Beachtung der Kostenobergrenze fortgeschrieben. Das Ergebnis der Leistungsphase 2 mit Kostenschätzung wird nach derzeitiger Terminplanung zum Ende des 1. Quartals 2026 vorliegen.
Im Büro der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder und anschließend im Büro der Stadtverordnetenversammlung liegen die Planungs- und Kostendaten zur Einsichtnahme aus.
Die Einbringung der Magistratsvorlage *(in den Magistrat) erfolgt auf dem Weg des Nachtrags, da es bis zum regulären Abgabetermin noch Abstimmungsbedarf gab.
* redaktionell geändert
Anlage:
Lageplan
Hinweis: Der Antrag sowie die Anlagen werden den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.
Die nichtöffentliche Auslage erhalten die Stadtverordneten und Fraktionen per Cloud.
