Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2026 - 2031
2026-31/DS-I(A)0070Ausgegeben am 12.08.2026
Eing. Dat. 12.08.2026
Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz von Igeln und anderen Kleintieren
Antrag Die Linke & Tierschutzpartei vom 12.08.2026
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert,
1. zeitnah eine Allgemeinverfügung zu erlassen, die den Betrieb von Mährobotern im gesamten Stadtgebiet Offenbach am Main in der Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang des folgenden Tages untersagt;
2. dabei die Möglichkeit etwaiger Ausnahmen (z.B. Dachflächen etc.) und Befreiungen auf Antrag vorzusehen;
3. den Erlass mit einer Informationskampagne – über die städtische Website, Presse- und Social-Media-Kanäle - zu begleiten und die Bevölkerung über die Hintergründe der Regelung zu informieren.
Begründung:
Der Igel gehört zu den besonders geschützten Tierarten, und sein Bestand geht seit Jahren spürbar zurück. In Hessen steht er auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere, international stuft die Weltnaturschutzunion den Igel zudem als „potenziell gefährdet“ ein.
Mähroboter sind dabei eine vermeidbare Gefahrenquelle. Igel fliehen bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein – gegen schnell rotierende Klingen schützt sie das nicht. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung dokumentiert Fälle von Igeln mit Schnittverletzungen wissenschaftlich. Die Daten zeigen ein ernstes Problem auf, denn die Zahl der Schnittverletzungen mit gravierenden bis tödlichen Folgen ist hoch und steigt seit Jahren erheblich an. Technische Lösungen für Mähroboter, die Kleintiere wie Igel zuverlässig erkennen, bieten nach dem gegenwärtigen Stand keinen Schutz. Betroffen sind neben Igeln auch Erdkröten, Molche und andere Kleintiere.
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ein zeitlich eng begrenztes Verbot greift genau in den Stunden, in denen die Tiere unterwegs sind, und lässt den Betrieb tagsüber vollständig unberührt. Die Einschränkung für die Nutzer*innen ist damit gering. Zahlreiche Kommunen sind bereits vorangegangen. Auch im Rhein-Main-Gebiet entsteht dadurch zunehmend ein einheitlicher Rahmen. Offenbach sollte hier nicht außen vor bleiben.
Gleichzeitig ist vielen Besitzer*innen eines Mähroboters gar nicht bewusst, dass sie mit dem nächtlichen Betrieb geschützte Tiere verletzen könnten. Daher sollte aus Sicht der antragstellenden Fraktion der Erlass mit einer gezielten Informations- und Aufklärungskampagne verbunden werden. Im Vordergrund sollen Prävention und Information stehen, nicht Kontrolle.
Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.
