Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt
Offenbach am Main
2021 - 2026
2021-26/DS-I(A)0481/1Ausgegeben am 04.05.2023
Eing. Dat. 04.05.2023
Neubürgerinnen und Neubürgern das Einleben erleichtern mit Informationsbroschüren in ihren Sprachen
Ergänzungsantrag Die LINKE. vom 04.05.2023
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Nach dem ersten Satz im Tenor wird ergänzend Folgendes eingefügt:
Bei der Ermittlung des Bedarfs sollen auch Sprachen berücksichtigt werden, die sich nicht zwingend einer nationalstaatlichen Amtssprache zuordnen lassen, wie zum Beispiel kurdische Sprachen.
Begründung:
Die in der Begründung formulierte Priorisierung der dort genannten Sprachen entspricht nicht unbedingt den Bedarfen. So werden beispielsweise Dari oder Farsi nicht aufgelistet, obwohl viele Menschen aus Afghanistan oder dem Iran in Offenbach leben oder hierherziehen.
Des Weiteren gibt es Sprachen, die nicht offiziell erfasst werden, jedoch von vielen Menschen gesprochen und verstanden werden, wie das Kurdische. Das Sprechen, Schreiben oder Publizieren auf Kurdisch ist in vielen Herkunftsstaaten mit Diskriminierung verbunden. Da Kurdisch meist nicht den Status einer Amtssprache hat, wird es in den Offenbacher Statistiken nicht verzeichnet. Es ist wichtig, die politische Verdrängung dieser Sprachen nicht unbeabsichtigt weiterzuführen. In Offenbach leben bereits viele Menschen mit kurdischem Hintergrund. Und auch viele der Menschen, die aus der Türkei, aus Syrien, dem Iran oder Irak nach Offenbach kommen, sprechen die kurdischen Sprachen als Erst- oder Zweitsprache.
Mit dem Ergänzungsantrag soll sichergestellt werden, dass die Ermittlung des Bedarfs umfassend geschieht und niemand benachteiligt wird.
Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.