Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2021 - 2026


2021-26/DS-I(A)0987/2Ausgegeben am 01.12.2025

Eing. Dat. 01.12.2025

 

 

 

 

 

Neuaufstellung des Regionalplans Südhessen und des Regionalen

Flächennutzungsplans 2020

hier: Stellungnahme der Stadt Offenbach am Main zum Vorentwurf 2025

Änderungsantrag Ofa vom 01.12.2025

 

 

* Nachrichtlich:

hier: Belastungen in bioklimatischen Belastungsräumen minimieren

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

  1. Der in der Anlage 1 des Magistratsantrags 2021-26/DS-I(A)0987 aufgeführte Punkt zum bioklimatischen Belastungsräumen und bioklimatischen Ausgleichsräumen wird geändert.

 

  1. Die Stadt Offenbach gibt gegenüber dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und dem Regierungspräsidium Darmstadt eine Stellungnahme ab, in der auf weitere Verdichtungen in den hoch verdichteten Stadtteilen Nordend, Zentrum, Mathildenviertel und Senefelderquartier sowie in den historischen Ortskernen von Bieber, Bürgel und Rumpenheim verzichtet wird.

 

  1. Die Stadt spricht sich dafür aus, in diesen Stadtteilen die Durchlüftung zu verbessern, den Vegetationsanteil zu erhöhen und vorhandene oder zu erwartende Belastungen zu minimieren.

 

  1. Die Stadt betont die Notwendigkeit bioklimatischer Ausgleichsräume, in den Nachverdichtungen, sofern überhaupt, behutsam erfolgen.

 

* redaktionell geändert

 

 

Begründung:

 

1. Abmilderung der Folgen des Klimawandels

In den folgenden Jahren werden die Folgen des Klimawandels immer stärker spürbar werden. Um das Leben in der Stadt weiterhin erträglich zu halten, sind folgende Maßnahmen unumgänglich:

1.      Erhaltung und Stärkung lokaler Frischluftschneisen

2.      Auflockerung der Stadtteile mit schattigen Grünflächen

3.      Entsiegelungen von Flächen

4.      Begrünung von Fassaden und Dächern

5.      Forcierte Umsetzung des Schwammstadtprinzips

 

Weitere Verdichtungen würden diesem Ziel diametral entgegen stehen.

 

2. Gesundheitliche Belastungssituation in den hochverdichteten Stadtteilen

Diese Stadtteile sind bereits überdurchschnittlich belastet durch:

·         hohe sommerliche Wärmebelastung,

·         dichte Bebauung,

·         geringe Grün- und Erholungsflächen,

·         Verkehrsimmissionen.

·         Eine weitere Bebauung würde die klimatische Situation messbar verschlechtern und steht im Widerspruch zu den kommunalen und regionalen Zielen der Klimafolgenanpassung.

 

3.  Notwendigkeit bioklimatischer Ausgleichsräume

Im Entwurf der Stellungnahme, die zur Abstimmung steht, wird gefordert, dass der Flächenplan „auf die Darstellung bioklimatischer Ausgleichsräume zu verzichten“ soll. Dies wird damit begründet, dass „bei bauleitplanerisch gesteuerten Nachverdichtungen ohnehin regelmäßig Klimagutachten zur konzeptionellen Optimierung der Planung eingeholt werden“. Mindestens im Fall einer geplanten Nachverdichtung im Mathildenviertel ist jedoch kein Klimagutachten eingeholt worden, wie der Investor in der letzten Sitzung des Gestaltungsbeirats bestätigt hat. Die Darstellung bioklimatischer Ausgleichsräume ist daher sinnvoll.

 

4. Unzureichende städtebauliche Notwendigkeit für Verdichtungen in bereits hochverdichteten Stadtteilen

Im Entwurf der Stellungnahme, die zur Abstimmung steht, heißt es zum Thema Stopp weiterer Verdichtung in den stark betroffenen Stadtteilen: „Dennoch wird sich der prognostizierte weitere Bevölkerungszuwachs aufgrund der begrenzten Außenentwicklungsflächen wiederum v.a. in Nachverdichtungen realisieren müssen.“

Der Ausdruck „prognostizierter weiterer Bevölkerungszuwachs“ muss korrekterweise „gewünschter weiterer Bevölkerungszuwachs“ heißen. Die Stadt hat das Ziel, die Bevölkerung Offenbachs weiter wachsen zu lassen. Offiziell begründet wird dies mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, aber die Entwicklungen der letzten Zeit zeigen, dass der neue Wohnraum in der Regel für einen Großteil der Offenbacher Bevölkerung nicht bezahlbar, sondern zu hochpreisig ist. Dahinter steckt auch der Wunsch nach mehr Steuereinnahmen durch Steuerzahler. Dies gefährdet jedoch den sozialen Zusammenhalt und auch die gesunde Mischung von bebauten Flächen und grünem Erholungsraum. Die Stadtgrenzen lassen sich nicht verschieben, daher sollte stattdessen darüber nachgedacht werden, wo das Limit für einen weiteren Bevölkerungszuwachs und damit weiterer Bebauung steht.

 

Schlussfolgerung

Die Stadt möchte den Flächennutzungsplan in allen Punkten geändert haben, die gegen ihre Bebauungs- und Verdichtungspläne sprechen. Sollte dem stattgegeben werden, ist die Funktion des Klimaschutzes dahin.

 

Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.