Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt

Offenbach am Main

2026 - 2031


2026-31/DS-I(A)0057/1Ausgegeben am 25.06.2026

Eing. Dat. 25.06.2026

 

 

 

 

 

Auslaufen der Sprach-Kita-Förderung – Auswirkungen auf Offenbach begrenzen und Interessen der Stadt gegenüber dem Land Hessen vertreten

Änderungsantrag SPD und CDU vom 25.06.2026

 

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Der Antrag wird wie folgt geändert:

 

Der Magistrat wird aufgefordert:

 

1.    Die Angebote der Hessischen Landesregierung für frühe sprachliche Bildung im Rahmen des „Kompetenzzentrums Kinder. Sprache. Zukunft“ für die städtischen Kitas in Anspruch zu nehmen sowie freie und kirchliche Träger sowie Tagespflegepersonen und Eltern zu informieren und zu beraten, wie sie ebenfalls Schulungs- und Beratungsangebote des Kompetenzzentrums in Anspruch nehmen können.

 

2.    Weitere Fördermöglichkeiten des Landes Hessen in Anspruch zu nehmen bzw. zu beantragen, die zum Ziel haben, Kita-Personal zu entlasten. Dazu gehört die finanzielle Förderung von Piva-Stellen (Praxisintegriere vergütete Ausbildung) und Kita-Assistenzen.

 

3.    Zu prüfen und zu berichten, wie Ausbildungsplätze an der Berufsfachschule ausgeweitet werden können.

 

4.    Die Möglichkeiten aus der Novellierung des Hessischen Kinder und Jugendgesetzbuche (HKJGB) zu nutzen, um alle Kinder individuell fördern zu können.

 

5.    Möglichkeiten zu eruieren, wie bisherige Mitarbeitende der Sprach-Kitas an den Kitas als Fachkräfte angestellt werden können (falls noch nicht geschehen).

 

 

 

 

Begründung:

 

Mit dem Auslaufen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ hat die damalige Bundesministerin Paus entschieden, die Förderung zu beenden. Das Land Hessen hat daraufhin Verantwortung und die Förderung seit 2023 fortgeführt, jedoch mit der deutlichen Vorankündigung, die Förderung bis Ende 2026 aufrecht zu erhalten und danach ein eigenes Förderprogramm zu starten, dass auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erkenntnissen aus der Evaluation des Programm Sprach-Kitas basiert.

Dieses neue Programm liegt mit dem Sprachkompetenzzentrum nun vor. 

Den antragstellenden Fraktionen ist klar: Sprache ist der Schlüssel zu Bildungserfolg, gesellschaftlicher Teilhabe und gelingender Integration. Gute sprachliche Bildung von Anfang an schafft Chancengerechtigkeit und ist deshalb ein Schwerpunkt. Wissenschaftliche Studien zeigen: Die Zahlen von Kindern mit Sprachdefiziten steigen, vereinzelte Förderungen reichen nicht mehr aus, es bedarf einer Förderung, die alle Kinder in Anspruch nehmen können und die das Umfeld der Kinder ebenfalls in den Blick nimmt und diese in die Förderung einbezieht.

Die Landesregierung gestaltet damit den Übergang von einer zeitlich befristeten Projektförderung hin zu einer nachhaltigen und flächendeckenden Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung. Dies ist kein Rückzug aus der Sprachförderung, sondern ihre konsequente Weiterentwicklung – breiter aufgestellt, nachhaltiger und mit größerer Reichweite für mehr Chancengerechtigkeit in Hessen.

Das HKJGB soll sowohl im Bereich der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Kita-Betrieb (Mindeststandards) als auch im Bereich Landesförderung der Kindertagesbetreuung Neuregelungen erfahren. Die unterschiedlichen Leistungen zur Sprachförderung, worunter auch die Mittel zu den Sprach-Kitas fallen, sollen mit dem Ziel der Vereinfachung Eingang in die Betriebskostenförderung finden. Es ist vorgesehen, dass 15 % der Einrichtungen in Hessen mit besonderem Förderbedarf besonders berücksichtigt werden, darunter würde auch Offenbach fallen. Es ist also mit zusätzlichen Mitteln zu rechnen, um den besonderen Herausforderungen Offenbachs Rechnung zu tragen.

 

Hinweis: Der Antrag wird den Stadtverordneten und Fraktionen elektronisch (PIO) zur Verfügung gestellt.